Starker Auftritt in der Königsklasse

Raul (links) übernahm mit seinem Tor zum 1:0 gegen Hapoel Tel Aviv die alleinige Führung in der „ewigen“ Torschützenliste der Europapokal-Wettbewerbe. Nach dem Wechsel ließ der Schalker dann noch einen weiteren Treffer folgen. Jefferson Farfan freut sich mit ihm.

GELSENKIRCHEN - Es hatte den ein oder anderen in der Schalker Mannschaft gegeben, dem die Champions League in dieser Woche überhaupt nicht ins Konzept gepasst hatte.

Christoph Metzelder etwa hatte angesichts der nationalen Krise des FC Schalke 04 geäußert, dass „so ein Festtag“ auf internationaler Ebene vielleicht die Sinne etwas trüben könnte im fußballerischen Alltag namens Bundesliga.

Die leidgeprüften Schalker Fans überkamen diese Zweifel gestern Abend nicht, sie sind dazu übergegangen, die Feste zu feiern wie sie fallen. Und so verließen sie nach dem 3:1 (1:0)-Erfolg ihrer Mannschaft über Hapoel Tel Aviv äußerst beschwingt die Schalker Arena. Und auch Trainer Felix Magath meinte: „Nach diesem Spiel werden wir sicherlich mit breiterer Brust in der Bundesliga auftreten.“

Durch diesen Sieg scheint den Schalkern zumindest schon einmal der dritte Platz in der Vorrunden-Gruppe B sicher, der zur Teilnahme an der Europa League berechtigt. Doch auch die Chancen auf einen Einzug ins Achtelfinale sind nun groß, was Felix Magath vor der Partie „ja auch finanziell für sehr erstrebenswert“ hielt. Hinter Olympique Lyon sprangen die Schalker auf den zweiten Tabellenplatz.

Der Schalker Trainer hatte die Mannschaft im Vergleich zum 2:2 gegen den VfB Stuttgart am vergangenen Samstag auf zwei Positionen geändert. Für Joel Matip auf der defensiven Mittelfeldposition rückte Jermaine Jones ins Team. Und auf der rechten Offensiv-Seite durfte Jefferson Farfan nach seiner Disko- und Casino-Affäre während seines Länderspiel-Einsatzes für Peru in Panama seinen angestammten Platz wieder einnehmen.

Die Schalker bestimmten gegen den aktuellen Dritten der israelischen Tabelle die Partie. Von fehlendem Selbstbewusstsein oder gar Selbstzweifeln war nicht viel zu sehen. Erst recht nicht, da bereits nach drei Minuten die Führung fiel. Einen feinen Pass von Jose Manuel Jurado ließ der erneut starke Klaas Jan Huntelaar passieren, Nutznießer war Raul. Die spanischen Stürmer-Legende ließ Tel Avivs Keeper Vincent Enyeama aus gut zehn Metern keine Chance. Es war der insgesamt 69. Treffer der spanischen Stürmer-Legende in europäischen Wettbewerben, womit er dieses Ranking nun allein anführt. Allein 67 Tore hat er in der Champions League erzielt, auch dies ein Rekordwert.

Wenn es in der ersten Hälfte etwas im Schalker Spiel zu bemängeln gab, dann war es die mangelnde Torausbeute. Huntelaar spielte zwar erneut herausragend, wusste gestern Abend aber nicht immer, wo das Tor steht. Der Holländer hatte die größten Chancen, bereits vor dem Halbzeitpfiff für die Vorentscheidung zu sorgen, doch scheiterte er zwei Mal (26./44.) an Keeper Vincent Enyeama.

Felix Magath reagierte im zweiten Durchgang recht früh und brachte in der 53. Minute Ivan Rakitic für Christoph Moritz, um das Schalker Offensivspiel zu forcieren. Eine Maßnahme, die sich schnell auszahlte. In der 58. Minute spielte Rakitic einen schönen Doppelpass mit Huntelaar, passte zu Raul, der seinen zweiten Treffer an diesem Abend erzielte und seine Rekordstatistik weiter ausbaute. Rakitic selbst wäre in der 62. Minute fast das 3:0 gelungen, doch lenkte Enyeama seinen Schlenzer mit Mühe und Not zur Ecke ab. Besser machte es Jurado in der 68. Minute: Sein Schlenzer schlug zum 3:0 im Torwinkel eine, ehe Shechter den Ehrentreffer zum 3:1-Endstand markierte (90.+3).

Quelle: wa.de

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