Weltwirtschaftsforum Davos

„Die USA sind sauber und schön“: Donald Trump weist Greta Thunbergs Kritik zurück

Greta Thunberg prangert immer wieder die Umweltsünden der USA an. Donald Trump findet das gar nicht gut. 

  • Das Weltwirtschaftsforum (WEF) findet in Davos statt
  • Greta Thunberg, Donald Trump und Angela Merkel nehmen teil
  • Geopolitik und Klima sind die beherrschenden Themen

Update vom Mittwoch, 22.01.2020, 13.30 Uhr: Donald Trump kann Greta Thunberg nicht so recht verstehen. Vor allem die Angewohnheit der jungen schwedischen Klima-Aktivistin, die Klimasünden der USA anzuprangern, stößt ihm sauer auf. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos hat der US-Präsident die 17-Jährige deshalb aufgefordert, andere Länder anstelle der Vereinigten Staaten stärker in den Fokus zu nehmen. 

Und warum? Aus einem einfachen Grund wohl: Weil die USA „sauber und schön“ seien, wie er nun vor Journalisten sagte. Es gebe aber einen anderen Kontinent, „wo Rauch aufsteigt“. Einen Namen nannte er er nicht, wahrscheinlich meinte er aber Länder wie China oder Indien in Asien. „Greta sollte anfangen, sich um diese Länder zu kümmern.“ 

Außerdem hält Donald Trump manche Aspekte der Klimadebatte für einen „Schwindel“, verzichtete aber auch hier auf konkrete Beispiele. Zudem behauptete der US-Präsident, er hätte Thunberg gerne in Davos getroffen. „Sie hat mich auf dem ,Time‘-Magazin ausgestochen“, sagte er. Die Zeitschrift hatte Thunberg zur „Person des Jahres“ 2019 gekürt.

Rede von Donald Trump in Davos irritiert Grünen-Chef Habeck

Update, Mittwoch, 22. Januar 2020, 6.30 Uhr: Europa rückt am heutigen Mittwoch bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos in den Fokus. Erwartet werden Reden des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sanchez (11.00 Uhr) sowie von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (11.30 Uhr) und EU-Parlamentschef David Sassoli (12.00 Uhr). Von der Leyen hatte sich am Dienstag mit US-Präsident Donald Trump getroffen. Im Handelskonflikt zwischen der Europäischen Union und den USA drohte US-Präsident Donald Trump erneut mit der Einführung von Strafzöllen auf Autoimporte.

Falls sich die EU und die USA nicht auf ein Handelsabkommen verständigen könnten, würden solche Importgebühren „sehr ernsthaft“ geprüft, sagte Trump in Davos. „Wir gehen davon aus, dass wir mit Europa einen Deal machen können.“ Trump traf sich am Dienstagabend zu einem Abendessen mit internationalen Topmanagern, darunter Siemens-Chef Jo Kaeser und der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess.

Update, Dienstag 21. Januar 2020, 15.49 Uhr: Donald Trump hat beim Klimagipfel in Davos zu mehr Optimismus bei den anstehenden globalen Herausforderungen aufgerufen. Angst und Zweifel seien nicht gut, so der US-Präsident zur Eröffnung des Weltwirtschaftsforums in der Schweiz. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Das Wort „Klimawandel“ kam Trump dabei nicht unter.  

„Wir müssen die ewigen Propheten des Untergangs und die Vorhersagen einer Apokalypse ablehnen“, sagte Trump. Die USA hätten Wachstum, Kreativität und die Bereitschaft, jeder Herausforderung zu begegnen, betonte er: „Dies ist keine Zeit für Pessimismus, dies ist eine Zeit für Optimismus.“ Man dürfe sich nicht von den Schwarzsehern beeinflussen lassen. Diese hätten früher eine Katastrophe durch Überbevölkerung vorhergesagt, dann massive Hungerkrisen oder schlicht das Ende der Welt, sagte Trump. Entkräftet worden seien diese Prophezeiungen durch Innovation und Fortschritt. Er vertraue auf die Umwelt. 

In der Vergangenheit hatte Trump für Aufmerksamkeit gesorgt, als er den Klimawandel einen „Scherz“ genannt hatte. Grünen-Chef Habeck nannte Trumps Rede ein „Desaster“ für die Konferenz. Nach dem Auftritt sei ein Richtungswechsel noch klarer nötig.

Update, Dienstag 21. Januar 2020, 13.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat bei der Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos die wirtschaftliche Entwicklung der USA in seiner Amtszeit in den höchsten Tönen gelobt. „Amerika wächst und gedeiht, und ja: Amerika gewinnt wieder wie niemals zuvor“, sagte er am Dienstag zum Auftakt seiner Rede. Im Vergleich zu der Vorgängerregierung mit geringem Wachstum und stagnierenden oder fallenden Löhnen sei die Entwicklung nun „spektakulär“. Für die Zukunft prognostizierte er „gewaltige“ Chancen für die US-Wirtschaft.

