Nachfolge-Diskussion

US-Notenbank lässt Leitzins unverändert

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Janet Yellen, (noch) Chefin der US-Notenbank Federal Reserve. 

Die Zinsentscheidung der US-Notenbank im November ging beinahe unter. Die Finanzwelt blickt vielmehr auf die Entscheidung, wer die Federal Reserve in Zukunft leiten wird. Erwartungsgemäß blieb der Zins zunächst unangetastet.

Washington - Die US-Notenbank Federal Reserve hat unmittelbar vor einer wichtigen Entscheidung zu ihrer personellen Führung ihren Leitzins erwartungsgemäß nicht verändert.

Zins Niveau- keine Überraschung

Der Zins für kurzfristige Anleihen, zu dem sich Banken über Nacht gegenseitig Geld leihen, bleibt weiterhin in einem Zielkorridor von 1,0 bis 1,25 Prozent, teilte nach der Offenmarktausschuss der Bank nach seiner Novembersitzung mit. Die Märkte rechnen weiterhin mit einer Zinsanhebung im Dezember.

Die Notenbank blickt jedoch weiterhin mit Sorge auf die Daten zur Inflation, die trotz der günstigen Wachstums- und Arbeitsmarktbedingungen nicht in gewünschtem Maße anzieht. "Die Inflation für Güter mit Ausnahme von Nahrungsmitteln und Energie ist weiterhin schwach", heißt es in der Mitteilung. Die Fed geht davon aus, dass die Zielmarke von zwei Prozent erst in geraumer Zeit erreicht werden kann.

Amtszeit von Notenbankchefin Janet Yellen läuft aus

Die Entscheidung wurde überschattet von der Diskussion um die Zukunft von Fed-Chefin Janet Yellen. Ihre Amtszeit läuft im Februar 2018 aus. Die 71-Jährige steht grundsätzlich für eine Verlängerung bereit.

Erwartet wird jedoch, dass US-Präsident Donald Trump am Donnerstag den Namen eines Nachfolgers bekanntgeben wird. Als Favorit wird Jerome Powell gehandelt, der bereits Mitglied im Führungsgremium der Fed ist und als moderater Notenbanker gilt.

Von ihm wird erwartet, dass er den Kurs Yellens, mit moderaten Zinserhöhungen und einem langsamen aber stetigen Verkauf von in der Finanzkrise zugekauften Anleihen fortsetzen wird. Powell gilt als persönlicher Favorit von US-Finanzminister Steven Mnuchin. Die US-Regierung wünscht sich langsame Zinsanpassungen. Die angekündigte Steuerreform von Präsident Donald Trump könnte das ohnehin große Staatsdefizit weiter ausweiten.

dpa

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