Pfiffe gegen Neuer oder Normalität bei Schalke 04?

GELSENKIRCHEN ▪ Vor den Heimspielen des FC Schalke 04 hatten sie zuletzt gerne den Tote-Hosen-Klassiker „Ich würde niemals zu den Bayern gehen“ gespielt. Zuletzt vor dem Viertelfinale in der Champions League gegen Inter Mailand. Von Patrick Droste

Dies war einerseits sicher als eine Aufforderung an Manuel Neuer zu verstehen gewesen, sich seinen Wechsel zum deutschen Rekordmeister gut zu überlegen. Andererseits war es auch ein Versuch, eine entsprechende Stimmung bei den Fans der Königsblauen zu erzeugen. Jetzt, wo der Abgang des Nationaltorhüters endgültig feststeht, wird dieser Song nicht mehr gespielt. Die S04-Anhänger müssen sich vor dem Heimspiel heute Nachmittag gegen den 1. FC Kaiserslautern (15.30 Uhr) auf anderes Liedgut einstellen. „Ich fand es eh nicht gut“, erklärt Manager Horst Heldt. „Und jetzt macht es keinen Sinn mehr, dass dieser Song gespielt wird. Wir setzen alles daran, dass Normalität einkehrt.“

Damit wollen die Verantwortlichen unter allen Umständen vermeiden, dass die Stimmung heute hochkocht und Manuel Neuer mit einem Pfeifkonzert in seinem ersten Heimspiel seit der Bekanntgabe, dass er seinen im kommenden Jahr auslaufenden Vertrag nicht verlängert, empfangen wird. „Wir wollen eine richtig gute Heimspielatmosphäre haben“, appelliert auch Trainer Ralf Rangnick an die blau-weißen Anhänger, heute von Missfallensbekundungen Richtung Torwart Abstand zu nehmen und vielmehr die Elf wieder lautstark zu unterstützen. „Es ist wichtig, dass die Mannschaft als Einheit mit den Fans funktioniert. Und Manuel ist nun mal Bestandteil unseres Teams. So soll es auch bleiben.“ Doch sollte es tatsächlich zu einem Pfeifkonzert kommen und sollten Anti-Neuer-Plakate aufgehängt werden, so ist der Schalker Coach dennoch zuversichtlich, dass sich sein 25 Jahre alter Torwart davon nicht beeindrucken lässt. „Es ist normal, dass Fans emotional reagieren. Aber er ist ein Mensch, der in sich ruht. Falls Pfiffe kommen sollten, wird er stark genug sein, um seine Leistung abzurufen“, sagt der Coach, der dann auch gleich erläutert, warum Neuer in den vergangenen Wochen schon keine Unkonzentriertheiten gezeigt hatte, obwohl er hin- und hergerissen war, ob er beim FC Schalke 04 bleibt oder zum FC Bayer München wechselt: „Weil er einfach der Beste ist.“

Die Partie ist aber nicht nur in Sachen Stimmungsmesser wichtig, sondern auch als Generalprobe für das Halbfinale in der Königsklasse gegen Manchester United. „Wir wollen uns mit einem Erfolgserlebnis optimal auf ManU vorbereiten. Und ich habe keine Befürchtungen, dass die Jungs mit ihren Gedanken schon bei Dienstag sind. Denn ich habe die Mannschaft als extrem erfolgsorientiert kennen gelernt“, stellt Rangnick klar, der heute allerdings keine B-Elf auf den Rasen schicken will, sondern seine vermeintlich beste Formation. Nicht dabei ist allerdings Benedikt Höwedes, der an einer Bauchmuskelzerrung laboriert. Ob der Innenverteidiger Anfang nächster Woche wieder einsatzbereit ist, steht in den Sternen.

Quelle: wa.de

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