Abgestürzter Vizemeister

Schalke im Abstiegskampf: Ein Blick auf die Kellerkinder

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Daniel Caligiuri ist mit dem FC Schalke 04 abgestürzt.

Nicht nur der FC Schalke 04 kämpft gegen den Abstieg. Wir haben einen Blick auf die Kellerkinder der Bundesliga geworfen. Wie sieht der Rest der Saison aus?

Fünf Spieltage warten noch in der Fußball-Bundesliga. Fünf Mannschaften kämpfen im Tabellenkeller noch um den Verbleib in Deutschlands höchster Spielklasse. Darunter: Der abgestürzte Vizemeister FC Schalke 04, der am vergangenen Wochenende mit einem blauen Auge beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg davon gekommen ist. Ein Blick auf das Restprogramm der Kellerkinder verspricht Spannung bis zum Schluss.

14. Tabellenplatz: FC Augsburg

FC Augsburg, 28 Punkte, minus 15 Tore: 0:3-Pleite gegen den Liga-Vorletzten Nürnberg, 0:4 daheim gegen starke Hoffenheimer. Trainerentlassung. Der FC Augsburg zog im Saisonendspurt die Reißleine und befreite Trainer Manuel Baum und seinen Co Jens Lehmann von ihren Aufgaben. Der Nachfolger, der Ex-Mainzer und -Wolfsburger Martin Schmidt, leitete am vergangenen Mittwoch die erste Trainingseinheit, am Sonntag folgte der erste Dreier beim 3:1 über Eintracht Frankfurt. Ein Auftritt, der einer Entfesselung glich.

„Er schenkte den Jungs Zuversicht und Glaube“, lobte Manager Stefan Reuter, „er war locker und einfach gut drauf“, schwärmten die Spieler. Eine positive Grundstimmung ist zurückgekehrt in die Fuggerstadt, die auf die anstehenden Aufgaben entscheidenden Einfluss nehmen könnte. Denn mit einem Sieg am kommenden Wochenende gegen den VfB Stuttgart vor heimischen Publikum würden die Augsburger den Abstand auf den Relegationsplatz auf zehn Punkte ausbauen. Was folgt, sind lösbare Aufgaben gegen Leverkusen, auf Schalke, gegen die Hertha und gegen Wolfsburg.

15. Tabellenplatz: FC Schalke 04

FC Schalke 04, 27 Punkte, minus 17 Tore: Das schmeichelhafte Remis bei den Freunden in Nürnberg am vergangenen Wochenende war, wieder einmal, ein Offenbarungseid der Schalker Profis. Kein Kampf, keine Leidenschaft, dafür sehr viel Glück hatten die Knappen gegen einen in allen Belangen überlegenen Tabellenvorletzten. Für den am Saisonende wohl wertvollen Punkt können sich die Königsblauen bei ihrem Schlussmann Alexander Nübel bedanken. Der 22-Jährige verhinderte mit seinen Paraden, wie in den Wochen zuvor, Schlimmeres. 

Kommentar: Diese Schalker Mannschaft hat nichts begriffen

„So, wie wir uns in der ersten Halbzeit präsentiert haben, auf gar keinen Fall“, bestritt Angreifer Guido Burgstaller die Bundesligareife seiner Mannschaft, die trotz des Trainerwechsels und dem Einfluss von Jahrhundertcoach Huub Stevens vieles vermissen lässt im Abstiegskampf, in dem sich der FC Schalke 04 definitiv befindet. Und das zurecht nach den gezeigten Leistungen der vergangenen Monate. Besserung ist nicht in Sicht, schon gar nicht gegen Europa-Anwärter TSG Hoffenheim am kommenden Samstag. Vielmehr wird es darum gehen, gegen die direkte Konkurrenz aus Augsburg (32. Spieltag) und Stuttgart (34. Spieltag) zu punkten, um den Sechs-Zähler-Vorsprung auf den Relegationsplatz über die Ziellinie zu retten.

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16. Platz: VfB Stuttgart

VfB Stuttgart, 21 Punkte, minus 34 Tore: Auf dem befindet sich der VfB Stuttgart, dessen namhafte Neueinkäufe aus der Sommertransferperiode nie das abriefen, wofür sie geholt wurden: ambitionierten Fußball. Die Nerven liegen blank bei den Schwaben, nicht zuletzt erkennbar an der Spuckattacke von Mittelfeldmotor Santiago Ascacibar auf Kai Havertz bei der unglücklichen 0:1-Niederlage gegen Leverkusen. 

„Er hat in dieser Situation ganz klar eine Grenze überschritten. Das dulden wir nicht, und wir werden diese Aktion auch intern bestrafen. Er hat mit seinem Platzverweis der Mannschaft und dem Verein geschadet“, sagte VfB-Sportvorstand Thomas Hitzlsperger. Dem Argentinier Ascacibar droht in der entscheidenden Phase des Abstiegskampfes eine empfindliche Sperre. Seinem VfB fehlen wird er definitiv beim Kellerkracher am kommenden Samstag in Augsburg. Ein Pflicht-Dreier für die Stuttgarter, wollen sie ihre Chancen auf das rettende Ufer wahren. Es folgen schwierige Aufgaben gegen Gladbach, Berlin und Wolfsburg, ehe es am letzten Spieltag nach Schalke geht.

17. Platz: 1. FC Nürnberg

1. FC Nürnberg, 18 Punkte, minus 30 Tore: Eher zwei Punkte verloren als einen gewonnen haben die Nürnberger beim 1:1 gegen den FC Schalke 04, als ihnen ein regulärer Treffer von Hanno Behrens aberkannt wurde. „Seit diesem Wochenende ist die Mannschaft wieder dran. Da ist ganz viel Hoffnung, dass wir vielleicht doch noch sieben Pflichtspiele haben werden“, verbreitete Neu-Sportvorstand Robert Palikuca Hoffnung auf eine Relegationsteilnahme. 

Das Restprogramm der Franken hat es in sich. Der Auswärtsaufgabe in Leverkusen folgt das Duell mit dem FC Bayern, der im Kampf um die Meisterschaft keinen Gang herausnehmen wird. Nicht auszuschließen ist jedoch, dass die Nürnberger gegen Wolfsburg, Gladbach und Freiburg den Abstiegskampf bis zum Ende offen halten werden.

18. Platz: Hannover 96

Hannover 96, 14 Punkte, minus 41 Tore: Nur ein Wunder könnte Hannover 96 vor dem insgesamt sechsten Absturz in die Zweitklassigkeit bewahren. Ganze sieben Zähler fehlen den Niedersachsen auf den vorerst rettenden Relegationsplatz, gegen einen direkten Konkurrenten spielen sie nicht mehr. Berlin, Mainz, Bayern, Freiburg und Düsseldorf lauten die kommenden Aufgaben. 

Klubchef Martin Kind stellte bereits die Weichen auf Neuanfang: „Wir müssen einen vollständigen Neuaufbau einleiten endlich eine eigene Philosophie erarbeiten“, sagte er.

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Quelle: wa.de

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