Schalke und die Torhüter: "Wir haben die Seuche"

Matthias Schober im Spiel gegen Bilbao.

GELSENKIRCHEN - Für Schalke 04 ist der Traum vom Europapokalsieg wohl schon geplatzt. Unglaublich ist das Pech der Königsblauen mit ihren Torhütern: Auch Timo Hildebrand verletzte sich, schon die dritte Nummer eins in dieser Saison.

Von Thomas Lipinski und Jörg Mebus

Lars Unnerstall

Nach der Raul-Gala mit bitterbösem Ende begann bei Schalke 04 die Suche nach dem letzten Fünkchen Hoffnung - und nach einem Torhüter. "Wir müssen jetzt langsam mal schauen, wer im Verein noch Handschuhe hat", sagte Manager Horst Heldt nach dem 2:4 (1:1) im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League gegen Athletic Bilbao und klagte: "Der vierte Torwart der Saison - das ist schon nicht mehr lustig." Mittelfeldspieler Jermaine Jones brachte es auf den Punkt: "Wir haben die Seuche."

Ralf Fährmann

Nach Ralf Fährmann und Lars Unnerstall hatte sich auch Timo Hildebrand, die dritte Nummer eins in dieser Spielzeit, verletzt: Kapsel- und Sehnenverletzung am rechten Ellbogen lautete am Freitagmorgen die Diagnose, damit fällt der Ex-Nationaltorwart wohl länger aus. Der 35-jährige Mathias Schober, seit mehr als drei Jahren ohne Spielpraxis, musste zwischen die Pfosten.

Timo Hildebrand

Die Aussicht, mit dem letzten verbliebenen "Eurofighter" von 1997, in den meisten seiner 18 Profijahre der ewige Ersatzkeeper, in die entscheidenden Wochen zu gehen, ist wenig verlockend. Trainer Huub Stevens lud deshalb am Freitag zum Torwart-Casting: Unnerstall, der vor sechs Wochen eine Schultereckgelenksprengung erlitten hatte, stand erstmals wieder auf dem Trainingsplatz. Zudem spielten U23-Keeper Robin Himmelmann und U19-Schlussmann Lukas Raeder vor. "Dass Lars wieder da ist, ist erfreulich, aber auch nicht mehr", sagte Stevens, das Risiko, ihn schon am Sonntag (17.30 Uhr) bei 1899 Hoffenheim einzusetzen, dürfe man nicht eingehen. "Wir haben Schobi. Wer dazu kommt, müssen wir noch besprechen."

Auch wenn Schober, der zuletzt am 13. März 2009 beim 3:4 in Wolfsburg im Schalker Tor gestanden hatte, laut Heldt "an den Toren auch nicht so viel machen konnte" - Sicherheit gab der Zwangswechsel der jungen Abwehr nicht. "Drei Gegentore zu bekommen, ist ärgerlich", sagte der 35-Jährige und fügte trotzig an: "Jetzt müssen wir auf ein Wunder hoffen. Aber die gibt's ja immer wieder." - sid

Quelle: wa.de

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