Nur Nübel in Normal-Form

"Nicht gezeigt, was in der Mannschaft steckt": Nübel bewahrt Schalke vor Blamage in Nürnberg

+
In einem zähen Duell trennten sich der 1. FC Nürnberg und Schalke 04 mit 1:1.

Schalke tritt im Abstiegskampf weiter auf der Stelle. In Nürnberg reicht es nur zu einem Remis – womit Königsblau sogar noch sehr gut bedient ist.

Nürnberg – Die gute Nachricht vorweg. Die Situation bei Schalke 04 hat sich nicht sonderlich verschlechtert. Die weniger gute: Sie hat sich auch nicht verbessert. Statt sich im wichtigen Kellerduell mit dem 1. FC Nürnberg Luft zu verschaffen, können sich die Königsblauen bei Schlussmann Alexander Nübel sowie dem Schiedsrichter-Team noch bedanken, dass sie mit dem 1:1 (0:0) beim Club überhaupt noch punkteten. Kein Wunder, dass die mitgereisten Fans anschließend "Außer Nübel könnt ihr alle gehen" skandierten.

"Nach der Leistung haben wir uns das eventuell verdient. Wir sollten nicht darüber reden, sondern über unsere Leistung - und die war zu wenig", sagte S04-Stürmer Guido Burgstaller nach Abpfiff. Verständnis hatte auch Daniel Caligiuri für die Anhänger. "Die Fans wollten in Nürnberg gewinnen und wir auch. Da kann man den Ärger verstehen", sagte er.

Trainer Huub Stevens meinte: "Ich bin mit beiden Halbzeiten nicht zufrieden. Wir haben zu wenig Fußball gezeigt. Wir haben nicht gezeigt, was in der Mannschaft steckt. Das ist Abstiegskampf. Da kann man zufrieden sein, dass man nach 0:1 zurückkommt auf 1:1. Aber das ist zu wenig. Wir müssen das Vertrauen bekommen. Das bekommt man mit so einem Spiel nicht."

"Nur noch Endspiele"

Die Knappen um Chefcoach Stevens Stevens versuchten, diesem wichtigen Kellerduell keine übergroße Bedeutung einzuräumen. Sein Klub habe nun nur noch Endspiele, sagte der Niederländer, der seine Startelf auf drei Positionen veränderte. Er setzte im Sturm neben Guido Burgstaller auf Steven Skrzybski und damit auf Zweitliga-Erfahrung. Er ersetzte Breel Embolo. Dazu rückten Salif Sané und Amine Harit für Jeffrey Bruma und den gesperrten Suat Serdar herein. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Es war das erwartet zähe Duell. Viel Kampf, noch mehr Krampf, kaum Spielfluss. Es war harte Kost in der Nürnberger Arena. Ein Klassenunterschied, wie er normalerweise beim Duell zwischen dem amtierenden Vize-Meister und einen Aufsteiger erwartet wird, war nicht zu erkennen.

Zähe Kost im Keller-Duell

Die ersten Ansätze von Offensivaktionen hatte der bissigere und präsentere Club, der die Schalker Abwehr hier und da leicht ins Wanken brachte, wenn auch ohne Erfolg. Brenzlig wurde es nach elf Minuten, als Nübel den Ball nach einer Nürnberger Ecke von der Linie kratzte – weil Benjamin Stambouli ungewollt aufs eigene Tor geköpft hatte.

Ansonsten: Viel Gehacke, viel Stückwerk. Erschreckend bei Schalke waren einmal mehr die schon beängstigende Harm- und Ideenlosigkeit, dazu die miserabel ausgeführten Standards, bei denen keiner nicht einmal annähernd für Gefahr sorgte. Hätten die Nürnberger mehr Qualität in ihren Reihen, hätten sie durchaus öfter gefährlich vor dem königsblauen Gehäuse auftreten können. Sie hatten aber auch so die besseren Möglichkeiten. Wie durch Eduard Löwen, der einen von Stambouli verursachten Freistoß aus 17 Metern nur knapp über das Tor schlenzte (35.).

Fehlentscheidung verhindert Schalker Rückstand

Kurz vor der Pause jubelte der FCN dann tatsächlich, wenn auch nur kurz. Nach einem kapitalen Stockfehler von Daniel Caligiuri setzte Hanno Behrens mit ausgestrecktem Bein nach, war vor Nübel am Ball und netzte ein (43.). Doch Kampka entschied auf Foul des Nürnbergers – eine klare Fehlentscheidung. Unverständlich, warum die Video-Assistenten keinen Hinweis gaben.

Doch dem Club bot sich wenig später die nächste Gelegenheit zur Führung – per Elfmeter, weil Nübel zu spät gegen Matheus Pereira gekommen war. Klare Sache, doch Schalkes formstarker Keeper hält gegen Behrens, der sich für das linke Eck entschieden hatte (45.+1).

Nastasic egalisiert Kubo-Treffer

Für den zweiten Abschnitt hatten sich die Königsblauen vorgenommen, die Taktzahl zu erhöhen – was keine allzu große Kunst war. Doch statt den Club unter Druck zu setzen, hätte wieder der Liga-17. in Führung gehen müssen. Dank Nübel hielt Schalke die Null: Der bärenstarke U21-Nationaltorwart, mit deutlichem Abstand bester Schalker auf dem Rasen. Er wehrte er den Versuch von Mikael Ishak ab, ehe er auch den Nachschuss von Sebastian Kerk (64.) sowie später einen Weitschuss von Pereira vereitelte (76.).

Für zwei Minuten drohte Königsblau nach dem 0:1 durch Yuya Kubo (82.) – Stambouli und Daniel Caligiuri hatten den Japaner aus den Augen verloren – der Totalausfall, ehe Matija Nastasic nach einer schlecht verteidigten Ecke immerhin für etwas Schalker Schadensbegrenzung sorgte.

Verpassen sie keine Nachricht zum FC Schalke 04 und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare