Schalke hofft nach dem 2:4 gegen Bilbao auf ein "Wunder"

GELSENKIRCHEN ▪ Horst Heldt hatte bereits vor dem Anpfiff ein „gewisses Kribbeln“ ausgemacht. „So langsam wird der Wettbewerb spannend“, hatte Schalkes Manager vor dem Viertelfinal-Hinspiel in der Europa League gegen Athletic Bilbao gesagt...

Von Jens Greinke

Und spannend wird es in der Tat, allerdings anders als von Heldt gedacht: Der FC Schalke 04 steht nach dem 2:4 (1:1) zum einen vor dem Aus im internationalen Wettbewerb. Zudem hat die Mannschaft von Trainer Huub Stevens nach der Verletzung von Timo Hildebrand ein akutes Torwart-Problem.

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Hildebrand hatte sich beim 0:1-Gegentreffer in der ersten Halbzeit eine Verletzung am rechten Ellenbogen zugezogen und wurde noch während der Partie zur Untersuchung ins Krankenhaus gefahren. Eine Diagnose lag bis zum späten Abend nicht vor. Zur Pause kam für ihn der mittlerweile 35-jährigen Mathias Schober. Ein Torwart, der schon 1997 beim Uefa-Cup-Sieg der Schalker im Kader gestanden hatte. Somit wird die Verletzungsmisere auf dieser Position langsam dramatisch: Hildebrand ist nach Ralf Fährmann und Lars Unnerstall die dritte Nummer eins, die den Königsblauen in dieser Saison wegbricht.

Die Schalker waren recht verhalten in die Partie gegen die Basken gestartet, die im Achtelfinale immerhin Manchester United aus dem Rennen geworfen hatten. Ersz nach einem Schuss vom wuchtigen Torjäger Fernando Llorente (12.), der über das Tor von Hildebrand strich, erhöhten sie den Druck.

So ziemlich aus dem Nichts fiel nach 20 Minuten die überraschende Führung für Athletic Bilbao. Nachdem Hildebrand einen Schuss nicht festhielt, staubte Llorente in Torjäger-Manier zum 1:0 ab.

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Die Gastgeber gaben nach dem Rückstand die einzig richtige Antwort: Nur wenige Sekunden nach Wiederanpfiff stand es 1:1. Nach einer Flanke von Atsuto Uchida war es ausgerechnet Raúl, der gegen seine Landsleute traf (22.). Der spanische Superstar war gestern Abend auch abseits des Platzes ein großes Thema: Sein Berater Gines Carvajal war nach Gelsenkirchen gekommen, um mit Horst Heldt ein zweites Gespräch über eine mögliche Vertragsverlängerung zu führen.

Die Schalker verpassten es nach dem Ausgleich allerdings, trotz guter Chancen einen Treffer vor der Pause nachzulegen. Jefferson Farfan (24.) und Huntelaar (36.) scheiterten mit ihren Schüssen ebenso wie Kyriagos Papadopoulos, der einen Kopfball aus guter Position nicht im gegnerischen Netz unterbrachte (42.).

Stevens setzte nach dem Wechsel auf Kreativität und brachte Lewis Holtby und Jose Manuel Jurado für die blassen Draxler und Marco Höger. Für den spielerischen Höhepunkt sorgte in der 59. Minute allerdings Raúl: Sein Volleyschuss aus 18 Meter zum 2:1 war hohe Fußballkunst. Doch anstatt den Schwung aus dieser Führung zu weiteren Treffern zu nutzen, kassierten die Schalker in der 73. Minute nach einem Eckball den 2:2-Ausgleich durch einen Kopfball von Llorente. „Davon haben wir uns nicht richtig erholt. Wir haben die Ordnung, die Nerven verloren. Wir sind klassisch ausgekontert worden“, meinte Heldt. Oscar de Marcos (81.) und Iker Muniain (90.+3) erhöhten sogar noch auf 4:2 für Bilbao. „Es ist bitter wenn man so verliert zu Hause“, sagte Schober, der bei allen Gegentoren machtlos war.

„Wir haben heute nicht das abgerufen, was wir können. Jetzt brauchen wir ein Wunder, aber auch das ist möglich“, sagte ein frustrierter Jermaine Jones mit Blick auf das Rückspiel am kommenden Donnerstag (21.05 Uhr).

Quelle: wa.de

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