Jetzt sind es nur noch vier

DEL-Viertelfinale: Dramatik, Jubel, Tränen - und ein zerschossenes Ohr

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Die Eisbären Berlin jubeln über Tor in der Verlängerung und dem gleichzeitigen Einzug ins Halbfinale.

Berlin - Die Eishockeyfans kommen in den diesjährigen Playoffs der DEL voll auf ihre Kosten. Auch die entscheidenden siebten Viertelfinalspiele hatten es in sich.

Der "Super-Dienstag" in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) hat absolut gehalten, was sich die Fans von ihm versprochen hatten. Am Ende der spannendsten Viertelfinal-Runde der DEL-Geschichte mussten die beiden großen Titelaspiranten Adler Mannheim und Kölner Haie die Segel streichen, während die fast schon abgeschriebenen Eisbären Berlin ihre Wiederauferstehung perfekt machten.

Der DEL-Rekordmeister setzte sich im entscheidenden Duell in Mannheim mit 2:1 nach Verlängerung durch und fordert im Halbfinale ab Freitag (19.30 Uhr) Titelverteidiger EHC Red Bull München mit Ex-Trainer Don Jackson. Im zweiten Duell stehen sich die Nürnberg Ice Tigers und die Grizzlys Wolfsburg gegenüber, die ihr Halbfinalticket ebenfalls in Spiel sieben auf dramatische Weise lösten.

Nürnbergs Ehliz mit „offenem Ohr“

Wie hart die Playoffs in diesem Jahr sind, zeigt das Beispiel Yasin Ehliz. Der Nürnberger Angreifer bekam beim 5:3 zum entscheidenden vierten Sieg der Franken gegen die Augsburger Panther von Teamkollege Patrick Reimer den Puck mit voller Wucht an den Kopf geschossen. "Das Ohr war zweigeteilt", sagte Ehliz, nachdem die Wunde im Krankenhaus mit 20 Stichen genäht worden war. Zunächst habe er nochmal aufs Eis zurück gewollt, verriet Ehliz, "aber dann haben die Jungs geführt, und ich habe gesagt: Ich gehe duschen."

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Harte Jungs, packende Spiele - genau deswegen lieben die Eishockeyfans die Play-off-Zeit so sehr. Auch das Duell Berlin gegen Mannheim sei "Werbung fürs Eishockey" gewesen, meinte Eisbären-Trainer Uwe Krupp: "Jedes Spiel stand auf der Kippe, die Zuschauer sind auf ihre Kosten gekommen." Erstmals seit dem bislang letzten Titelgewinn 2013 stehen die Berliner wieder im DEL-Halbfinale - damit hatte nach der enttäuschenden Hauptrunde mit Platz acht kaum jemand gerechnet.

Eisbären Berlin mit Playoff-Mentalität

Doch seit dem Einstieg von NHL-Klub Los Angeles Kings Ende Februar läuft es beim DEL-Rekordchampion. Im Tor hält Petri Vehanen überragend, und auch die ligaweit gefürchtete Play-off-Mentalität ist zurück: Drei von vier Overtime-Spielen in den K.o-Duellen hat das Krupp-Team gewonnen.

Die Adler müssen dagegen den Titelkampf genau wie die Kölner Haie ab sofort vom Fernseher aus verfolgen. Köln schied trotz eines Rekordetats und der NHL-Power durch Starverteidiger Christian Ehrhoff gegen Wolfsburg aus, am Dienstag gab es ein enttäuschendes 0:1. Kapitän Moritz Müller verließ das Eis mit Tränen in den Augen.

Anthony Modeste sieht das Ausscheiden der Kölner Haie

Auf der Tribüne schaute Kölns Fußballstar Anthony Modeste zu, einen Torjäger wie ihn hätten auch die offensiv wieder mal harmlosen Haie gebrauchen können. Der aus Disziplinargründen suspendierte Nationalstürmer Patrick Hager durfte erneut nicht mithelfen, die Zeichen stehen auf Trennung. Trainer Corey Clouston muss nicht um seinen Job bangen, sein Vertrag wurde erst im Januar bis 2019 verlängert.

Vizemeister Wolfsburg sieht sich derweil unter den Top Vier als krasser Außenseiter. "Wir haben eine Zweiklassen-Gesellschaft in der Liga, da klafft eine enorme Lücke bei den Finanzen zu den Spitzenklubs", sagte Erfolgstrainer Pavel Gross. Wie Sie Wolfsburg und die restlichen Halbfinalisten live im TV sehen können, erfahren Sie übrigens hier

Wolfsburgs Halbfinalgegner Nürnberg setzt seine Hoffnungen auf DEL-Rekordtorjäger Reimer, der gegen Augsburg seinen 302. Treffer erzielte. Reimer traf aber nicht nur das Tor, sondern auch das Ohr von Teamkollege Ehliz.

SID

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