Viel Lob von Manager Heldt nach Schalke-Sieg über Hoffenheim

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Achtung, fliegender Holländer: Klaas-Jan Huntelaar hat derzeit etwas, was man einen Lauf nennt. Nach seinen beiden Toren gegen Hoffenheim hat er nun bereits schon zehn Liga-Treffer und insgesamt 25 Pflichtspieltore in dieser Saison auf dem Konto.

GELSENKIRCHEN ▪ Der Manager ließ sich nicht lange bitte, ganz im Gegenteil: Horst Heldt lief am Samstagnachmittag bereitwillig auf die Reporter in der Mixed Zone zu, wartete bis die Mikrofone ausgerichtet und die Stifte gezückt waren und sagte ungefragt: „‚Also, ich kann heute wirklich nichts Negatives sagen. Das war richtig, richtig gut.“

Von Jens Greinke

Der 41-jährige Schalker Manager war tief beeindruckt von der Leistung der Mannschaft, die 1899 Hoffenheim nur in der Anfangsphase leichtere Probleme gehabt hatte. Nach der 1:0-Führung von Raúl, der sich den Ball selbst vor den angelegten Arm geschossen hatte, von wo aus er ins Tor gesprungen war (28.), hatten die Gäste zwar noch einmal durch Vedad Ibisevic (63.) ausgleichen können. Doch der Tore-Großfabrikant Klaas-Jan Huntelaar hatte mit seinem beiden Treffern (73./Foulelfmeter und 76.) für den letztlich klaren Sieg der Schalker gesorgt. Es waren die Saisontore neun und zehn im elften Bundesliga-Spiel. „Das Team war taktisch hervorragend eingestellt, hat nach dem Gegentreffer kühlen Kopf bewahrt und einen Fußball gespielt, der Spaß macht“, sang Heldt eine weitere Strophe seines Lobliedes auf Team und Trainer.

Huub Stevens sah die ganze Angelegenheit derweil in seiner gewohnt rationalen Art und Weise. Von einer Verfolger-Rolle der Schalker, die nun mit vier Punkten Rückstand auf Bayern München auf Rang zwei stehen, wollte der knorrige Holländer nichts wissen: „Wir müssen realistisch bleiben. Bayern ist um Meilen weiter als Schalke“, sagte der 57-Jährige, der erst vor wenigen Wochen als Nachfolger von Ralf Rangnick angetreten war und dessen Einfluss langsam in der Spielweise des Teams deutlich wird. Die Schalker, die zwar offensiv bereits die gesamte Saison über überragend spielen, haben ihr Defensivverhalten deutlich verbessert. Stevens‘ Maßnahme, Kapitän Benedikt Höwedes aus der Innenverteidigung auf die vorher recht anfällige rechte Außenbahn zu schieben, zeigt deutlich Wirkung. Höwedes verrichtet dort seinen Aushilfsdienst gründlich und ohne Murren: „Mir ist das egal, wo ich spiele“, sagt er und ergänzt: „Es kommt mir sogar zugute, da ich im DFB-Team ebenfalls auf der rechten Abwehrseite spiele. So habe ich mehr Einsatzzeiten auf dieser Position.“

Gut einen Monat nach dem Burnout-Rücktritt von Ralf Rangnick scheint das Schalker Team den Schock verdaut zu haben und sich spielerisch und mental zu stabilisieren. „Es wäre sicher nicht korrekt, das Alte mit dem Neuen zu vergleichen, das gehört sich nicht“, sagt Heldt auf die Frage, welche Unterschiede derzeit am am auffälligsten seien. Doch zwischen den Zeilen kann man heraushören, dass Stevens sich bislang vor allem um den so genannten Mannschaftsgeist verdient gemacht hat. „Jeder Spieler hat das Gefühl, dass er wichtig ist. Jeder fightet für den anderen“, sagt Höwedes.

Quelle: wa.de

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