Huntelaars Klasse rettet die Schalker

Lars Unnerstall. ▪
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Lars Unnerstall. ▪

KARLSRUHE ▪ Natürlich war Klaas-Jan Huntelaar gut gelaunt nach diesem Spiel. Schließlich hatte er mit seinem Führungstreffer beim Zweitligisten Karlsruher SC neun Minuten vor dem Ende einen großen Teil dazu beigetragen, dass der FC Schalke 04 das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht hatte.

„Wir waren super effektiv“, sagte der Holländer später, und wohl niemand hätte ihm widersprechen wollen. Zwei Minuten nach dem 1:0 hatte Joel Matip schließlich den 2:0-Endstand erzielt und damit die zweite Schalker Tormöglichkeit in einen Treffer verwandelt. Die Schalker hatten diese Begegnung trotz einer insgesamt schwachen Leistung im Wildparkstadion gewonnen, weil sie über die individuelle Qualität Huntelaars verfügten, der den Spielverlauf auf den Kopf stellte und dem Gegner mit einer Aktion den Mut nahm.

Allerdings ist es kein Zufall, dass es ausgerechnet der 28-Jährige war, der sich und seinen Mitspielern ein Erfolgserlebnis verschaffte. Es war bereits Huntelaars 19. Treffer im 17. Pflichtspiel in der laufenden Saison. Eine Quote, die ihresgleichen sucht. „In der Box ist er Weltklasse. Er war lange nicht zu sehen, dann schlägt er zu“, sagte Manager Horst Heldt und stellte damit die besonderen Qualitäten des Angreifers im gegnerischen Strafraum heraus. Die Schalker hatten neben dem Sieg auch noch einen Rekord des FC Bayern München eingestellt, denn auch ihnen gelang der zehnte Auswärtssieg in Folge im Pokalwettbewerb.

Doch das waren Randnotizen, weil die Vorstellung wenig Anlass zur Euphorie gab. Der 16. der Zweitligatabelle brachte die Schalker häufiger in große Schwierigkeiten, als ihnen lieb war. Das defensive Mittelfeld um Jermaine Jones und Marco Höger, den Trainer Huub Stevens als Mittelfeldspieler und nicht als Verteidiger sieht, konnte keinerlei spielerische Akzente setzen. Weshalb Stevens gegen den eigentlich verunsicherten KSC so defensiv agierte und die Taktik ausgab, den Gegner erst spät, kurz hinter der Mittellinie zu attackieren, dürfte sein Geheimnis bleiben.

Und so war auch Huntelaar mit dem Spielaufbau unzufrieden. „Wir haben gut verteidigt, müssen aber jetzt den nächsten Schritt machen und besser nach vorn spielen“, sagte der Angreifer. Dass er trotz der schwierigen Umstände eines verbesserungswürdigen Angriffsspiels so konstant trifft, dafür hat Huntelaar eine einfache Erklärung. „Man muss clever und scharf sein“, sagte er, bevor er in den Mannschaftsbus stapfte. Lars Unnerstall trat die Rückfahrt nicht gemeinsam mit den Kollegen an, er brauchte länger bei der Dopingprobe. Der Schalker Torhüter hatte in der Begegnung mehrfach einen Rückstand verhindert und sich damit gute Karten für die zukünftigen Partien verschafft. „Ich denke, wenn man zu Null spielt, ist das eine gute Aussage für einen Torwart“, erklärte der Keeper, ehe er mit dem Auto nach Gelsenkirchen gefahren wurde.

Am Samstag im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim (15.30 Uhr) dürfte er wieder zwischen den Pfosten stehen. Timo Hildebrand wird sich noch etwas gedulden müssen.

Quelle: wa.de

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