Verfahren eingestellt

DFB spricht Wagner nach Rot frei - Schalkes Trainer spricht über Osmers und Video-Schiedsrichter

Das DFB-Sportgericht hat David Wagner nach der Roten Karte im Pokal freigesprochen. Schalkes Trainer sprach daraufhin über Schiedsrichter Harm Osmers - und hielt ein Plädoyer.

  • Schalkes Trainer David Wagner sah im Pokal-Spiel gegen Hertha BSC die Rote Karte.
  • Schiedsrichter Harm Osmers verwies den Coach erst nach dem Video-Beweis des Platzes.
  • Seine Begründung sogt nur erneutes Stirnrunzeln.

Update vom 7. Februar, 13.11 Uhr: Nachdem das Sportgericht des DFB das Verfahren gegen Schalkes Trainer David Wagner nach seiner Roten Karte im Pokal gegen Hertha eingestellt hat, reagierte dieser "erleichtert, dass alle gesehen haben, was meine Absicht war und dass die vermeintliche Sperre zurückgenommen wurde", sagte er.

Dabei gab Wagner allerdings auch zu, verärgert darüber gewesen zu sein, "wie so etwas passieren konnte. Nichtsdestotrotz gibt es von meiner Seite keinerlei Vorwürfe an Schiedsrichter Harm Osmers: Das war ein Irrtum, wie es kommuniziert wurde. Fehler passieren und alle. Fehler begangen, Fehler erkannt und Fehler korrigiert - und weiter geht es."

Viel mehr plädierte Schalkes Coach für eine Diskussion, "wie wir mit diesem Video-Schiedsrichter umgehen. Wir müssen da hin kommen, dass der Schiedsrichter auf dem Platz die Hoheit behält und der Video-Schiedsrichter nur bei krassen Fehlentscheidungen eingreift. Da wird in meinen Augen viel zu häufig eingegriffen. Dem Schiedsrichter wird dadurch die Hoheit genommen."

Update vom 7. Februar, 12.43 Uhr: Das Sportgericht des DFB hat das Verfahren gegen Schalkes Trainer David Wagner nach seiner Roten Karte im Pokal-Achtelfinale gegen Hertha BSC eingestellt. Das bedeutet, dass Wagner die Schalker im Viertelfinale, das am Sonntag ausgelost wird, wie gewohnt an der Seitenlinie betreuen darf.

"David Wagner ist kein unsportliches Verhalten vorzuwerfen. Sein Verhalten gegenüber dem unmittelbar zuvor gefoulten und erregten Spieler Jordan Torunarigha war vielmehr von Hilfestellung und beruhigender Fürsorge geprägt", sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts: "Das hat der Hertha-Spieler in seiner Stellungnahme auch bestätigt."

Weiter erklärte Lorenz: "Schalkes Trainer hat weder eine Tätlichkeit begangen, noch das ohnehin unterbrochene Spiel schuldhaft verzögert. Die Rote Karte beruht auf einem offensichtlichen Interpretationsirrtum des Schiedsrichters. Daher wird das Verfahren gemäß Paragraph 13 Nummer 2 der Rechts- und Verfahrensordnung des DFB eingestellt."

Wagner sieht Rote Karte: Schiedsrichter Osmers begründet Entscheidung

Update vom 6. Februar: 9 Uhr: Es war eine Situation, die am Dienstagabend im DFB-Pokal zwischen Schalke 04 und Hertha BSC bei vielen für Stirnrunzeln gesorgt hatte. Herthas Jordan Torunarigha hatte in der 100. Minute die Gelb-Rote Karte gesehen, nachdem er wutentbrannt eine Wasserkiste umgeworfen hatte. Schalkes Coach David Wagner stand unmittelbar daneben - und wurde ebenfalls von Schiedsrichter Harm Osmers des Innenraums der Schalter Veltins Arena verwiesen. Der Unparteiische hat nun im Kicker seine Entscheidung erklärt.

"Für mich war bei der Roten Karte für David Wagner maßgeblich, dass er durch sein Verhalten die Spielfortsetzung verzögert hat. Rot wegen einer Tätlichkeit kam nicht in Betracht", erklärte Schiedsrichter Osmers. Zwar hatte Knappen-Coach Wagner den am Boden liegenden Torunarigha berührt, dennoch sah dies nach Hilfeleistung aus, weshalb der Unparteiische durchaus Verständnis zeigte für die öffentliche Empörung über seine Entscheidungsfindung.

"Ich kann verstehen, dass diese Rote Karte in der Öffentlichkeit diskutiert wird. Der Vorgang ist für einen Außenstehenden schwierig nachzuvollziehen, weil dieser Passus in der Regel noch relativ neu ist und es erst wenige Referenzfälle gibt", sagte Osmers. Viele Fragezeichen, die wohl zunächst einmal unbeantwortet bleiben. Zumal die Hertha in dieser Situation offensichtlich nicht geplant hatte, den Freistoß schnell auszuführen.

Update vom 5. Februar, 16.08 Uhr: Wie geht es nach der Roten Karte gegen Schalkes Trainer David Wagner weiter? Der 48-Jährie wird nun vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes zu einer schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. Wagner kann dabei auf einen Freispruch hoffen - ohnehin würde eine mögliche Sperre nur für den DFB-Pokal gelten.

Allerdings ist es recht unwahrscheinlich, dass es überhaupt dazu kommt. Sowohl der als Kontrollausschussvorsitzender in der Funktion eines Fußball-Staatsanwalts befindliche Anton Nachreiner als auch der Vorsitzende Richter des DFB-Sportgerichts, Hans E. Lorenz, beurteilen die Szene ähnlich wie Schalkes Trainer Wagner selbst.

"Nach Ansicht der Fernsehbilder hatte man den Eindruck, dass Wagner dem Spieler eher aufhelfen und nicht, dass er ihn in die Mangel nehmen wollte", erläuterte Nachreiner bei Sport1.

Lorenz bestätigte diese Sicht der Dinge auf Anfrage der Frankfurter Rundschau: "So ähnlich sehe ich das auch." Es deutet also vieles darauf hin, dass das Verfahren gegen Schalkes Coach wegen einer "offensichtlichen Fehlentscheidung des Schiedsrichters" eingestellt würde.

Rote Karte für Schalkes Trainer Wagner - erste Reaktion des DFB

Update vom 5. Februar, 14.54 Uhr: Der DFB hat angekündigt, sich mit der Roten Karte gegen Schalkes Trainer David Wagner im Pokal-Achtelfinale gegen Hertha BSC zu beschäftigen. "Wir werden die Verhängung der Roten Karte überprüfen und vor allem danach überprüfen, ob es sich um eine offensichtliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters handelt", sagte Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, bei Sport1. Platzverweise werden nachträglich allerdings nur bei einem ganz offensichtlichen Irrtum des Referees zurückgenommen.

Update vom 5. Februar, 0.05 Uhr: Schalkes Trainer David Wagner hat mit Verwunderung auf seine Rote Karte im Pokal-Achtelfinale gegen Hertha BSC reagiert. "Dafür habe ich keinerlei Erklärtung", sagte er.

Der 48-Jähirge habe einfach darauf achten wollen, dass der leicht aufgebrachte Jordan Torunarigha nicht umfalle. "Um ehrlich zu sein, sieht es in der Zeitlupe dämlich aus. Aber das war weniger als nichts. Meine Hand war auf seinem Hals, ja. Ich versuche aber mehr, dass alle die Balance halten. Der Spieler wirft dann die Wasserkiste hin."

Erstmeldung: Umstrittene Szene! Rot für Schalkes Trainer David Wagner nach Video-Beweis

Gelsenkirchen - Da staunte David Wagner nicht schlecht. Schalkes Trainer sah im Pokal-Achtelfinale der Königsblauen gegen Hertha BSC in der 102. Minute von Schiedsrichter Harm Osmers die Rote Karte - zur Verwunderung aller. Denn es war eine höchst umstrittene Entscheidung.

Schalke dreht Spiel und ringt Klinsmanns Hertha im Pokal nieder

Die Szene sah dabei im ersten Moment richtig bewertet aus. Schiedsrichter Osmers zeigte Berlins Jordan Torunarigha die Gelb-Rote Karte, nachdem er seine Emotionen nach einem Grätsche von Schalkes Kapitän Omar Mascarell nicht im Griff gehabt hatte und es zu einer kleinen Rudelbildung gekommen war. Torunarigha hatte vor der Bank der Königsblauen eine Getränkekiste umgeworfen. - offenbar auch aus Frust darauf, von Schalker Fans rassistisch beleidigt worden zu sein.

Rangelei im Schalker Strafraum mit den Beteiligten David Wagner (links) und Herthas Schalkes Trainer David Wagner und Jordan Torunarigha.

Schalkes Trainer David Wagner sieht gegen Hertha Rot nach Video-Beweis

Osmers schaute sich die Szene noch einmal an - und verwies anschließend auch Schalkes Coach des Feldes, der den 3:2-Sieg nach Verlängerung somit von der Tribüne aus verfolgen musste. Dabei hatte der 28 Jahre alte Wagner den Berliner nur beruhigen und sich in gewisser Weise vor ihm schützen wollen und hatte ihn in dieser Szene daher kurz und minimal umklammert.

Eine Entscheidung, die wohl nur für die wenigsten nachvollziehbar war.

Was aus Schalker Sicht jedoch noch schmerzlicher war: Daniel Caligiuri hatte sich zuvor am Knie verletzt.

Quelle: wa.de

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