Schalke will Farfan halten - Held setzt auf Planungssicherheit

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Jefferson Farfan

LEVERKUSEN - Die Statistiker wollten es ganz genau wissen. 77 Meter lang war der beinahe unendliche Sprint, den Jefferson Farfan hinter sich brachte, um den Siegtreffer des FC Schalke 04 gegen Bayer 04 Leverkusen zu erzielen. Es war ein spektakuläres Tor, das die Schalker auf den dritten Tabellenplatz der Bundesliga empor hievte.

Und dieses Erfolgserlebnis unterstrich noch einmal eindrücklich die Bedeutung, die Farfan in dieser Mannschaft einnimmt.

Steht er auf dem Platz, bekommt die Schalker Mannschaft einen deutlichen Qualitätsschub. „Ich wäre zu meiner aktiven Zeit wohl vor dem Tor zusammen gebrochen, wenn ich überhaupt dahin gekommen wäre“, sagte Horst Heldt nach der Partie. „Darum versuchen wir alles, Jefferson davon zu überzeugen, dass er bleibt.“ Schalkes Manager hatte dem Peruaner bereits zu Saisonbeginn ein Angebot zur Vertragsverlängerung vorgelegt und ihm deutlich verbesserte Bezüge angeboten. Der Verein hat sich finanziell gestreckt, um dem Offensivspieler, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, einen Verbleib schmackhaft zu machen. Da sich Farfan aber nicht spontan entscheiden wollte, hatte Heldt ihm ein Ultimatum gestellt, bis zu dessen Ende der Speiler eine Tendenz erkennen lassen sollte. Ende Oktober läuft dieser befristete Zeitraum aus.

Doch bisher gab es weder Reaktionen von Farfan selbst, noch von dessen Berater. „Es ist schwer, den Berater zu erreichen. Und Jefferson macht nichts ohne ihn“, sagte Heldt. „Aber noch bin ich nicht nervös, es gibt noch keinen Grund zur Hektik.“ Allerdings steckt Heldt in einem Zwiespalt. Zum einen benötigt er möglichst bald einen Hinweis von Seiten des Spielers, ob es mit Farfan auf Schalke weitergeht. Zum anderen kann er ihn aber auch nicht zu sehr unter Druck setzen, um ihm nicht zu verärgern. „Allerdings gibt es bei mir einen Punkt, an dem ich dann nicht mehr warten kann. Dann würde ich auch nicht mehr abwarten. Es geht um Planungssicherheit“, sagte Heldt. „Dieser Zeitpunkt ist aber noch nicht erreicht.“

Das Interesse an Farfan von Seiten verschiedener deutscher und europäischer Spitzenklubs dürfte nicht zuletzt nach dem jüngsten Treffer gegen die Werkself angewachsen sein. Sein Marktwert wird auf rund 18 Millionen Euro taxiert. Und es wird schwer sein, sollte sich Farfan zu einen Abschied entscheiden, einen adäquaten Ersatz zu finden. „Es gibt ja auch immer wieder Schnäppchen“, antwortete Heldt im Hinblick auf die angespannte Finanzlage des Klubs. Ob diese aber auch sofort in diesem Qualitätsbereich auszumachen sind, ist aber eher zweifelhaft.

Jefferson Farfan küsste jedenfalls nach seinen Treffer das Schalke-Symbol auf seinem Trikot. Ob das allerdings ein Nachweis einer nachhaltigen Liebe war, das kann wohl nur der Spieler selbst beantworten. Bisher schweigt Jefferson Farfan beharrlich.

Quelle: wa.de

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