Drogba-Einsatz umstritten

Schalke legt Protest gegen Spielwertung in Istanbul ein

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Didier Drogba

[UPDATE 16.15 Uhr] ISTANBUL/GELSENKIRCHEN - Der FC Schalke 04 legt Einspruch ein gegen die Spielwertung des Champions-League-Spiels gegen Galatasary Istanbul am Mittwochabend (1:1). Das kündigten Manager Horst Heldt und Finanz-Vorstand Peter Peters an.

Von Jens Greinke

Kurz vor dem Abflug vom Atatürk-Flughafen versammelten die beiden Schalker Vorstände Heldt und Peters die mitgereisten Medienvertreter um sich und gaben mit ersten Mienen eine eventuell folgenschwere Entscheidung bekannt. „Wir haben Protest gegen die Spielwertung der gestrigen Partie eingelegt und die Uefa darum gebeten zu überprüfen, ob Didier Drogba spielberechtigt war“, sagte Peter Peters.

Somit könnte es nach dem Achtelfinal-Hinspiel für Galatasaray Istanbul noch ein unschönes Nachspiel geben. Drogba war innerhalb des Winter-Transferfensters der Uefa von Schanghai Shenhua an den Bosporus gewechselt – allerdings entgegen den Willen der Chinesen, die bislang keine Freigabe erteilt haben. In Schanghai ist man weiterhin der Ansicht, dass der Ivorer dort immer noch unter Vertrag steht. Weshalb auch eine Klage gegen Galatasaray bei der Fifa eingereicht wurde. Die Türken hingegen sind der Ansicht, dass der Transfer regulär über die Bühne gegangen ist. Weshalb sie Drogba bei der Uefa für die Champions League meldeten.

Bilder vom Spiel in Istanbul:

Champions League: Galatasary Istanbul - Schalke 1:1

Champions League: Galatasaray Istanbul - FC Schalke 1:1
Champions League: Galatasaray Istanbul - FC Schalke 1:1
Champions League: Galatasaray Istanbul - FC Schalke 1:1
Champions League: Galatasaray Istanbul - FC Schalke 1:1
Champions League: Galatasary Istanbul - Schalke 1:1

„Die Meldung ist allerdings nicht relevant. Ausschlaggebend ist, dass die Spielberechtigung vorliegt“, sagt Peter Peters: „Und in dieser Beziehung weist die Uefa immer wieder darauf hin, dass dafür allein die Vereine verantwortlich sind.“ Soll im konkreten Fall heißen: Gemeldet werden kann jeder Spieler, allerdings dürfen nur diejenigen eingesetzt werden, deren Vertragssituation zum Stichtag 1. Februar geklärt ist. Die Uefa selbst wird nicht aus eigenen Stücken tätig und überprüft sämtliche Meldungen der Klubs. Der Verband geht vielmehr davon aus, dass die Vereine auch nur spielberechtigte Spieler melden.

Der Verdacht der Schalker ist nicht unbegründet. Erst am 12. Februar vermeldeten die Nachrichtenagenturen, dass Drogba die Spielberechtigung sowohl für die nationale türkische Liga als auch für den Europapokal erteilt worden sei. Am Stichtag 1. Februar war um den Transfer des 34-jährigen Stars noch arg gerungen worden.

Sollte die Uefa bei der von den Schalkern angeregten Überprüfung feststellen, dass Drogba am Mittwoch nicht spielberechtigt war, drohen Galatasaray Konsequenzen. So könnte das Achtelfinal-Hinspiel am grünen Tisch mit 2:0 für Schalke gewertet werden. Oder der europäische Verband entscheidet auf ein Wiederholungsspiel, welches dann vermutlich auf neutralem Platz stattfinden würde.

Sollte Drogba hingegen spielberechtigt gewesen sein, dürften die Türken nicht unbedingt „amused“ auf den Protest der Schalker reagieren. Und mit einer gewissen Zusatzmotivation zum Rückspiel am 12. März nach Gelsenkirchen reisen.

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