Hamburger SV gegen Schalke: Huntelaar entscheidet das Spiel

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Schalkes Klaas-Jan Huntelaar (Mitte) stellte mit seinen beiden Treffern den Sieg beim Hamburger SV sicher.

HAMBURG - Die Schalker Spieler wussten, bei wem sie sich zu bedanken hatten. Klaas-Jan Huntelaar wurde von nahezu allen seinen Mitspielern geherzt. Der Holländer hatte beide Treffer zum 2:1 des FC Schalke 04 beim Hamburger SV erzielt und die Schalker damit in die Spitzengruppe der Bundesliga befördert. Von Jörg Strohschein

„Das ist schön, aber wir machen das alle zusammen“, sagte Huntelaar, der zum Glück für seine Kollegen eine hundertprozentige Chancenverwertung aufwies. Denn Trainer Huub Stevens hatte bei seiner Rückkehr zum Hamburger SV, wo er ein Jahr gearbeitet hatte und bei dem er kurz vor der Verpflichtung durch die Schalker beinahe wieder als Trainer gelandet wäre, das ein oder andere graue Haar mehr bekommen können – weil die restlichen Schalker Spieler geradezu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten umgegangen waren. Seine Mannschaft hatte die Begegnung in den ersten Minuten fest im Griff und unterstrich dieses Souveränität mit dem Führungstreffer. Marco Höger flankte präzise auf Klaas-Jan Huntelaar, der mit dem Kopf kunstvoll ins lange Eck vollendete (13.).

Bis auf ein Missverständnis der gesamten Schalker Viererabwehrkette, als Mladen Petric plötzlich völlig freistehend an Torhüter Ralf Fährmann scheiterte, schien sich die Partie sehr einseitig zu Gunsten der Schalker zu entwickeln. Doch ein Ballverlust von Benedikt Höwedes, den Petric zum Ausgleich nutzte (38.), brachte den HSV wieder zurück in die Partie. Die offensive und häufig unvorsichtige Spielweise, die bisher auch unter Stevens weitergeführt wird, sorgte dafür, dass sich die Abwehr bei Ballverlusten der stürmenden Kollegen (zu) oft überrumpelt fühlen muss. Der Mangel an Balance zwischen den Mannschaftsteilen ist eines der größten Probleme, mit dem die Schalker derzeit zu kämpfen haben.

Trotz aller schnell und häufig trickreich vorgetragener Angriffskunst gewährt die Mannschaft ihren Gegnern immer wieder Momente, in denen diese wieder Zutritt zum Spiel finden können. Und so dauerte es einige Minuten, bis die Schalker auch in der zweiten Hälfte wieder das Geschehen bestimmten. Die Hamburger spielten bis dahin zwar druckvoll aber hatten lediglich eine Tormöglichkeit durch einen Distanzschuss von Petric. Die Schalker näherten sich dem Tor durch zwei Kopfballversuche von Raúl an, ehe Klaas-Jan Huntelaar (73.) nach Flanke von Christian Fuchs kunstvoll per Hacke den entscheidenden Treffer zum verdienten 2:1-Auswärtserfolg erzielte.

Und so war es ein rundum gelungener Abend für die Schalker mit Ausnahme der Pfiffe gegen Stevens kurz vor Spielbeginn. Doch auch das Pfeifkonzert in der Hamburger Arena konnte die gute Laune des Holländers nicht trüben. „Ich habe keine Pfiffe gehört, ich war so konzentriert auf meine Mannschaft“, sagte Stevens, der nun mit zwei Siegen aus zwei Spielen beruhigt in die Länderspielpause geht.

Quelle: wa.de

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