Schalke erkämpft sich gute Ausgangsposition

Burak Yilmaz erzielt den Führungstreffer zum 1:0 für Galatasaray. Joel Matip (links) und Timo Hildebrand kommen zu spät.
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Burak Yilmaz erzielt den Führungstreffer zum 1:0 für Galatasaray. Joel Matip (links) und Timo Hildebrand kommen zu spät.

ISTANBUL - Die Fans des FC Schalke 04 hatten sich in den vergangenen Wochen immer wieder ein deutliches Lebenszeichen von ihrer Mannschaft erhofft, doch diese hatte phasenweise einen scheintoten Eindruck hinterlassen. Bei Galatasaray Istanbul erkämpfte sich die Mannschaft von Trainer Jens Keller am Mittwochabend mit dem 1:1 (1:1) eine hoffnungsvolle Ausgangsposition für den Einzug ins Viertelfinale der Champions League.

Von Jens Greinke

Im Achtelfinal-Rückspiel am 12. März in Gelsenkirchen dürften die Blauweißen nach der Leistung am Bosporus als Favorit gelten. Und auch für die Bundesliga dürfte die Partie in der Türkei positive Auswirkungen haben. „Ich glaube, Schalke ist eine Wettbewerbsmannschaft“, sagte Schlussmann Timo Hildebrand nach dem Abpfiff. „Wenn es um die Wurst geht, dann sind wir da. Aber es war nur ein kleiner Schritt. Der nächste muss jetzt folgen.“ Jens Keller hatte auf die jüngsten Unzulänglichkeiten in der Defensive reagiert und Linksverteidiger Christian Fuchs auf die Reservebank beordert. Für den formschwachen Österreicher rückte Sead Kolasinac ins Team – der zweite Champions-League-Einsatz für den 19-jährigen Youngster, der bereits in der Vorrunde gegen Montpellier eine Chance erhalten hatte.

Schon beim Aufwärmen bekamen die Schalker Spieler in der Turk Telekom Arena eine erste Impression von dem, was sie im Spiel erwarten sollte: Die Galatasaray-Spieler wurden bereits beim Schusstraining lauter bejubelt als so manche Chance in einem deutschen Zweitliga-Spiel. „Wir waren darauf vorbereitet“, sagte Julian Draxler. „Nach schwierigen Wochen haben wir einen Aufwärtstrend gezeigt und etwas Positives mitgenommen.“

Bilder vom Spiel:

Champions League: Galatasary Istanbul - Schalke 1:1

Champions League: Galatasaray Istanbul - FC Schalke 1:1
Champions League: Galatasaray Istanbul - FC Schalke 1:1
Champions League: Galatasaray Istanbul - FC Schalke 1:1
Champions League: Galatasaray Istanbul - FC Schalke 1:1
Champions League: Galatasary Istanbul - Schalke 1:1

Es war die erwartet intensive und beizeiten wilde Partie. Jedes Mal, wenn die Schalker in Ballbesitz waren, ertönte ein kolossales Pfeifkonzert – wie ein gewaltiger Tinnitus, der die Ohren klingeln ließ. Doch trotz all der Emotionen auf den Rängen versuchten die Schalker so cool wie möglich zu bleiben. Jermaine Jones erwies sich schon nach rund 40 Sekunden als Stimmungstöter, als er über die linke Seite auf einmal vor dem Istanbuler Tor auftauchte und es mit einem Schlenzer versuchte. Auch der befürchteten Sturmlauf Galatasarays in der Anfangs-Viertelstunde blieb weitgehend aus. Die Stimmung auf den Rängen korrelierte keineswegs mit den Darbietungen Galatasarays auf dem Rasen.

Dass die Gastgeber dennoch in Führung gingen, lag mal wieder an individuellen Fehlern der Schalker. Roman Neustädter leistete sich in der 12. Minute einen folgenschweren Fehlpass. Über die Superstars Wesley Sneijder und Didier Drogba gelangte der Ball zum heimlichen Star Galatasarays: Burak Yilmaz ließ aus elf Metern Timo Hildebrand keine Chance.

Ein unnötiges Tor. Zumal die Schalker selbst beste Gelegenheiten hatten. Jefferson Farfan (15./26.) und Klaas-Jan Huntelaar (16.) hatten ebenso viel Pech wie Istanbuls Semih Kaya Glück, als ihm fast ein Eigentor unterlief (20.). Auf der Gegenseite war es Yilmaz, der entweder an Hildebrand (39.) oder an der Latte scheiterte (18.). Kurz vor dem Pausenpfiff schlugen die Blauweißen dann doch noch zu: Ein schulbuchmäßiger Konter über Huntelaar und Farfan schloss Jones eiskalt zum Ausgleich ab (45.). Eine kalte Dusche für die türkischen Fans – so kalt wie derzeit das Wasser im Marmara-Meer. „Das war ein wichtiges Tor“, freute sich Jones. „Wir haben gut gespielt und sind dafür auch belohnt worden.“

Der Schock des Gegentreffers wirkte bei Galatasaray bis in den zweiten Durchgang nach. Den Gastgeber fehlten vorne die Ideen, zudem offenbarten sie im Defensivbereich weiterhin erstaunliche Schwächen. In der 55. Minute hatte Farfan nach einem rasanten Schalker Konter die Riesenchance zur Führung, doch warf sich der eingewechselte Sabir Sanoglu in den Ball. Und Huntelaar verzog in der 75. Minute aus guter Position, ebenso wie auf der Gegenseite Bural Yilmaz (77.). Am Ende blieb es beim Remis.

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