„Die Zeit der Skepsis ist vorbei“, sagte der US-Präsident. Trump rief andere Länder dazu auf, sich ein Beispiel an den USA zu nehmen. Das „amerikanische Modell“ werde die größten Gewinne im 21. Jahrhundert erzeugen.

Greta Thunberg, schwedische Klimaschutzaktivistin, in Davos.

Update, Dienstag 21. Januar 2020, 10.00 Uhr: Die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat sich enttäuscht über den bislang wenig erfolgreichen Kampf gegen die Erderwärmung geäußert. Trotz der weltweiten Protestaktionen sei beim Klimaschutz so gut wie nichts erreicht worden, sagte Thunberg am Dienstag zum Auftakt des 50. Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos.

Der Ausstoß der klimaschädlichen Treibhausgase vergrößere sich immer weiter, betonte die 17-jährige Schwedin. Sie forderte, dass die Regierungen den Klimaschutz endlich ernst nehmen müssten. Weltweit habe sich bei vielen Menschen ein Bewusstsein für den Umweltschutz gebildet.

In der Schweiz demonstrierten linke Gruppen gegen das Weltwirtschaftsforum, wobei die Kritik vor allem auf die Auswüchse des Kapitalismus und die Passivität vieler Regierungen angesichts des Klimawandels zielt. Das 1971 von dem Deutschen Schwab gegründete Weltwirtschaftsforum trifft offiziell keine politischen oder ökonomischen Entscheidungen.

Erstmeldung

US-Präsident Donald Trump, Kanzlerin Angela Merkel, Klimaaktivistin Greta Thunberg - das sind die wohl prominentesten von etwa 3000 Teilnehmern an der 50. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos. Vier Tage lang wird getagt, beraten, diskutiert, mal öffentlich und oft hinter verschlossenen Türen. Doch wie läuft das Treffen ab - und was ist zu erwarten? Ein Überblick.

Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos - Warum?

Das WEF wurde 1971 im Alleingang vom Wirtschaftsprofessor Klaus Schwab, geboren in Ravensburg, ins Leben gerufen. Zuerst hieß das Treffen European Management Forum. „Ich wollte eine Plattform gründen, wo Firmenchefs ihre Stakeholder treffen können“, sagte Schwab jüngst der „Neuen Zürcher Zeitung“. Das Stakeholder-Prinzip steht für Schwab im Zentrum. Es bedeutet, dass sich Konzerne nicht nur darum kümmern sollen, möglichst viel Geld zu verdienen. Sie sollen dabei stets auch die Interessen ihrer Mitarbeiter sowie der Gesellschaft im Allgemeinen im Blick behalten. Letztlich sollen alle Interessensgruppen von den möglichst nachhaltigen Entscheidungen profitieren. Das Ziel des WEF klingt pathetisch-optimistisch: „Den Zustand der Welt verbessern“. Doch Schwab betont: „Man muss doch ein ideelles Ziel haben, eine Vision!“

WEF in Davos - Wie? 

In verschiedenen Konstellationen debattieren Firmenchefs, Politiker, Ökonomen und Notenbanker, aber auch Vertreter von Nichtregierungsorganisationen. „Stakeholder für eine solidarische und nachhaltige Welt“ lautet in diesem Jahr das Motto. Insgesamt hat das WEF sieben Themenblöcke vorgesehen, im Zentrum dürften aber vor allem zwei stehen: Geopolitik und Klima. Bis Freitag können über einen Livestream 224 Reden und Diskussionsrunden verfolgt werden. Zudem bietet die Tagung Spitzenpolitikern und Topmanagern die Möglichkeit, abseits der Kameras ins Gespräch zu kommen. Es wird erwartet, dass hinter verschlossenen Türen wieder jede Menge bilaterale Treffen anstehen, ein „Speed-Dating“ für Politiker.

Weltwirtschaftsforum (WEF) - Wo?

Davos mit seinen gut 11 000 Einwohnern liegt im Schweizer Kanton Graubünden und ist vor allem wegen seiner vielen Skipisten beliebt. Zu Berühmtheit verhalf dem Ort der Schriftsteller Thomas Mann (1875-1955) mit seinem 1924 erschienenen Roman „Der Zauberberg“. Dass die WEF-Jahrestagung seit 1971 in Davos stattfindet, hat teilweise mit der Biografie von Klaus Schwab zu tun: Er lernte hier Skifahren. Außerdem war seine Mutter Schweizerin und sprach mit ihm Schweizerdeutsch. Ausschlaggebend waren aber logistische Gründe: So wurde in Davos kurz vor dem ersten Treffen ein neues Kongresszentrum eröffnet, es gab genügend Hotelbetten. „Davos verfügte über alle Voraussetzungen, um eine produktive Arbeitsklausur für Top-CEOs abzuhalten“, betont das WEF selbst in einem Rückblick.

