Trauerfall trifft Sohn aus dem Nichts

Deutscher Musik-Star verstorben: Auch Ministerpräsident trauert öffentlich

Stephan Trepte ist tot: Der DDR-Kult-Sänger starb kurz nach seinem 70. Geburtstag.
+
Stephan Trepte ist tot: Der DDR-Kult-Sänger starb kurz nach seinem 70. Geburtstag.

Die deutsche Musikwelt muss von einem großen Sänger Abschied nehmen. Stephan Trepte, Frontmann der DDR-Kultband „Electra“ ist tot, wie sein Sohn emotional mitteilt.

  • DDR-Kult-Sänger Stephan Trepte ist tot. Er verstarb offenbar unvermittelt kurz nach seinem 70. Geburtstag.
  • Mit der Gruppe „Electra“ und dem umstrittenen Song „Tritt ein in den Dom“ wurde er berühmt.
  • Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) trauert.

Update vom 24. Juli: Die Reaktionen auf den plötzlichen Tod von Kult-DDR-Rocker Stephan Trepte sind zahlreich und sehr traurig. In den sozialen Medien verabschieden sich die Fans von einem der prägendsten ostdeutschen Musiker. Darunter auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).

„Mit Stephan Trepte ist eine der großen Ostrock-Legenden von uns gegangen“, trauert der CDU-Politiker, „Meine Gedanken und mein Mitgefühl sind bei seiner Familie, die einen geliebten und großartigen Menschen verloren hat.“ Vor allem in den neuen Bundesländern ist das Mitgefühl groß. Trepte war für viele Menschen die Stimme ihrer Jugend. Der Musiker wird noch lange in Erinnerung bleiben.

Unterdessen trauert das US-Fernsehen um eine Legende, die ein markantes Markenzeichen berühmt machte. Eine andere Musik-Legende ist ebenfalls gestorben. Er war Mitbegründer einer britischen Kult-Band.

Erstmeldung vom 23. Juli: Biehla / Sachsen - Stephan Trepte ist tot. Der deutsche Rockmusiker starb am 22. Juli 2020 im Alter von 70 Jahren. Als Sänger der Band „Electra“ erlangte er in der ehemaligen DDR Kultstatus. Vor allem der Song „Tritt ein in den Dom" machte die Gruppe sehr bekannt. Und das obwohl, oder auch weil, der Song fast nie im Radio gespielt wurde.

Die Geschichte um den populärsten Titel der „Electra-Combo“ ist so interessant wie konfus. Nach einem Gedicht des russischen Poeten Alexander Block wurde der Text dafür verfasst, das Lied dann für den Rundfunk der DDR produziert. Ohne Zensur-Eingreife wurde er durchgewunken und fortan im Radio gespielt. In DDR-Hitparaden erreichte er mehrfach Platz eins. Doch plötzlich flog er aus dem Programm der öffentlichen Medien.

„Electra“-Sänger Stephan Trepte ist tot: Populärster Hit wurde im Radio verboten

Der Text von „Tritt ein in den Dom“ wurde als Werbung für die Kirchen als Institution verstanden, ein krasser Widerspruch zum Werteverständnis der DDR. „Electra“-Mitbegründer Bernd Aust erklärte zwar, das sei nicht beabsichtigt, trotzdem durfte das Lied auf dem folgenden Album nicht erscheinen. Das Verbot machte den Titel allerdings erst richtig bekannt. Die politischen Spannungen um ihn sorgten für Wirbel.

Es war übrigens das erste Musikstück, das Stephan Trepte mit der Gruppe aufnahm. Kurios dabei: Erst im Studio sollen seine Kollegen bemerkt haben, dass er lispelte. Bernd Aust sang angeblich alle „s“- und „z“-Laute für ihn ein.

