Schalke befreit in die Sommerpause

+

FREIBURG - Diese Blamage blieb dem FC Schalke erspart: Von Freiburg von Platz vier verdrängt und das im direkten Duell. Entsprechend groß war die Erleichterung auch bei Trainer Jens Keller nach dem 2:1 beim SC. Dessen Trainer Christian Streich war trotz Rang fünf übellaunig.

Jens Keller ließ erleichtert Dampf ab, Horst Heldt schönte sogar die Saisonbilanz. Die am letzten Spieltag doch noch gesicherte Teilnahme an der Qualifikation zur Champions League versöhnte den FC Schalke 04 mit einer Bundesliga-Spielzeit voller Nackenschläge. "Schalke ist es bislang noch nicht gelungen, in zwei aufeinander folgenden Jahren an der Königsklasse teilzunehmen. Gelingt uns das, war es rückblickend ein sehr erfolgreiches Jahr", urteilte Manager Heldt nach dem 2:1-Sieg in Freiburg milde.

Auch bei Trainer Keller war die Genugtuung nach nach der abgewendeten Blamage offensichtlich. "Wenn man so viel Feuer kriegt als junger Trainer, ist es nicht immer ganz einfach", sagte der Coach bei Sky über die monatelange Kritik an seiner Person. "Aber ich glaube, ich habe es ganz ordentlich gemacht."

Statt in Europas Provinz vorstellig werden zu müssen, kann sich der Revierclub nach dem Treffer von Julian Draxler (20. Minute) und dem Eigentor von SC-Kapitän Julian Schuster (58.) weiter Hoffnung auf die große Bühne Königsklasse machen. Der Ausgleich von Jonathan Schmid (54.) fiel nicht ins Gewicht. "Am Ende einer Spielzeit sagt ein Tabellenplatz doch immer die Wahrheit", befand Heldt. "Wir haben über 34 Spieltage gesehen vieles gut, aber auch einiges schlecht gemacht", fügte er hinzu.

"Durch den Trainerwechsel haben wir nochmal die Kurve gekriegt und die Ziele erreicht, die wir uns vorgenommen haben", lobte Kapitän Benedikt Höwedes. Eine Niederlage im Breisgau hätte die Position des Huub-Stevens-Nachfolgers Keller trotz des frisch unterzeichneten Vertrags bis 2015 auf Schalke arg geschwächt. Der Schlusspfiff sei daher "der angenehmste Moment" seiner Trainerkarriere in Gelsenkirchen gewesen, gestand der 42 Jahre alte Keller.

Von Chef Heldt gab es aber sofort den nächsten Arbeitsauftrag. "Wir werden die vergangenen Wochen und Monate nun in Ruhe aufarbeiten und analysieren. Das ist stets sehr, sehr wichtig", sagte der Manager und befahl: "An unseren Schwächen müssen wir arbeiten, das wissen wir."

So richtig schlecht gelaunt zeigte sich der Freiburger Trainer Christian Streich. "Ich freue mich auch manchmal. Nur jetzt nicht", grummelte er. Nicht über Rang fünf und die damit verbundene Rückkehr in den Europacup, nicht über die beste Platzierung seit 18 Jahren mochte Streich schwärmen. Der Coach glaubt offenbar nicht daran, dass Freiburg in der kommenden Saison erneut befreit von jeglichen Abstiegssorgen auftreten kann. "Das ist ein Ausreißer, das wird sich nächstes Jahr wieder relativieren. Unsere ganze Offensive ist weg, jetzt müssen wir wieder neue Spieler einbauen", betonte der 47-Jährige.

Max Kruse, Daniel Caligiuri, Jan Rosenthal und Johannes Flum wurden wie Ezequiel Calvente und Erik Jendrisek verabschiedet - macht zusammen 21 der 45 Freiburger Saisontore. Präsident Fritz Keller kündigte daher einige Neuzugänge an. "Wir werden mindestens auffüllen. Wenn dann noch etwas kommt, wo die Faktoren stimmen, also Charakter, Finanzen und Leistungsbereitschaft, dann kann es sein, dass wir auch einen oder zwei mehr im Kader haben. Aber das muss nicht unbedingt sein", sagte er. "Wir werden uns auf keinen Fall in Unkosten stürzen oder ein Risiko eingehen. Das ist unser Ziel, auch für die Zukunft." - lnw

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare