Schalker bewahren Ruhe vor Kellerduell mit Stuttgart

GELSENKIRCHEN ▪ Felix Magath kann sich derzeit nicht auf allzu viel verlassen. Dafür reicht ein Blick auf die Bundesliga-Tabelle, die den FC Schalke 04 als Vorletzten ausweist, sowie eine Analyse der bisherigen, extrem schwankenden Leistungen seiner Mannschaft. Von Jens Greinke

Eine für den Schalker Trainer lobenswerte Ausnahme bildet da ein 27-jähriger Holländer, der seine Arbeitsstelle als Stürmer vorbildlich ausfüllt. Klaas-Jan Huntelaar ist derzeit sowohl in Schalke als auch bei der niederländischen Nationalmannschaft in jeder Partie für Tore gut. Insgesamt 13 Treffer in den letzten elf Pflichtspielen für Schalke (7 Spiele/5 Tore) und dem Oranje-Team (4/8) sind ein Leistungsnachweis, der Maßstäbe setzt. Auch am Samstag, im Schalker Heimspiel gegen den VfB Stuttgart, wird allenthalben das mittlerweile obligatorische Tor des „Hunters“ erwartet. Und Magath sagt: „Er darf aber auch ruhig zwei Mal treffen. Sollte ihm das gelingen, könnte es zu einem Sieg für uns reichen.“

Magath ist sich allerdings darüber bewusst, dass ein Stürmer in Weltklasse-Form nicht vor Unbill schützt. Die Schalker bewahrte er jedenfalls nicht davor, seit Wochen im Tabellenkeller zu verharren. Das Duell mit dem Tabellenletzten Stuttgart ist nüchtern betrachtet Abstiegskampf pur, ein Kellerduell par excellence. Dass Magath dennoch scheinbar gelassen in diese Partie geht, entspringt seiner Auffassung, „dass beide Mannschaften stärker sind, als es der Tabellenplatz aussagt.“ Im Gegensatz zum Schalker Generaldirektor war die VfB-Vereinsführung in dieser Woche zu einer anderen Auffassung gelangt und hatte sich angesichts der bislang jämmerlichen Meisterschaftsbilanz dazu entschlossen, Trainer Christian Gross freizustellen und durch dessen Assistenten Jens Keller zu ersetzen. Von solch drastischen Schritten scheinen die Schalker weit entfernt, erst am Mittwoch hatte Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies dem Trainermanager Magath nochmals das volle Vertrauen ausgesprochen. Es gäbe keinen Grund, „an der Arbeit von Felix Magath zu zweifeln“, sagte der Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück.

Innerlich dürfte sich allerdings auch Magath dem Ernst der Lage bewusst sein, auch wenn er nach außen hin weiter eine bewunderungswürdige Ruhe ausstrahlt. „Weiter entfernte Ziele“, wie zum Beispiel die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb, interessieren ihn momentan zwar nicht, doch seine Überzeugung, eine auf diesem Niveau konkurrenzfähige Mannschaft zusammengestellt zu haben, hat er nicht verloren. Es dürfte viel vom Ausgang des morgigen Spiels abhängen, wie lange er dieses Selbstbewusstsein noch überzeugend nach außen transportieren kann.

Quelle: wa.de

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