Leichte Kritik von Schalkes Co-Trainer an Magath

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Dieses Trio wird Schalke offenbar erhalten bleiben: Reha-Trainer Markus Zetlmeisl, Co-Trainer Seppo Eichkorn und Torwarttrainer Bernd Dreher (von links). ▪

GELSENKIRCHEN ▪ Als Assistenz-Coach hat Seppo Eichkorn in den vergangenen Jahren mit Pylonen oder Stangen den ein oder anderen Slalom-Kurs auf dem Trainingsplatz gesteckt. Gestern musste der 54-Jährige bei seiner ersten und letzten Pressekonferenz als Schalker Cheftrainer durch einen anspruchsvollen Fragen-Parcours, der ihm einiges an diplomatischem Geschick abverlangte. Schließlich hatte sich Eichkorn nach zehnjährige Zusammenarbeit mit dem am Mittwoch freigestellten Felix Magath bereit erklärt, seinen bis 2013 laufenden Vertrag in Gelsenkirchen zu erfüllen – und nicht weiter seinem langjährigen Vorgesetzten zu folgen. Von Jens Greinke

Am Sonntag (15.30 Uhr) darf Eichkorn die Schalker Mannschaft im Spiel bei Bayer Leverkusen sogar allein verantwortlich betreuen. Der neue Schalker Coach, Ralf Rangnick, tritt erst am Montag seinen Dienst an – und will offenbar nicht nur Eichkorn, sondern auch Torwart-Trainer Bernd Dreher sowie Reha-Trainer Markus Zetlmeisl weiter beschäftigen. Hingegen wurden die Verträge von Assistenz-Coach Bernd Hollerbach und Konditionstrainer Werner Leuthard aufgelöst. Sie sind Magath nach Wolfsburg gefolgt.

Eichkorns Loyalität gegenüber seinem alten Vorgesetzten fing dagegen gestern etwas an zu bröckeln. Zwar lobte der 54-Jährige Magath als „erfolgreichsten deutschen Trainer der letzten zehn Jahre“ Doch bekannte er auch offen, dass die aktuelle Schalker Mannschaft „keine klare Führungsstruktur“ habe. Zudem verwies er auf den Umstand, dass „viele Spieler der deutschen Sprache nicht mächtig sind“. Daraus entstehe laut Eichkorn eine Problematik, die auch vom neuen Trainer Rangnick „viel Fingerspitzengefühl“ verlange.

Die in der zurückliegenden Woche von Aufsichtsrats-Chef Clemens Tönnies bestätigten Klagen der Schalker Spieler über den rüden Umgang des Magath‘schen Trainerteams kann Eichkorn hingegen nicht nachvollziehen. „Ich hatte keine Anhaltspunkte dafür, dass das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer zerrüttet ist. Die Mannschaft ist Magath jedenfalls gefolgt“, so Eichkorn.

Am Sonntag in Leverkusen muss Seppo Eichkorn bei seinem einmaligen Auftritt als Cheftrainer einige personelle Probleme lösen. Jefferson Farfan ist wegen seiner fünften gelben Karte gesperrt. Torjäger Klaas-Jan Huntelaar fällt wegen seiner Knieverletzung weiter aus. Fraglich ist zudem der Einsatz von Innenverteidiger Christoph Metzelder, der an einem grippalen Infekt laboriert.

Quelle: wa.de

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