Schalke schlägt den FC Valencia mit 3:1

GELSENKIRCHEN ▪ Einer der größten Chaos-Tage in der jüngeren Vergangenheit des FC Schalke 04 hat zumindest sportlich ein gutes Ende genommen: Nachdem den gesamten Mittwoch über die offenbar bevorstehende Demission von Felix Magath als Trainer diskutiert worden war, gelang der Mannschaft im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League gegen den FC Valencia ein 3:1 (1:1)-Erfolg.

Von Jens Greinke

Damit gehören die Knappen zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte zu den acht besten Teams der europäischen Königsklasse. „Die Nebengeräusche dürfen uns nicht interessieren, die Wahrheit liegt auf dem Platz“, sagte Magath nach der Partie, gestand dabei aber ein, dass der Stressfaktor während des Spiels für ihn höher als gewohnt war.

Wie gespalten das Schalker Fanlager ist, zeigte sich bei der Verlesung der Mannschafts-Aufstellungen. Als das Konterfei von Magath auf dem Videowürfel eingeblendet wurde, wurde einerseits sein Name gerufen, andererseits schallten Pfiffe durch die Arena. Die Zukunft von Schalke-Keeper Manuel Neuer interessierte das Publikum jedenfalls mehr als der Verbleib des Trainers. Als die Mannschaften einliefen, hielten die Zuschauer Tausende Zettel mit der Aufschrift „Manu bleib“ in die Höhe, eine Anspielung auf die Anti-Neuer-Zettelaktion zuletzt beim Pokal-Halbfinale in München. Zudem präsentierten die Ultras in der Nordkurve ein großes Transparent mit der Aufschrift: „20 Jahre für Schalke am Ball – weiter so“. Der Nationalkeeper hatte erst vor wenigen Tagen seine 20-jährige Vereinsmitgliedschaft gefeiert. Der von Bayern München und anderen europäischen Spitzenklubs umworbene 24-Jährige dankte es den Fans mit einem nach oben gereckten Daumen. Magath hatte gestern erstmals alle drei Spanier in Diensten des FC Schalke 04 von Beginn an aufgeboten. War der Einsatz von Jose Manuel Jurado neben dem im Sturmzentrum unverzichtbaren Raul noch erwartet worden, so überraschte der Einsatz von Sergio Escudero auf der linken Außenverteidiger-Position schon ein wenig. Der junge Spanier machte seine Sache aber sehr gut, spielte in der Defensive solide und schaltete sich auch immer wieder in das Angriffsspiel ein.

Der FC Valencia, der bereits beim 1:1 im Hinspiel seine Gefährlichkeit gezeigt hatte, besaß die erste Chance (8.), als Jeremy Mathieu nach einem Eckball das Schalker Tor knapp verfehlte. Die Antwort der Gastgeber folgte wenig später (14.), als Mario Gavranovic, der den verletzten Klaas Jan Huntelaar vertrat, freistehend aus zehn Metern Valencias Keeper Vicente Guaita den Ball in die Arme köpfte. Drei Minuten später war es um die vermeintlich gute Ausgangsposition der Schalker in diesem Achtelfinale geschehen: Nachdem Joel Matip auf der linken Seite Mehmet Topal hatte ziehen lassen müssen, köpfte Ricardo Costa dessen Flanke unbedrängt ins Schalker Tor. Doch der gestern mal wieder stark aufspielende Jefferson Farfan brachte die Gastgeber in der 40. Minute mit einem direkt verwandelten Freistoß aus 20 Metern zurück ins Spiel.

Der Treffer von Mario Gavranovic in der 52. Minute bedeutete für die Schalker schließlich die Eintrittskarte für das Viertelfinale. Der FC Valencia warf danach alles nach vorn, hatte aber kein Glück mehr. Farfan gelang in der Nachspielzeit mit seinem zweiten Treffer das Tor zum 3:1-Endstand. Gavranovic hatte zuvor nur die Querlatte getroffen.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare