Pandemie trifft Wirtschaft

Corona-Krise: Merz rechnet mit „vielen Insolvenzen“ - und äußert sich zu Eurobonds

Friedrich Merz (CDU) rechnet infolge der Corona-Pandemie mit zahlreichen Insolvenzen.
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Friedrich Merz (CDU) rechnet infolge der Corona-Pandemie mit zahlreichen Insolvenzen.

Wann und wie kommt die Wirtschaft trotz Corona-Pandemie wieder in Gang? Friedrich Merz düsterer Prognose - und einer Jahreszahl.

  • Die Corona-Krise trifft die Weltwirtschaft* hart. 
  • Friedrich Merz (CDU) sprach jetzt über die Perspektive für Deutschland*
  • Aus seiner Sicht wird die Arbeitslosigkeit steigen und viele Firmen werden Konkurs anmelden.

Die Corona-Pandemie* trifft alle Menschen und alle Bereiche des Lebens - und nicht jeden wirtschaftlichen Verlust* wird der Staat auffangen können. Der frühere Unionsfraktionschef Friedrich Merz* erwartet wegen der Corona-Krise* einen Verlust von Arbeitsplätzen und einen Anstieg der Unternehmenspleiten in Deutschland. 

Der CDU-Politiker sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung: „Wir müssen dafür Sorge tragen, dass niemand ins Bodenlose fällt, aber auch damit rechnen, dass die Arbeitslosigkeit steigt, es viele Insolvenzen geben wird“. 

Merz (CDU) zu Corona-Perspektive:

Merz selbst ist kürzlich von einer Sars-CoV-2-Infektion* genesen und sagte der Zeitung: „Wenn alles gut geht, wir viel Glück haben und die Weltwirtschaft wieder läuft, wäre 2021 eine Perspektive, dann könnte die Wirtschaft wieder auf die Beine kommen."

Er halte wenig davon, schon jetzt über Konjunkturpakete* zu reden, sagte Merz, der Bewerber für den CDU-Vorsitz* ist. Eine Revitalisierung der Volkswirtschaft werde nicht nur über die Nachfrage gehen, sondern auch über die Angebotsseite. „Wir kommen da sicherlich heraus, aber mit einer sehr hohen Staatsverschuldung wie auch einer hohen Verschuldung vieler Unternehmen und nicht zuletzt der Privathaushalte.“

Mehr zum Thema im Video: Merz ist mit Coronavirus infiziert

Corona-Krise beutelt Wirtschaft - Merz:

Die Europäische Union muss aus Sicht von Merz finanziell besser ausgestattet werden. Im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung sagte er, dass sei notwendig, damit die EU „die Aufgaben, die die Mitgliedstaaten ihr übertragen, auch finanzieren kann“. Damit blieben dann auch Einnahmen- und Ausgabenverantwortung in einer Hand.

Merz regt an, dass Deutschland seine Ratspräsidentschaft nutzen sollte, über dieses Thema zu sprechen. „Die Entscheidungen über die Finanzierung der EU für die nächsten sieben Jahre fallen alle im zweiten Halbjahr 2020, also während der deutschen Ratspräsidentschaft“, sagte Merz. Aus seiner Sicht reiche die Obergrenze von einem Prozent des Bruttoinlandprodukts als Finanzausstattung der EU nicht aus.

Friedrich Merz: Nein zu umstrittenen Corona-Bonds

Zugleich fordert er mehr europäische Solidarität ein. „Es kann uns nicht gleichgültig sein, wie es in den Ländern in Europa weitergeht, die schon vor der Coronakrise in einer schwierigen Lage waren“, meinte Merz. 

Corona- oder Eurobonds* seien dafür aber nicht die richtige Lösung: „Wir dürfen über Europa nicht zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten eröffnen, die auf die individuelle Staatsverschuldung dann nicht einmal angerechnet werden.“

Corona-Krie in Italien: Merz mit klarer Ansage

Die EU habe in der vergangenen Woche aus drei verschiedenen Quellen mehr als 500 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt. „Italien will die Hilfe bislang aber nicht einmal annehmen. Das zeigt doch: Italien hat keinen akuten Finanzierungsbedarf, sondern versucht im Windschatten von Corona zu unbegrenzten Refinanzierungsmöglichkeiten für seinen Staatshaushalt zu kommen“, sagte Merz. Das widerspreche dem EU-Vertrag und sei auch mit dem deutschen Verfassungs- und Haushaltsrecht nicht vereinbar.

dpa/AFP/frs

Indessen trifft es die Luftfahrbranche hart: Lufthansa plant wegen Corona Abbau von Tausenden Jobs. Merz schockt die Unternehmen mit einer Ankündigung für die Zeit nach Corona.

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