Szene-Lexikon

Trends 2017: Was angesagt sein könnte

Aarhus, die zweitgrößte Stadt Dänemarks, ist Europäische Kulturhauptstadt 2017. Foto: Carsten Rehder
1 von 5
Aarhus, die zweitgrößte Stadt Dänemarks, ist Europäische Kulturhauptstadt 2017. Foto: Carsten Rehder
Der russische Sportler Leonid Volkov in einem Wind-Tunnel beim FAI World Cup im Indoor Skydiving in Warschau. Foto: Bartholmiej Zborowski
2 von 5
Der russische Sportler Leonid Volkov in einem Wind-Tunnel beim FAI World Cup im Indoor Skydiving in Warschau. Foto: Bartholmiej Zborowski
Könnte Aerial Yoga zu einem Trend werden? Foto: Stephanie Strasburg
3 von 5
Könnte Aerial Yoga zu einem Trend werden? Foto: Stephanie Strasburg
Die Elbphilharmonie leuchtet in der aufgehenden Sonne. Foto: Christian Charisius
4 von 5
Die Elbphilharmonie leuchtet in der aufgehenden Sonne. Foto: Christian Charisius
Ohrenquallen im Großaquarium Sea Life in Konstanz am Bodensee. Foto:
5 von 5
Ohrenquallen im Großaquarium Sea Life in Konstanz am Bodensee. Foto:

Setzen sich Selfie-Drohnen durch? Wird Hamburg mit seiner neuen Elbphilharmonie zum Top-Reiseziel? Und wird Indoor-Skydiving zum Trend-Sport? Ein Lexikon der nahen Zukunft: Was in diesem Jahr angesagt werden könnte - von A bis Z.

Berlin (dpa) - Von den Trends 2016 - etwa 80er-Jahre-Mode, Craft Beer oder Einhörnern - bleibt vieles auch in diesem Jahr vorerst "in". Was darüber hinaus 2017 angesagt sein könnte: Phänomene, Begriffe, Orte, Trends und Leute - alphabetisch geordnet:

Aarhus: Auf vielen Trendreiseziel-Listen taucht Dänemarks zweitgrößte Stadt auf, die größere der beiden Kulturhauptstädte Europas 2017.

Aerial Yoga: gibt es zwar schon länger, aber in diesem Jahr könnte die Yoga-Art, bei der man in einem von der Decke hängenden Tuch, ähnlich einer Hängematte, hängt oder sitzt, beliebter werden.

Brunch: Frühstückslokale mit Gerichten wie Eggs Benedict scheinen angesagter zu werden. Das "Benedict" in Berlin will als Filiale einer israelischen Restaurantkette sogar Brunch im 24/7-Betrieb anbieten.

Bartansatz: Das "Zeit Magazin" wünscht sich von den Herren für 2017 keine messerscharf am Kinnansatz abrasierten Haare: "Bitte rasiert Euren Bart so weit unterhalb des Kinns ab wie nur irgend möglich und auch nicht so, als hättet ihr beim Rasieren ein Lineal angelegt."

Chaga-Pulver: Superfood-Trend als Alternative zum Kaffee. Man trinkt jetzt Pilz (mit Z, nicht S): Der Chaga (Schiefer Schillerporling) ist ein häufig an Birken wachsender Holzparasit. Mit Milch wird sein Pulver Chagaccino genannt - in Los Angeles angeblich schon ganz angesagt.

Documenta: Wie alle fünf Jahre dürfte auch diesen Sommer wieder für Kunstfans die Documenta-Stadt Kassel als Kurztrip-Ziel Pflicht sein. Erstmals ist außerdem vorher bereits auch Athen Documenta-Stadt.

Drohnen: Selfie-Drohnen könnten ihren Durchbruch erleben. Die Mini-Kamera-Drohne "C-me" des deutschen Herstellers Revell zum Beispiel kann bereits während des Fluges Fotos und Videos über Social-Media-Kanäle versenden. 2017 hält man also keinen Selfiestick mehr in der Hand, sondern die Kamera fliegt um einen herum und knipst.

Eskapismus: Nicht zuletzt all die Serien bei den Streamingdiensten lassen viele auch 2017 zur Realitätsflucht tendieren und sorgen für heimelige Couch-Abende.

