Joel Matip rettet mit Doppelpack den Sieg von Schalke über Düsseldorf

Spitzname Jimmy: Joel Matip (Mitte) wird von Klaas-Jan Huntelaar, Roman Neustädter und Benedikt Höwedes (von links) ausgiebig gefeiert. ▪
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Spitzname Jimmy: Joel Matip (Mitte) wird von Klaas-Jan Huntelaar, Roman Neustädter und Benedikt Höwedes (von links) ausgiebig gefeiert. ▪

GELSENKIRCHEN ▪ Die Szene war schon etwas skurril: Als Innenverteidiger Joel Matip vor dem Kabinentrakt den Presservertretern erklären musste, wie das denn so war mit seinen beiden Treffern, quetschte sich derjenige, der auf Schalke eigentlich für das Toreschießen verantwortlich ist, ungefragt durch die Traube der Journalisten: Klaas-Jan Huntelaar. Immerhin hatte der Niederländer dabei ein Schmunzeln auf dem Gesicht.

Von Jens Greinke

Es sind zarte Pflänzchen, die derzeit in Gelsenkirchen blühen, die in der Summe allerdings mehr und mehr für Aufbruchstimmung sorgen. Dass ausgerechnet der in den vergangenen Wochen kritisierte Matip zum Matchwinner beim 2:1 (1:0)-Erfolg über Fortuna Düsseldorf aufstieg, wurde mannschaftsintern als äußerst gutes Omen bewertet. „Mit den zwei Toren hat er den Leuten das Maul gestopft“, sagte Jermaine Jones gewohnt deftig, der im ersten Durchgang der durchzugsstarke Motor des ansehnlichen Schalker Angriffsspiels gewesen war. Und Kapitän Benedikt Höwedes, der in der zweiten Halbzeit als Linksverteidiger geradezu aufblühte, sagte: „Jimmy ist ein sensibler Typ. Er braucht viel Zuneigung.“

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Schalke siegt gegen Düsseldorf 2:1

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Die bekam der 21-jährige Deutsch-Kameruner am Samstag in extra-großen Portionen. Erst recht nach seinem Siegtreffer in der 81. Minute, als er wie einst Gerd Müller den Ball nach einer Körperdrehung mit ausgestrecktem Bürzel an Fabian Giefer vorbei ins Netz schoss. Damit befreite er sämtliche Schalke-Sympathisanten in der Arena von der Befürchtung, dass es zu einem zweiten Fürth kommen könnte. Denn der Spielverlauf gegen Düsseldorf ähnelte sehr dem der Partie gegen die Franken, denen in der Nachspielzeit noch der Siegtreffer gelungen war. „Da gehen einem ganz viele Gedanken durch den Kopf“, gab auch Manager Horst Heldt zu, Angst vor einem „Déjà-vu“ gehabt zu haben. Denn nach starken 40 Minuten der Schalker und dem Führungstor von Matip in der 21. Minute drohte das Spiel im zweiten Durchgang zu kippen – erst recht, nachdem Axel Bellinghausen in der 56. Minute nach einem rasanten Konter und Stellungsfehlern der Schalker Abwehr das 1:1 (56.) gelungen war. „Wir hatten das Spiel da nicht mehr unter Kontrolle, das darf einfach nicht sein“, mahnte Höwedes. Doch der 1,93 m-Schlaks Matip hatte schließlich doch noch für das Schalker Happy End gesorgt – und auch seinen eigenen Seelenfrieden wieder einigermaßen hergestellt. „Die letzten Wochen waren schon eine schwere Zeit. Wenn es bei der Arbeit nicht so läuft, hat das natürlich auch Auswirkungen auf das Privatleben“, gab der Defensiv-Mann zu.

Trotz der positiven Woche mit dem 1:1 in Istanbul und dem ersten Sieg seit fünf Wochen in der Bundesliga denken die Schalker weiter nur in kleinen Schritten. „Ich schaue nicht auf die Tabelle“, sagte Höwedes: „Wenn wir noch weitere Dreier einfahren, dann wird es automatisch wieder nach oben gehen.“

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