Königsblauer Absturz

Schalke vor dem Derby: Viel Verzweiflung, wenig Hoffnung

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Bestürzt und fassungslos: Schalke liefert wenig Hoffnung auf Besserung.

Jahrhunderttrainer Huub Stevens droht immer mehr an dieser Schalker Mannschaft zu verzweifeln. Königsblau hat eigentlich nur noch eine Hoffnung.

Gelsenkirchen – Am Ende gab es für die meisten Beteiligten nur die Flucht in den Galgenhumor. Die Fans sangen zwischenzeitlich „Oh wie ist da schön“, und auch Huub Stevens reagierte mit einer gehörigen Portion Ironie. „Es ist so ein Glanz in meinem Gesicht, dass ich mich darauf freue“, sagte der Trainer des FC Schalke 04.

Es ist ebenso der Versuch, gute Miene zum bösen Spiel zu machen. Das 2:5-Debakel seiner Königsblauen gegen eine abgezockte TSG 1899 Hoffenheim verdeutlichte einmal mehr, wie dramatisch die Situation beim abgestürzten Vize-Meister ist. Weshalb – um zur sarkastischen Freude des 65-Jährigen zurückzukommen – die Zuversicht vor dem anstehenden, für das Umfeld so wichtige Revierderby am Samstag bei Borussia Dortmund nur in ganz überschaubarem Maße vorhanden ist. Wenn überhaupt.

„Das Programm sieht vor, dass das nächste Spiel in Dortmund ist“, meinte Stevens: „Wir müssen da hin, und wir müssen da spielen.“ Von wollen kann in der königsblauen Verfassung wohl keine Rede sein. „Jedes Spiel“, ergänzte Schalkes Jahrhunderttrainer, „ist für uns schwierig. Ob das Hoffenheim ist, Dortmund oder hinterher Augsburg. Ich habe nicht umsonst gesagt, dass das meine schwierigste Aufgabe ist.“

Sogar der Gegner wundert sich

Dass sie so schwierig, hätte wohl selbst Stevens nicht gedacht. Er hat eine Mannschaft vorgefunden, die eigentlich keine ist. Keine Strukturen – weder auf dem Platz noch daneben. Selbst Hoffenheims Nadiem Amiri wunderte sich: „Ich verstehe eigentlich nicht, warum man sich mit diesen Fans im Rücken nicht voll reinhängen kann.“

Die für 160 Millionen Euro von Ex-Manager Christian Heidel zusammengestellte Truppe ließ einmal mehr alles vermissen: Spielidee, mentale Stärke und auch Charakter. Da verzweifelt selbst Stevens – und zeigt, was er von dem Kader hält. Die Millionen-Einkäufe Yevhen Konoplyanka und Nabil Bentaleb gehörten gegen die Kraichgauer nicht einmal zum Aufgebot.

Schalke geht gegen 1899 Hoffenheim unter

Trotz aller Bekundungen und Durchhalte-Parolen machen die Schalker Auftritte derzeit wenig Hoffnung, dass die Knappen in den letzten vier Bundesliga-Spielen überhaupt noch Punkte holen. Die Einstellung wollte Stevens seiner Truppe nicht absprechen. Es sei viel mehr eine „Kopf-Sache“, wenn man gegen eine nicht sonderlich überzeugend auftretende TSG seine Chancen nicht nutzt, der Gegner das allerdings umso effizienter macht. „Wenn es zwischen den Ohren nicht sitzt, geht es auch in die Beine“, kommentierte Stevens.

Stevens mahnt erneut: "... ist hier nicht richtig"

Auch mit seiner Erfahrung scheint er die Blockaden – die sportliche wie die mentale – nicht lösen zu können. Schalkes eigene Hoffnung, den Sechs-Punkte-Vorsprung auf den Relegationsplatz nicht einzubüßen, ist die zum Teil noch schwächere Konkurrenz aus Hannover, Nürnberg und Stuttgart. Wobei der VfB nach dem Rauswurf von Markus Weinzierl noch auf den Effekt eines Trainer-Wechsels spekuliert.

Kommentar: Schalke liefert seinen Fans null Zuversicht für das Derby

Während die Schalker hoffen, dass die Spieler doch endlich mal begreifen, worum es eigentlich geht. „Wenn jemand die Situation unterschätzt, ist er hier nicht richtig“, sagte Stevens erneut.

Seine Spieler hingegen flüchteten sich mit Blick auf das Revierderby in Floskeln statt in Galgenhumor. „Das ist wie ein K.o.-Spiel, da kann alles passieren“, meinte Daniel Caligiuri, während Benjamin Stambouli versprach: „Das ist eine gute Chance für uns, unser richtiges Gesicht zu zeigen.“ Umso bedenklicher, dass die Mannschaft das vermeintlich vorhandene richtige Gesicht bislang kaum gezeigt hat.

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Quelle: wa.de

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