Eigenproduktionen: 2017 ist das Jahr der ersten deutschen Eigenproduktionen bei mehreren Video-on-Demand-Anbietern. Maxdome bringt Ende Januar die Buddy-Serie "Jerks" mit Christian Ulmen und Fahri Yardim, Amazon Prime Video im März die Thriller-Serie "You Are Wanted" von und mit Matthias Schweighöfer und Netflix die Serie "Dark" von Regisseur Baran bo Odar ("Who Am I - Kein System ist sicher").

Fischkonserven: In anderen Ländern bekommt man schon länger Edles aus der Dose auf dem Teller serviert - in Deutschland könnte das jetzt auch Gastro-Trend werden. In Berlin gibt es zumindest schon die "Sardinen.bar".

Geräuchertes: Laut den Vorhersagen der "New York Times" werden 2017 unter anderem Geräuchertes (smoked food), Hirse (Sorghumhirse oder Zwerghirse), die Philippinische Küche oder Gerichte mit Eigelb zum Food-Trend.

Hamburg: Der etwas beruhigte Berlin-Hype und die Eröffnung der Elbphilharmonie lenken 2017 die Aufmerksamkeit auf Deutschlands zweitgrößte Metropole als Städtetrip-Ziel. In der Liste "52 Places to Go in 2017" der "New York Times" liegt die Stadt auf Platz 10. Ab Herbst soll in Hamburg auch das Dragqueen-Musical "Kinky Boots" von Cyndi Lauper laufen.

Indoor-Skydiving: Vertikale Windkanäle, in denen man den freien Fall und das Bodyflying probieren kann (bislang nur in Bottrop), breiten sich aus - zumindest sind für dieses Jahr Windtunnel-Eröffnungen in den Großräumen Berlin, Hamburg, München und Frankfurt angekündigt.

Jogginghose: Der Satz von Karl Lagerfeld, wer eine Jogginghose trage, habe die Kontrolle über sein Leben verloren, gilt längst nicht mehr. Lockere Hosen von Sport-Labels sind für Männer laut "GQ" weiterhin ein Modetrend.

Kanada: Das Land feiert dieses Jahr 150 Jahre Unabhängigkeit. Wohl auch deswegen taucht es mit seinen Nationalparks oder Städten wie Toronto, Montréal oder Vancouver in fast allen Trendreiseziel-Listen 2017 auf.

Karo: Würfelförmige Muster - auch Block-Karo oder Vichy- oder Gingham-Karo genannt - sollen im Sommer Blusen, Kleider, Röcke schmücken.

"La La Land": Dieser Los-Angeles- und Liebesfilm mit Emma Stone und Ryan Gosling ist bester Musical-Kitsch - eine junge Liebe wird von den Karrierevorstellungen aufgefressen. Hollywood-Herzschmerz 2017. Total retro und doch ganz im Hier und Jetzt.

Mezcal: Nach Gin und Whisky und anderen In-Alkoholika sagen Experten laut "Forbes"-Magazin unter anderem einen Trend zu Drinks mit der Agaven-Spirituose Mezcal voraus. Auch die Kümmel-Spirituose Aquavit soll im Kommen sein.

Nerdbrille ade: Mancher Hipster trägt seit einiger Zeit lieber Metallgestelle als die klassische schwarze Hornbrille - entweder Vintage vom Flohmarkt oder auch von Tom Ford.

Obst und Gemüse: Vegetarismus ist weiter im Trend - der Restaurantführer "Gault&Millau" kürte jedenfalls seiner Einschätzung nach einen der besten Gemüseköche Deutschlands zum "Koch des Jahres 2017": Andreas Krolik vom Frankfurter Gourmetrestaurant "Lafleur".

Pink und Pailletten: In der Damenmode bleiben die 80er angesagt, etwa breite Schulterpolster, Puffärmel, Glockenärmel oder Rüschen sowie die Farbe Pink (statt nur Rosa) und andere schrille Farben (Neon!).

Quallen: Neben den nach wie vor aktuellen Trendtieren Einhorn und Faultier verzeichnet das Do-it-Yourself-Internetportal "DaWanda" einen Anstieg bei Produkten mit Tieren aus dem Meer und vermehrte Postings in den sozialen Netzwerken dazu - also Wale, Quallen und so weiter.

Rap: Hip-Hop-Stars wie Kollegah, der erst jüngst laut GfK Entertainment einen Streaming-Rekord für Deutschland aufstellte, lassen den Trend zur Rap-Musik andauern.

Samt: Ein Trend der Winter-/Frühjahrssaison ist laut den Do-it-yourself-Experten der Internetseite "DaWanda" Samt - weil "gleichzeitig gemütlich, pompös und modern". Der Trend zeige sich sowohl im Interieur (Kissen, Sesselbezüge) als auch bei Kleidung.

Serien: Der Hype geht natürlich weiter. Höhepunkte aus der Fülle der Fortsetzungen und neuen Staffeln etwa bei Netflix herauszusuchen ist schwierig - vielleicht "Eine Reihe betrüblicher Ereignisse" mit Neil Patrick Harris, "Santa Clarita Diet" mit Drew Barrymore oder "Mindhunter" von "House of Cards"-Macher David Fincher.

T-Shirts mit Slogan oder Statement: Politische, feministische oder ironische Botschaften erleben diesen Sommer auf Oberteilen angeblich ein Mode-Comeback. Insgesamt soll die Mode angeblich weiterhin immer mehr unisex und gender-neutral werden.

Urban Luxury: Skatermarken wie Thrasher, Off-White oder Supreme sind laut "GQ" für Männer weiterhin "so heiß wie die großen Labels".

Verschönerung: Der sogenannte Hygge-Trend (Sehnsucht nach Komfort, Geborgenheit und Gebundensein) meint laut "DaWanda" die Verschönerung und das Selbermachen gerade in den eigenen vier Wänden - zum Beispiel große, weiche Decken, in die man sich einwickeln kann.

Wahlkampf: Im wahrscheinlich aggressiv geführten Bundestagswahlkampf mischt auch der Kabarettist Serdar Somuncu als "Kanzlerkandidat" für "Die Partei" von Satiriker Martin Sonneborn mit - der womöglich kunstvollste Wahlkämpfer seit Christoph Schlingensief 1998.

Wild: Parallel zum Vegetarier- und Vegan-Trend scheinen Fleischesser eine neue Lust auf Vielfalt zu haben - selbst Burger-Bars haben nun öfter Rothirsch statt Rind im Hack. Und dazu gibt es oft lieber statt normaler Pommes mit Ketchup Süßkartoffelpommes mit Trüffelmayonnaise.

"XXX": Nein, nicht Porno - stellvertretend für den Sequel-Trend im Filmgeschäft sei hier der Actionkracher "xXx 3: Die Rückkehr des Xander Cage" mit Vin Diesel genannt. Auch "Star Wars" geht weiter (Episode VIII) oder "Fifty Shades Of Grey" (Teil 2: "Gefährliche Liebe"). 90er-Revivals gibt es auch - etwa mit "T2 Trainspotting" (im Kino) oder mit "Twin Peaks" (im Fernsehen).

Yologamie: lustiges, aber wohl kaum geläufiges Wort aus dem Buch "100% Jugendsprache 2017" von Langenscheidt: Mix aus Yolo (You Only Live Once) und Monogamie, also in Zeiten von Dating-Apps eine freiere Liebe, die Polygamie/Polyamorie und offene Beziehungen einschließt.

Zypern: Bei Kulturbeflissenen dürfte neben Aarhus auch die andere Kulturhauptstadt Europas als Reiseziel angesagt sein: die Hafenstadt Paphos in Zypern.

"New York Times": Predictions for 2017

"New York Times": A Sampling of Food-Trend Predictions

"New York Times": 52 Places to Go in 2017

DaWanda

documenta 14

Chaga-Pulver

"Jerks" bei Maxdome

"You Are Wanted" von und mit Matthias Schweighöfer

Drink-Trends laut "Forbes"

Sardinen.Bar in Berlin

Aarhus 2017

Paphos/Pafos 2017

"Die Zeit" zum kommenden Haar

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema