Trotz des kapitalen Fehlstarts

So viel Rückendeckung bekommt Domenico Tedesco beim FC Schalke 04

Domenico Tedesco FC Schalke 04
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"Ich habe die richtigen Antworten parat":  Schalkes Chefrainer Domenico Tedesco.

Im Heimspiel gegen Mainz 05 droht dem FC Schalke 04 ein unrühmlicher Rekord. Cheftrainer Domenico Tedesco gilt dennoch weiterhin als optimaler Krisenmanager.

Gelsenkirchen – Am Donnerstagabend saß Schalkes Sportvorstand Christian Heidel und mit seinem wichtigsten Angestellten Domenico Tedesco noch bei „einem Gläschen Wein“ zusammen, um die Stimmung ein wenig aufzuhellen. „Es war aber wirklich nur ein Glas“, wie Heidel versichert.

Schalkes 55-jähriger Sportvorstand erzählte dem 33-jährigen Cheftrainer dabei auch einiges aus seinem reichen Erfahrungsschatz, insbesondere was Niederlagenserien angeht. Vor zwei Jahren war der von Schalke frisch verpflichtete Heidel mit dem damaligen Coach Markus Weinzierl wie jetzt ebenfalls mit fünf Niederlagen in die Saison gestartet.

Und als Manager des FSV Mainz 05 musste Heidel gemeinsam mit dem damaligen Trainer Jürgen Klopp sogar eine Serie von sieben Pleiten hintereinander verdauen. „Deshalb kann ich das schon ein wenig einordnen, was hier gerade passiert“, sagt Heidel. Und mit all seiner Routine in dieser Beziehung sagt der 55-Jährige: „Wir werden aus dieser Situation herauskommen, davon bin ich felsenfest überzeugt.“

Sechs Niederlagen zum Start schaffte bislang nur Düsseldorf

Am Samstag droht den Schalkern im Heimspiel gegen den FSV Mainz 05 (15.30 Uhr/bei uns im Live-Ticker) nun sogar die Einstellung eines unrühmlichen Rekordes: Sechs Niederlagen zum Auftakt zu kassieren, hat in der 57-Jährigen Bundesliga-Geschichte bislang nur Fortuna Düsseldorf in der Saison 1991/92 geschafft.

Doch selbst wenn es dazu kommen sollte, dürfte der Arbeitsplatz von Tedesco weiterhin ein relativ sicherer sein. Bestrebungen, den in der Vorsaison so erfolgreichen Coach vor die Tür zu setzen, bestehen jedenfalls nicht. Tedesco genießt nicht nur in seiner direkten Arbeitsumgebung weiterhin den vollen Rückhalt, sondern auch im chronisch nervösen Umfeld des FC Schalke 04. In den vielen Gesprächen mit den Fans, die der 33-Jährige regelmäßig nach den Trainingseinheiten führt, bringe man ihm nach eigener Aussage sehr viel Unterstützung entgegen.

Zuspruch auch von Schalker Legenden

„In dieser Situation kann man nicht mehr Vertrauen haben“, sagt Tedesco mit aufrichtiger Dankbarkeit: „Ich habe unfassbar viel Nähe bekommen.“ Dazu gehöre auch der Zuspruch von Schalker Legenden wie Olaf Thon, Gerald Asamoah oder Mike Büskens. „Ich brenne nun darauf, das zurück zu zahlen. Es wird Zeit“, ergänzt der Deutsch-Italiener.

Dass die Saison recht qualvoll und von einer langatmigen Aufholjagd geprägt sein wird, ist den Verantwortlichen mittlerweile klar. „Es gibt keine einfachen Spiele mehr bis zur Winterpause“, sagt Heidel. Und die Chance, dass die Schalker danach immer noch der Musik hinterher laufen, steigt von Niederlage zu Niederlage. Tedesco redet mittlerweile nicht mehr nur von einem Bock, den es umzustoßen gelte. Sondern von einem „schweren Bock“.

Tedeso spricht mittlerweile vom "schweren Bock"

Was die Situation erschwere, ist laut Heidel der Umstand, dass keine offensichtlichen Missstände innerhalb der Schalker Profi-Abteilung vorlägen. Sämtliche Diagnose-Versuche liefen bislang ins Leere.

Die Mannschaft scheint von einer mysteriösen und hartnäckigen Schwächephase inklusive Glücklosigkeit befallen, die auch selbst ernannte Experten von außen bislang nicht schlüssig zu erklären vermochten. Das Team sei nach Aussage von Heidel weiter „ein verschworener Haufen“, am Binnenklima zur Vorsaison habe sich jedenfalls nicht viel verändert.

Die Loyalität zu Tedesco scheint auch bei den Profis weiterhin enorm groß, daran können auch kleinere Scharmützel wie das mit Franco Di Santo am vergangenen Wochenende nicht viel ändern.

Der junge Schalker Cheftrainer ist sich weiterhin sicher, „dass ich die richtigen Antworten parat habe. Ich fühle mich zumindest so“. Der krisengestählte Heidel findet es „bewundernswert, wie Domenico mit seinen jungen Jahren mit der Situation umgeht“.

All das sagt Heidel unter der Prämisse, „jetzt nichts schönreden zu wollen, wie es uns ja schon vorgeworfen wurde“. Aber: „Es bringt ja nichts, wenn wir den Kopf jetzt auf den Tisch knallen lassen und toter Mann spielen. Wir müssen ein gescheites Bild abgeben und dürfen nicht in Depressionen verfallen.“

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Quelle: wa.de

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