Schalke zieht eine positive Zwischenbilanz

LISSABON ▪ Die verantwortliche Flugbegleiterin nahm gestern Mittag kein Blatt vor den Mund, als sie die prominenten Gäste an Bord begrüßte: Sie habe sich natürlich sehr über den 2:1-Erfolg der Schalker in der Champions League bei Benfica Lissabon gefreut. „Aber die letzten drei Minuten hätten nicht sein müssen“, befand die Chef-Stewardess in einem derart strengen Tonfall, der sogar Trainer Felix Magath Respekt eingeflößt haben dürfte. Aber: Wo die junge Dame Recht hatte, da hatte sie Recht.

Die Schlussphase im „Estadio da Luz“ war am Dienstagabend tatsächlich keine Meisterleistung der Schalker Mannschaft gewesen. Letztlich mit Glück hatte das Team seine Führung ins Ziel retten können. „Wir hatten das Spiel 80 Minuten im Griff“, hatte Manuel Neuer aus seinem Torraum beobachtet. Doch dann waren dem Schalker Keeper die portugiesischen Angreifer auf einmal unangenehm nahe gekommen. Auch Neuer war es zu verdanken, dass der 2:0-Vorsprung, den die Schalker durch Jose Jurado (19.) und Benedikt Höwedes (81.) herausgeschossen hatten, schließlich zum Sieg ausreichte. Nach dem Anschlusstreffer von Luisao (87.) trafen die Lissaboner in der Nachspielzeit lediglich noch die Latte nach einem Freistoß von David Luiz.

Trotz des späten Glücks war der Schalker Erfolg unter dem Strich hochverdient. Die Mannschaft von Felix Magath hatte effektiv, abgeklärt und über weite Phasen souverän gespielt. „Wir wollten die Partie kontrollieren, und das haben wir in der ersten Halbzeit auch geschafft“, lobte der Schalker Coach. „Jetzt können wir alle froh über den Verlauf der Vorrunde sein“, so der 57-Jährige, der „Zufriedenheit als bestimmendes Gefühl“ an diesem Abend angab.

Tatsächlich können die Königsblauen zumindest in der Champions League eine sehr positive Zwischenbilanz ziehen. Nur eine Niederlage und drei Gegentore in der Vorrunde bedeuteten den Sieg in der Gruppe B. So kann der klamme Klub in der Königsklasse mit Gesamteinnahmen in Höhe von etwa 30 Millionen Euro kalkulieren. Zudem erwartet die Schalker bei der Auslosung am Freitag der nächsten Woche (17. Dezember) mit etwas Glück ein vergleichsweise leichter Gegner wie zum Beispiel der FC Kopenhagen. Doch im Lostopf befinden sich auch schwere Brocken wie die beiden Mailänder Vereine. Den Vorteil, im Achtelfinale zunächst auswärts antreten zu müssen, kann den Schalkern allerdings niemand mehr nehmen.

Doch der Fokus ist bei Spielern und Trainerteam nun erst einmal auf die noch in diesem Jahr wartenden Aufgaben gerichtet. Am Sonntag müssen die Schalker beim FSV Mainz antreten. Und Magath hofft, „das unser Auswärtssieg in Lissabon uns hierfür die nötige Sicherheit geben wird“. Am 18. Dezember kommt dann zum Abschluss der Vorrunde der 1. FC Köln in die Schalker Arena, ehe die Knappen am 21. Dezember zum DFB-Pokal-Achtelfinale beim FC Augsburg antreten müssen. „Wir hatten – abgesehen von dem 0:5 in Kaiserslautern – in den zurückliegenden fünf Partien eine sehr gute Bilanz“, befand Mannschaftskapitän Neuer, der die noch wartenden Aufgaben optimistisch angeht. „Vor allem in der Liga müssen wir versuchen, in der Tabelle weiter nach oben zu kommen.“ Als Spitzenreiter einer Champions-League-Vorrunde fällt das den Schalkern vielleicht leichter.

JENS GREINKE

Quelle: wa.de

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