FC Schalke will Festtage gegen Manchester United fortsetzen

GELSENKIRCHEN ▪ Auch gegen Manchester United ist der FC Schalke in der Außenseiterrolle. Die Blau-Weißen sind mit dieser Rolle aber ganz zufrieden, betont Trainer Ralf Rangnick. Den großen Triumph halten die Schalker für nicht unrealistisch.

Von Patrick Droste

Nein. So weit wollte Ralf Rangnick nun doch nicht gehen. Auch wenn er weiß, wie wichtig die Partie ist. Für ihn persönlich. Und vor allem für den FC Schalke 04.

Ob das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League gegen Manchester United Dienstag Abend (20.45 Uhr/live bei Sat1 und Sky) „wie eine Mondlandung“ sei, wollte ein Journalist vom Trainer der Königsblauen wissen. „Dieser Vergleich ist mir noch nicht in den Sinn gekommen“, schmunzelte der Fußball-Lehrer, der aber dafür umso mehr hofft, dass er mit seinem Team – ähnlich wie im Viertelfinale gegen Inter Mailand – eine spektakuläre Punktlandung gelingt. „Wir sind natürlich wieder Außenseiter“, erklärte Rangnick. „Aber das waren wir gegen Inter auch schon. Wir fühlen uns also in dieser Rolle sehr wohl, wollen alles daran setzen, um am Ende im Finale zu stehen.“

Die Zahlen und Fakten allerdings sprechen nicht gerade für die Königsblauen, die Machtverhältnisse sind auf dem Weg zum Endspiel im Wembley-Stadion klar verteilt. Während ManU zum zwölften Mal im Halbfinale der Champions League steht, feiern die Schalker ihre Premiere. Und die Bilanz des Millionen-Ensembles aus Manchester in der Königsklasse ist beeindruckend, das Team von Trainer Alex Ferguson hat in dieser Spielzeit auf internationalem Parkett auswärts noch keinen Gegentreffer kassiert. Doch jetzt in Angst zu erstarren, das kommt den Schalkern, die immerhin alle fünf bisherigen Heimspiele gewonnen haben, nicht in den Sinn. „Dieser Unterschied macht den Vergleich ja so reizvoll“, betont Rangnick.

„Ich glaube, eine gewisse Nervösität gehört dazu, um hochkonzentriert zu sein“, erklärte Innenverteidiger Christoph Metzelder – und hofft, dass die europäischen Fußball-Festtage auf Schalke ihre Fortsetzung finden: „Für den Verein und die Mannschaft ist das ein ganz besonderer Tag, die ganze Welt schaut nach Gelsenkirchen. Das haben wir uns aber durch unsere Leistungen auch verdient. Jetzt gilt es, die Reise möglichst fortzuführen.“ Dass dies auch gegen gegen Wayne Rooney und Co. möglich ist, davon ist Jefferson Farfan überzeugt: „Wir sind unter den vier besten Teams. Warum sollen wir nicht Champions-League-Sieger werden?“ Und auch der spanische Superstar Raul hofft auf eine Sensation, um dann im Finale möglichst auf “sein“ Real Madrid zu treffen: „Die Logik sagt United, aber wir werden alles geben.“

Und daher gehen die Schaler, die weiter um den Einsatz von Abwehrspieler Benedikt Höwedes (Bauchmuskelzerrung) bangen, die Mammutaufgabe gegen den Giganten aus Manchester durchaus zuversichtlich und optimistisch an. „Natürlich wollen wir diese beiden Spiele auch genießen, aber auch seriös angehen. Es trifft eine junge und hoffentlich hungrigere Mannschaft auf einen sehr erfahrenen Gegner“, sagt Rangnick, für den das Aufeinandertreffen mit Englands Rekordmeister nach eigenen Angaben „aufgrund des Medieninteresses und der öffentlichen Aufmerksamkeit das größte Spiel ist, das ich als Trainer bislang erlebt habe. Daher wollen wir den Zuschauern und auch unserem Gegner zeigen, wie besonders wir diese Situation wertschätzen.“ Am liebsten würde er dies heute mit einem Ergebnis tun, dass seinem Team für das Rückspiel am 4. Mai in Old Trafford alle Chancen auf das Weiterkommen offen lässt.

Quelle: wa.de

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