Song über Klub-Idol

Ikke Hüftgold: So entstand der Asamoah-Hit - Party-Sänger hat klare Forderung an Schalker

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Ikke Hüftgold besingt Schalke-Idol Gerald Asamoah.

Ikke Hüftgold macht Gerald Asamoah zum Mallorca-Star. Wie der Künstler auf den Song kam, wie der Kontakt mit dem Schalker lief und wozu er ihn auffordert, verrät er im Interview.

Hamm - Lachend sitzt Gerald Asamoah auf einem Roller, lauscht den Tönen aus seinem Smartphone und lacht. Das Schalker Klub-Idol hört den nicht ganz erst gemeinten Partyschlager-Hit "Asamoah" der Mallorca-Stars Ikke Hüftgold und Lorenz Büffel. Er singt ihn sogar mit.

"Respekt, Männer. Ich habe lange darauf gewartet. Ikke, Lorenz: super Leistung, ich bin sehr stolz darauf", teilt der 40-Jährige in einem Instagram-Video mit.

Der Song stammt aus der Feder von Ikke Hüftgold, den er gemeinsam mit Lorenz Büffel ("Johnny Däpp") umsetzte. Hüftgold, mit bürgerlichem Namen Matthias Distel, erzählt im Interview mit Marcel Guboff, wie diese Idee entstanden ist, wie Asamoah reagierte - und was er sich vom königsblauen Klub-Idol wünscht.

Ikke, warum nach Anthony Modeste und Timo Werner schon wieder ein Fußballer?

Ikke Hüftgold: Ikke hat irgendwie ein Händchen für Fußballer. Manchmal geht es in die Hose, der "Imo Erner" wurde mir ja etwas krumm genommen. Das ist ja sogar bis zum DFB-Vorstand diskutiert worden. Eine Zeit lang war ich geächtet, aber Timo Werner selbst hat mich rehabilitiert. Er hat mir zu viel Ruhm und Ehre verholfen, als er während einer Leipziger Kabinen-Party "Dicke Titten, Kartoffelsalat" gesungen und das Video gepostet hat. Ich glaube, er hat mir verziehen.

Und Modeste?

Ikke Hüftgold: Er ist ein Mega-Typ, da lag das auf der Hand. Mein Heimat-Verein hat damals Gas gegeben und Modeste-Strophen auf der Veranda des Klub-Heims nach dem erfolgreichen Nicht-Abstieg performt. Ich habe das im Netz gesehen, die Jungs mit ins Boot geholt und den Song einfach gemacht. Es war eine großartige Idee, weil der Song immer noch bombastisch funktioniert.

Und wie kam es zu "Asamoah"?

Ikke Hüftgold: Bei der Summerfield-Weihnachtsfeier (Summerfield Records ist die Produktionsfirma, Anm. d. Red.)haben wir dort nachts um zwei mit fünf, sechs Leuten gesessen. Dann kam das Gespräch, warum auch immer, irgendwie auf Gerald Asamoah. Er ist einfach ein geiler Typ und ein mega lustiger Vogel. Dann kam irgendwie die alte Melodie von "Mendocino" dazu – und schon war das Lied geboren. Die Melodie haben wir aber etwas abgewandelt, weil wir für das Original keine Freigabe aus den USA bekommen haben.

Und Gerald Asamoah war informiert über diesen Plan?

Ikke Hüftgold: Ich habe Kontakt zu Asa aufgenommen. Wir haben telefoniert, und er war mega lustig drauf. Er hat sich gefreut, weil er gesagt hat: ‚Das ist genau mein Humor.‘ Allerdings hat seine Freundin erst einmal nicht verstanden, warum in dem Song Brillen vorkommen. Dann hat Asa wohl zu seiner Freundin gesagt: ‚Schatzi, ich glaube, ich muss dir mal zeigen, wie es in der Schinkenstraße auf Mallorca aussieht. Da gibt es ganz viele Leute, die so aussehen wie ich. Und die verkaufen Sonnenbrillen.' Asa hat das Ding gefeiert, wir hatten somit offiziell die Freigabe. Es ist zwar Klamauk und Satire, aber so etwas kann ja auch falsch ausgelegt werden kann. Deswegen sind wir froh, dass Gerald da mitspielt.

Kommt der Song denn auch bei Nicht-Schalkern an?

Ikke Hüftgold: Der Song kommt bei Nicht-Fußballern genauso an wie bei Fußballern, weil wir keinen Verein besingen. Das haben wir ja weder bei Werner noch bei Modeste gemacht. Wir besingen eine Kult-Figur, einen Sympathieträger. Egal, ob ich es in München performe, im Osten oder in Hamburg: Modeste ist einfach ein geiler Fußballer. Dann kommt natürlich hinzu, dass die Melodie so stumpf und einfach ist. Viele wissen wahrscheinlich gar nicht, um wen es da geht. Ich singe halt über irgendeinen Modeste, und die Leute machen einfach mit. Und der Rest, der sich mit Fußball auskennt, sagt: 'Okay, der Modeste ist ein geiler Typ.' So ist auch erklärt, warum es mit Asamoah funktioniert. Er war ja auch Nationalspieler. Klar ist er Schalker, aber in Dortmund singen es die Leute auch. Bei "Dortmund Olé" werden wir es wahrscheinlich zweimal singen. Ich kann garantieren: Das Ding funktioniert bombe.

Unter einem Instagram-Video haben Sie Asamoah aufgefordert, dass er bei "Schalke Olé" mit auf der Bühne stehen soll, wenn Sie und Lorenz Büffel den Song spielen. Gab es schon eine Antwort?

Ikke Hüftgold: Auf Schalke ist der ganz klare Plan, dass Asa zusammen mit Lorenz Büffel und mir bei "Schalke Olé" am 12. Oktober auf der Bühne steht.

Müssen sich künftig weitere (Ex-)Fußballer in Acht vor Ikke Hüftgold nehmen?

Ikke Hüftgold: Es müssen sich alle Fußballer in Acht nehmen, die in irgendeiner Form polarisieren oder unfassbar viele Sympathien haben. Momentan habe ich den Gedanken, dass Claudio Pizarro eigentlich ein Lied verdient hätte. Der alte Mann und der Ball, das sind einfach Freunde für die Ewigkeit. Pizarro ist genau so ein Sympathieträger. Er schießt einfach in der 92. Minute noch einmal ein Traumtor – und das mit gefühlt 52 Jahren. Das ist einmalig. Er ist aktuell der eheste, der einen Song verdient hätte. Aber ich halte natürlich Augen und Ohren immer offen.

Quelle: wa.de

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