Stephan Trepte ist tot: Nach „Electra“ sang er noch für zwei Bands und spielte im TV

Nach nur zwei Jahren war das Kapitel „Electra“ für Trepte aber auch schon wieder vorbei. Wegen internen Spannungen verließ er 1974 die Band. Mit den Bands „Lift“ und „Reform“ blieb er dem Musik-Business aber weiterhin treu. Seine Karriere ließ er 1986 mit einem Auftritt in der Rocky Horror Show sowie Projekten mit seinen ehemaligen Kollegen von „Electra“ und „Reform" ausklingen.

Tod von Stephan Trepte kam offenbar unvermittelt: Emotionale Worte von Sohn Ludwig

Nun ist Stephan Trepte verstorben. Woran, das ist nicht bekannt. Sein Tod scheint sehr plötzlich geschehen zu sein, denn Sohn Ludwig zeigt sich vom Tod seines Vaters gänzlich aus dem Nichts getroffen. Sogar ein Ausflug mit der ganzen Familie war noch geplant.

Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

mein Herz soll ein Wasser sein ein salziges Wasser Das aus den Augen rinnt wenn es über läuft Jetzt bist du weg, bist einfach gegangen ohne tschüss zu sagen. Still und heimlich und mein Herz läuft über. Am letzten Montag noch bist du 70 Jahre alt geworden und morgen wollten wir gemeinsam mit deinen Enkelkindern in den Urlaub fahren. Am Mittwoch hatten wir uns noch gesprochen und so sehr hattest du dich auf die Reise gefreut. Du warst mein Idol, mein Freund, mein geliebter Papa und ich unglaublich stolz auf dich. Du warst ein begnadeter Sänger voller Emotionen und deine Stimme ging mir direkt ins Herz. Aber vor allem warst du für mich der beste Vater der Welt, von dem ich vor allem eins gelernt und erfahren haben durfte. Bedingungslose Liebe. Ich danke dir für deine Selbstlosigkeit, deinen Schutz, deine Treue, deine Wertfreiheit, deine Freundschaft, deine Großzügigkeit und deine Liebe. Ich hoffe, dass ich meinen Kinder genau die bedingungslose Liebe, das Vertrauen und die Zuneigung geben kann, die du mir gegeben hast, denn dann ist es genug für endlos viele Leben. Was habe ich dich verehrt und geliebt und werde es immer tun. Du wirst fehlen, mein Papa, mein Held. Ruhe und Rock in Frieden. Dein Sohn

Ein Beitrag geteilt von LUDWIG|TREPTE (@ludwigtrepte) am

„Jetzt bist du weg, bist einfach gegangen ohne tschüss zu sagen. Still und heimlich und mein Herz läuft über“, trauert Ludwig Trepte in seinem emotionalen Nachruf bei Instagram*, „am letzten Montag bist du noch 70 Jahre alt geworden und morgen wollten wir gemeinsam mit deinen Enkelkindern in den Urlaub. Am Mittwoch hatten wir uns noch gesprochen und so sehr hattest du dich auf die Reise gefreut.“

„Du warst ein mein Idol, mein Freund, mein geliebter Papa und ich unglaublich stolz auf dich“, behält er seinen Vater in allerbester Erinnerung, auch musikalisch, „du warst ein begnadeter Sänger voller Emotionen und deine Stimme ging mir direkt ins Herz. Aber vor allem warst du für mich der beste Vater der Welt, von dem ich vor allem eins gelernt und erfahren haben durfte. Bedingungslose Liebe.“

Stephan Trepte ist leider nicht der erste große Musiker, von dem sich die deutsche Szene in diesem Jahr bereits verabschieden musste. Kraftwerk-Mitbegründer Florian Schneider verstarb Anfang Mai. International traf die Meldung des Todesfall von „Spiel mir das Lied vom Tod“-Komponist Ennio Morricone die Musikwelt vor kurzem heftig. Zahlreiche andere Stars infizierten sich auch mit dem gefährlichen Coronavirus* Ein furchtbares Todesdrama ereignete sich indessen mitten in Berlin: Ein Künstler und Freund von Hollywood-Schauspieler Brad Pitt soll seine Frau erstochen haben. (*tz.de ist Teil des Ippen-Redaktionsnetzwerks.)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare