Felix Magath will nicht von Ultimatum bei Schalke wissen

Frostige Zeiten: Felix Magath beim Training auf Schalke. ▪

GELSENKIRCHEN ▪ Am Tag danach war alles ganz normal. Die Mannschaft des FC Schalke 04 trainierte trotz Minustemperaturen erneut in kurzen Hosen. Und Felix Magath gab sich, wie am Vorabend, beinahe ungerührt von den Gesprächen mit dem Aufsichtsrat.

Von Jörg Strohschein

„Das ist alles völliger Quatsch. Ich bin nicht zum Rapport bestellt worden. Und es gab zu keiner Sekunde ein Ultimatum“, sagte der Vorstandssprecher und Trainer. Ohnehin sei dies eine turnusmäßige Sitzung zwischen den Gremien gewesen, bei der er allerdings auch Fragen zur sportlichen Lage beantwortet hatte, sagte Magath. „Wenn der Aufsichtsrat nur alle drei Monate die Möglichkeit hat, die sportlich Verantwortlichen zu sehen, dann kommen nun einmal eine Menge Fragen auf.“

Die Botschaft des 57-Jährigen war dennoch eindeutig: Trotz der sportlichen bedenklichen Situation gebe es von Seiten der vereinsinternen Gremien keine Zweifel an der Kompetenz des Fußballlehrers. „Wir haben eine schwierige Situation, aber wir werden sie lösen“, sagte Magath.

Ob dies Clemens Tönnies auch so sieht, ist nicht eindeutig. Nach den Gesprächen hatte der Aufsichtsratschef bemerkt, dass „Felix Magath uns aufgezeigt hat, wie er gemeinsam mit der Mannschaft die sportliche Situation verbessern will. Ich bin fest davon überzeugt, dass er das schafft“, bemerkte der Fleischfabrikant, um dann noch hinzuzufügen: „Wir werden uns Weihnachten zusammensetzen, um Bilanz zu ziehen“.

Sicher ein Routine-Vorgang in jedem Profiklub. Doch Tönnies scheint sich davon überzeugen lassen zu müssen, dass Magath das sinkende Bundesliga-Schiff doch noch in den sicheren Hafen manövrieren kann. Nicht zuletzt Tönnies' öffentlicher Hinweis auf dieses vorweihnachtliche Treffen sorgt für erhöhte Aufmerksamkeit und Sensibilität im Umfeld. Auch für den Aufsichtsratschef, der mittlerweile ein angespanntes Verhältnis zu Magath führen soll, scheint der Trainer nicht mehr unantastbar zu sein. Tönnies verschlüsselte Botschaft: In den letzten Wochen des Jahres muss die Mannschaft positive Ergebnisse erbringen.

Felix Magath verweist derweil auf ganz andere Resultate, die seine bisherige Tätigkeit in Gelsenkirchen hervorgebracht hätten. „Der Klub steht, auch wenn es in der Bundesliga nicht so läuft, besser da als vor einem Jahr“, sagt Magath trotzig. Konkret wurde er allerdings nicht.

Zumindest für das Tagesgeschäft Bundesliga stimmt diese These nicht. Am Samstag, im Spiel gegen den FC Bayern, sei er allerdings zuversichtlich, dass seine Mannschaft eine bessere Leistung biete. „Haben ihre Spieler in den kurzen Hosen nicht gefroren?, wurde Magath noch gefragt. „Der Trainer hat gefroren. Die Spieler glaube ich nicht. Sonst hätten sie sich ja lange Hosen anziehen können.“

Quelle: wa.de

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