Weltwirtschaftsforum in Davos - Wer nimmt teil?

Bereits kurz nach der ersten Tagung lud Schwab auch Politiker nach Davos. Als Kritik aufkam, das Treffen diene nur den Reichen und Mächtigen, erweitete das WEF die Teilnehmerliste erneut - nun kommen auch viele Vertreter internationaler Organisationen und Globalisierungskritiker. Das größte Interesse rufen aber weiterhin die Spitzenpolitiker hervor, in diesem Jahr unter anderen US-Präsident Trump, Kanzlerin Merkel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und UN-Generalsekretär Antonio Guterres.

Die Schau stehlen könnte ihnen die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg, die seit der Vorjahrestagung international im Rampenlicht steht. Aufmerksamkeit wird auch dem britischen Thronfolger Prinz Charles gewiss sein, der sich zu Umweltthemen äußern will. Hinzu kommen zahlreiche Topmanager, aus Deutschland sind unter anderem Post-Chef Frank Appel, Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing und der VW-Vorstandsvorsitzende Herbert Diess dabei. Frauen machen rund ein Viertel (24 Prozent) der Teilnehmer aus. Etwa 120 Anwesende - rund 4 Prozent - sind nach Schätzungen der Finanznachrichtenagentur Bloomberg Milliardäre.

Weltwirtschaftsforum in Davos - Wer fehlt?

Einige Top-Politiker fehlen in Davos. Der französische Präsident Emmanuel Macron wirbt kurz vor dem Beginn des Treffens lieber auf einem eigenen Wirtschaftsforum für den Standort Frankreich. Großbritanniens Premierminister Boris Johnson verzichtet kurz vor dem Brexit am 31. Januar auf die Reise, auch seinen Ministern strich er den Ausflug in die Schweizer Berge. Kremlchef Wladimir Putin fehlt, ebenso wie Brasiliens rechtsradikaler Präsident Jair Bolsonaro. Diskussionen über die explosive Lage im Nahen Osten soll es geben - so reisen der irakische Präsident Barham Salih und mehrere saudische Minister an -, dabei fehlen aber Vertreter des Irans. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte seine geplante Teilnahme kurzfristig ab.

Was erwartet man sich vom Weltwirtschaftsforum in Davos?

Kritiker bemängeln, dass hehren Worten in Davos oft keine Taten folgen würden. Der Chef der US-Großbank JPMorgan spottete einst, das Forum sei ein Ort, „wo Milliardäre Millionären erzählen, was die Mittelklasse fühlt.“ Doch das WEF betont, dass bereits zahlreiche Initiativen angestoßen worden seien, etwa zur Armutsbekämpfung sowie für die Rechte von Frauen oder Homosexuellen. Für 2020 sind zwei konkrete Projekte geplant: Bis 2030 sollen eine Milliarde Menschen fit für neue Jobs gemacht werden, die mit der Digitalisierung entstehen.

Und im selben Zeitraum sollen eine Billion Bäume gepflanzt werden. Den Klimaschützern um Greta Thunberg reicht das nicht; sie fordern, dass sich die Teilnehmer verpflichten sollen, nicht mehr in fossile Energien zu investieren. „Ich erwarte, dass von Davos ein Zeichen ausgeht, dass es nicht nur unverbindliche Partnerschaften gibt, sondern eine klare Unterstützung für eine Dekarbonisierung“, betont Greenpeace-Chefin Jennifer Morgan. (dpa/skr)

Klaus Schwab hat vor 50 Jahren das Weltwirtschaftsforum* begründet und empfängt noch immer die globale Elite in Davos.

Der Internationale Währungsfonds sieht leichte Zeichen der Besserung in der Weltwirtschaft. Deutsche Unternehmenschefs bleiben aber skeptisch und sorgen sich wegen des Klimawandels.

Meinung: US-Präsident Donald Trump sollte die Forschungserkenntnisse zur ökonomischen Bilanz des Klimawandels beachten.

Der Super Bowl wird zur Schlacht zwischen Donald Trump und Michael Bloomberg: Das Mega-Football-Event ist nur ein Beispiel für die massive Politisierung des Sports*. Mit dessen Unabhängigkeit, die der US-Präsident lange beschwor, ist es vorbei.

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Rubriklistenbild: © Gian Ehrenzeller/dpa

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