Schalke nach der Bilbao-Pleite zwischen Verblüffung und Verwirrung

GELSENKIRCHEN - Die Fans von Athletic Bilbao standen noch kurz vor Mitternacht vor dem Parkplatztor, schwenkten ihre Fahnen und strahlten unter ihren Baskenmützen...

Von Jens Greinke

Während ganz Spanien an diesem Tage wie gelähmt unter dem Generalstreik gelitten hatte, warteten die Anhänger auf ihre Helden der Arbeit. Der 4:2 (1:1)-Erfolg von Athletic im Viertelfinal-Hinspiel der Europa League war mehr als nur ein großer Schritt ins Halbfinale.

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Dies sahen auch die geknickten Schalker so. Deren Zustand schwankte nach der höchsten Heimniederlage seit langem zwischen Verblüffung und Verwirrung. „Wir hatten sie eigentlich im Griff“, bemerkte beispielsweise Manager Horst Heldt, der zugab: „Hoffnung zu haben, ist jetzt noch schwer.“ Und der ansonsten textsichere Außenverteidiger Christian Fuchs sagte: „Es hat uns teilweise das Pech gefehlt.“

Tatsächlich hatten die Schalker die Chance verpasst, sich eine gute Ausgangslage für das Rückspiel in einer Woche (Donnerstag, 21.05 Uhr) zu verschaffen. Den überraschenden Rückstand durch Llorente (20.) hatte Raul postwendend ausgeglichen (22.). Danach dominierten die Schalker die Partie deutlich, verpassten es aber bis zur Pause, in Führung zu gehen. Dies gelang erst in der 59. Minute erneut durch einen traumhaften Volleyschuss von Raul.

Bilder der bitteren Europa-League-Pleite gegen Bilbao:

Schalker Europa-League-Pleite gegen Bilbao in Bildern

Doch selbst die Führung ließ keine Sicherheit ins Schalker Spiel kommen. Statt den Vorsprung auszubauen, kassierten sie bis zum Schlusspfiff noch drei Kontertore durch Llorente (73.), de Marcos (81.) und Muniain (90.+3). „Das haben sie eiskalt gemacht“, sagte Jermaine Jones mit einer gewissen Bewunderung in der Stimme. „Wir lassen den Kopf nicht hängen, wir können das Wunder noch schaffen“, versuchte sich Fuchs einzureden. Und der 35-jährige Torwart-Routinier Mathias Schober erinnerte an einen Schlager, der sechs Jahre vor seiner Geburt elf Wochen in den deutschen Single-Charts stand: „Wunder gibt es immer wieder“ von Katja Ebstein aus dem Jahre 1970.

Dass Schober nach der Partie überhaupt zu einem gefragten Mann wurde, lag an einer Szene aus der 20. Minute. Unmittelbar vor der Führung durch Bilbao hatte sich Schalke-Keeper Timo Hildebrand am Ellenbogen verletzt. Der ehemalige Nationalkeeper wurde in der Halbzeit gegen Schober ausgetauscht und ist in dieser Saison bereits der dritte Schalker Stamm-Torwart, der verletzt ausfällt. Bei einer nächtlichen Untersuchung im Krankenhaus wurde bei Hildebrand eine Kapsel- und Bänderverletzung festgestellt, der 32-Jährige fällt am Sonntag beim Auswärtsspiel bei 1899 Hoffenheim (17.30 Uhr) auf alle Fälle aus.

Da die vormaligen Stammkeeper Ralf Fährmann und Lars Unnerstall weiter verletzt fehlen, könnte Schober auch bei den Kraichgauern zum Einsatz kommen. Als Ersatzkeeper dürften in diesem Fall Robin Himmelmann aus der U 23 oder Christian Görres aus der U 19 in Frage kommen.

Quelle: wa.de

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