Schalke zu Gast beim BVB

Heidel spricht über Tuchel - und holt Anruf bei Watzke nach

Schalkes Manager Christian Heidel (l.) machte den heutigen BVB-Coach Thomas Tuchel in Mainz zum Cheftrainer.
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Schalkes Manager Christian Heidel (l.) machte den heutigen BVB-Coach Thomas Tuchel in Mainz zum Cheftrainer.

Gelsenkirchen - Wenn Schalkes Manager Christian Heidel zum ersten Mal das Derby bei Borussia Dortmund bestreitet, trifft er beim Gegner auf viele alte Weggefährten. So kam es auch zur Freundschaft mit dem BVB-Boss.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war es gute Sitte, dass sich die Vorstände von Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 vor jedem Revierderby zum Mittagessen trafen. Als Christian Heidel nun erstmals davon hörte, sagte er spontan: „Da ist ein Grund mehr, Hans-Joachim Watzke anzurufen.“

Die beiden Klubchefs gelten als gute Freunde, die gegenseitige Wertschätzung ist groß. Vor seinem ersten Revierderby am Samstag (18.30 Uhr hier im Live-Ticker) hatte es Heidel bis Freitag jedoch verpasst, mit Watzke zu sprechen. „Seit ich auf Schalke bin, hatte ich keinen Kontakt zu ihm. Es gab hier ja schließlich auch genug zu tun“, sagt Heidel angesichts des schwierigen und holprigen Saisonstarts. Das Telefonat wollte der 53-Jährige am Freitag jedoch zügig nachholen.

Heidel und Watzke kennen sich seit 2007, als sie beim DFB-Bundestag erstmals persönlich aufeinandertrafen. Dort habe Watzke zum ersten Mal „nach Jürgen Klopp gefragt“, damals Trainer beim FSV Mainz 05. „Ich wusste natürlich sofort, warum“, sagt Heidel. 2008 wechselte Klopp zu Borussia Dortmund, die nachfolgende Erfolgsstory ist bekannt. Nachdem Klopp nach Dortmund gegangen war, habe Heidel den Coach mehrmals privat besucht. „Und da hat Hans-Joachim Watzke auch oft da gesessen", erzählt Heidel. Seitdem sei die Beziehung der beiden recht eng.

Viele Weggefährten auf Dortmunder Bank

Die Angst, dass aus dem Revierduell künftig ein „Kuschel-Derby“ werde, sei laut Heidel unbegründet. „Ich habe fast 25 Jahre in Mainz gearbeitet, wo wir immer das Derby mit Eintracht Frankfurt gehabt haben. Und wenn ich mich mit Verantwortlichen in der Bundesliga richtig gut verstanden habe, dann waren das die Verantwortlichen der Eintracht. Trotzdem sind wir da hingefahren und hatten immer nur eines vor: die Eintracht zu ärgern. Das ist uns oft genug gelungen.“ Danach habe man im VIP-Raum gestanden und dennoch gemeinsam ein Bier getrunken. Es müsse sich am Samstag beim Revierderby zwar niemand Gedanken machen, „dass wir uns von der ersten bis zur 90. Minute in die Arme fallen“. Aber ein Fußballspiel habe nun einmal „nichts mit Hass zu tun“, darüber ist sich Heidel sicher.

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Nachdem mit Jürgen Klopp und anschließend mit Thomas Tuchel gleich zwei Chefcoaches von Mainz nach Dortmund gewechselt sind, dürfte Heidel so ein Gefühl auch fremd sein. Er kenne schließlich das gesamte Trainerteam von Borussia Dortmund.

„Das sind ja fast alles Mainzer“, sagt Heidel. „Da ist ja vom Co-Trainer bis zum Analyst zwei Mal die ganze Truppe hingewandert. Deshalb gibt es da viele, die ich sehr lange und sehr, sehr gut kenne.“ Da ist für abgrundtiefe Abneigung kein Platz. Dennoch habe Heidel in Dortmund nur eines vor: „Dass wir um halb neun am Samstag glücklicher sind als meine ehemaligen Kollegen aus Mainz.“

Wiedersehen mit Tuchel

Auch das Verhältnis zu Dortmunds Trainer Thomas Tuchel sei intakt, obwohl der Abschied in Mainz in der vorletzten Saison nicht ganz reibungslos abgelaufen war. „Jeder weiß, dass wir in Mainz am Schluss ein paar Differenzen hatten, die sich aber beschränkt haben auf die letzten zwei Tage seiner Tätigkeit in Mainz. Aber aus meiner Sicht ist das alles längst abgehakt. Ich weiß, dass er ein sehr, sehr guter Trainer ist. Alles andere ist Schnee von vorgestern“, sagt Heidel.

Mit Tuchel habe er sich erst vor sechs Wochen bei einer Ehrung getroffen, als der Dortmunder Coach als „Trainer des Jahres“ und Heidel selbst als „Manager des Jahres“ ausgezeichnet wurden. „Da haben wir uns das erste Mal seit langem auf der Bühne wieder getroffen. Aber das war alles sehr herzlich und okay“, sagt Heidel.

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Quelle: wa.de

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