Schalke kämpft um sichere Champions League-Einnahmen

Bestreitet sein letztes Heimspiel für den FC Schalke: der Spanier Raul.

GELSENKIRCHEN - Angesichts der positiven sportlichen Entwicklung in der aktuellen Saison gerät beim FC Schalke 04 manchmal in Vergessenheit, dass die Schatten der Vergangenheit noch weit in die Zukunft reichen. Weshalb die Mitte März veröffentlichten Bilanz-Zahlen für das Geschäftsjahr 2011 vom Schalker Finanzvorstand Peter Peters auch eiligst relativiert wurden.

Von Jens Greinke

Zwar erzielte der Klub 2011 einen Rekordumsatz von 199,8 Millionen Euro bei einem Jahresüberschuss von 5,57 Millionen Euro, doch hob Peters kurz nach Bekanntgabe der Zahlen reflexartig den Zeigefinger: „Aufgrund der Vertragsgestaltung der vergangenen Jahre hinsichtlich Laufzeit und Gehalt ist die Konsolidierung ein Prozess, mit dem wir uns noch einige Zeit befassen müssen. Dies kann dazu führen, dass das wirtschaftliche Ergebnis im kommenden Jahr nicht so positiv ausfällt wie für das Geschäftsjahr 2011.“

Und die Schalker wissen, bei wem sie sich dafür zu großen Teilen zu bedanken haben, auch wenn sie es nicht aussprechen: bei Ex-Trainer-Manager Felix Magath, dessen inflationäres Personalwesen weiter nachwirkt. Horst Heldt hat weiterhin Schwierigkeiten, all die Spieler, die noch bei Schalke unter Vertrag stehen, ohne Akteneinsicht aus dem Kopf aufzuzählen. Zwar hat der 42-jährige Manager die Mannschaft schon sehr ausdünnen können. Doch durch Leihgeschäfte, wie zum Beispiel in den Fällen Ciprian Deac (Rapid Bukarest), Anthony Annan (Vitesse Arnheim) oder Edu Besiktas Istanbul), ist der Kader weiterhin recht aufgebläht.

Heldt ist deshalb zum Sparen verpflichtet, weshalb er bislang ein scheinbar unspektakuläres Transferverhalten an den Tag gelegt hat. „Angesichts der finanziellen Situation ist es aber klar, dass wir möglichst nach ablösefreien Spielern Ausschau halten“, sagt Heldt. Und weist darauf hin: „Vertragsverlängerungen wie mit Joel Matip, Julian Draxler oder Kyriagos Papadopoulos bedeuten Veränderungen im Etat.“ So erscheint es umso erstaunlicher, dass Schalkes Manager ganz offenbar auch Jefferson Farfan dazu bringen wird, seinen Vertrag zu verlängern.

Am Samstag (15.30 Uhr) im letzten Saison-Heimspiel gegen Hertha BSC geht es für Schalke vor allem darum, den dritten Rang zu verteidigen. Heldt sagt zwar, dass eine direkte Qualifikation für die Champions League keine Vorteile für seinen Planungen bietet: „Ich muss immer vom Worst Case ausgehen.“ Dennoch dürfte der Manager froh sein, wenn er die garantierten Millioneneinnahmen für die Teilnahme an der Königsklasse seinem Etat für die kommenden Saison hinzurechnen kann. Zumal die ein oder andere Ausgabe für Personalkosten noch dazu kommen dürfte: Die Gespräche über eine vorzeitige Vertragsverlängerung mit Torjäger Klaas-Jan Huntelaar laufen, zudem gelte es laut Heldt, „noch die Torwartfrage zu klären“. Während Borussia Dortmund (Marco Reus) und Bayern München (Dante) bereits hochpreisige Spieler engagiert haben, blieben die Schalker zurückhaltend. Darüber, dass sich die Konkurrenz einen qualitativen Abstand erarbeitet, macht sich Heldt keine Gedanken: „Ich glaube nicht, dass der Abstand größer werden wird.“

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare