Schalke 04 mit breiter Brust gegen Inter Mailand

MAILAND ▪ "Wir treten mit breiter Brust an", sagt Schalkes neuer Trainer Ralf Rangnick. Die Blau-Weißen fühlen sich vor dem Champions-League-Viertelfinale heute gegen Titelverteidiger Inter Mailand nicht chancenlos. Offen ist noch, wer auf der Sechser-Position für Peer Kluge einspringt.

Von Jens Greinke

Mathias Schober kann mit Fug und Recht als letzter Schalker Veteran bezeichnet werden. Der Ersatzkeeper hat zwar erst 38 Pflichtspiele für den Verein absolviert.

Aber er war bei mancher Schlacht zumindest auf der Reservebank dabei und hat zuletzt sogar das Schwindel erregende Personal-Karussell von Felix Magath schadlos überstanden. Der 33-Jährige gehörte auch anno 1997 schon zum Schalker Kader, als die damaligen „Eurofighter“ das Uefa-Cup-Finale gegen Inter Mailand gewannen. „Das ist ja schon ein paar Tage her und die Haare sind auch bisschen weniger geworden“, sagt der gebürtige Marler. Doch er kehre durchaus optimistisch in die Hauptstadt der Lombardei zurück. Zumal: „Meine Frau ist ja auch wieder dabei, da klappt das schon“, sagt Schober. Und ergänzt: „Ist übrigens immer noch dieselbe.“

Tatsächlich erinnert die aktuelle Reise der Schalker nach Italien ein wenig an die von 1997. Der neue Trainer Ralf Rangnick, der vor gut zwei Wochen Felix Magath abgelöst hatte, geht die ganze Angelegenheit etwas lockerer an. So durften die Spielerfrauen, die sich nicht nur wegen des Fußballs auf die Mode-Metropole mit ihren vielen schicken Geschäften freuen dürften, wieder mitreisen. Auch ansonsten herrschte innerhalb der blauweißen Reisegruppe eine weitaus gelöstere Stimmung als unter dem strengen Regime von Magath. Inwieweit dies sportlich förderlich ist, wird sich am Dienstagabend im Guiseppe-Meazza-Stadion im Stadtteil San Siro erweisen (20.45 Uhr), wenn die Schalker als letzte verbliebene deutsche Mannschaft im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League auf Inter Mailand treffen. Völlig chancenlos wähnen sich die Königsblauen bei den Neroazzurri jedenfalls nicht: „Wir erhoffen uns einiges, auch wenn es gegen den Titelverteidiger geht“, sagt Kapitän und Keeper Manuel Neuer.

Trainer Ralf Rangnick war noch am Samstag für einen Kurztrip nach Mailand gereist und hatte die 0:3-Niederlage Inters im Stadtderby gegen den AC Mailand verfolgt. Neben einer „packenden Kulisse“ hatte der Coach dabei vor allem festgestellt, dass es „notwendig ist, möglichst aggressiv aufzutreten“. Weshalb Kyriakos Papadopoulos gute Chancen auf einen erneuten Einsatz von Beginn an hat. Der junge Grieche hatte laut Rangnick beim Abbruch-Spiel in St. Pauli auf der Sechserposition neben Peer Kluge „seine Sache gut gemacht“. Die Spielweise von Papadopoulos ist allerdings hochriskant: Selbst im Schalker Training sind die Grätschen des 19-jährigen gefürchtet.

Dass Ex-Coach Felix Magath wegen seiner Zwangs-Demission in San Siro nicht dabei ist, ficht die Schalker Mannschaft nicht groß an. Manuel Neuer sieht ebenso wie Rangnick den Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse vornehmlich als „Leistung der Mannschaft“. Eines Teams, dessen Selbstbewusstsein nach dem Auftritt in St. Pauli gestiegen ist. Die drohende Abstiegsgefahr ist durch den Erfolg in Hamburg gebannt, zumal hat Rangnick ein erfolgreiches Comeback als Schalker Trainer hingelegt. „Wir treten mit breiter Brust in Mailand an“, sagt der 52-Jährige, „und haben den Rücken frei.“

Quelle: wa.de

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