Schalke mit glücklichem Punkt in Frankfurt

FRANKFURT - Es wirkte ein wenig bemüht, als Manuel Neuer ein konzentriertes Grinsen aufsetzte und verkündete, dass alle Welt nun gesehen hätte, dass „auch wir in der Bundesliga zu Null spielen können.“ Der Torhüter des FC Schalke 04 schaute dabei allerdings in viele verblüffte Gesichter.

Das torlose Unentschieden bei Eintracht Frankfurt wollte Neuer tatsächlich als einen Fortschritt verkaufen, so überzeugt wie ein Staubsaugervertreter, der ein gebrauchtes Arbeitsgerät als neuwertig anpreist.

Es scheint, als redeten sich die Schalker die Welt schöner als sie sich im Moment für sie darstellt. Denn letztlich war es allein der Faktor Glück, der ihnen ihr erstes Saisonspiel in der Bundesliga ohne Gegentreffer erlaubte. Sechs Punkte aus nun neun Partien sorgten zwar dafür, dass die Königsblauen ihren 16. Platz immerhin halten konnten, „aber ich schaue gar nicht auf die Tabelle. Schon gar nicht nach oben“, sagte Felix Magath. Denn auch der Trainer hatte gesehen, dass sein Team vor allem in der zweiten Hälfte chancenlos war.

Während sich seine Mannschaft in Durchgang eins zumindest zwei Tormöglichkeiten durch den wieder einmal enttäuschenden Raul und den ebenso wenig inspirierten Klaas-Jan Huntelaar erspielten, ermittelten die Statistiker im Anschluss zehn Torschüsse der Eintracht – und keinen für die Schalker. Dass Halil Altintop in der 68. Minute das leere Schalker Tor aus fünf Meter Entfernung und damit den eigentlich verdienten Sieg verpasste, schrieben einige Beobachter dessen Verbundenheit zu seiner Heimatstadt Gelsenkirchen zu. In dieser Szene sah dann auch Manuel Neuer, dass „wir Glück hatten“.

Die Gründe für den Leistungsabfall der Königsblauen wusste der Trainer Magath, der seinem Team einen glücklichen Punktgewinn attestierte, dann auch schnell zu benennen. „In der Champions League investieren meine Spieler immer sehr viel. In der Bundesliga ist die Laufbereitschaft nicht da“, sagte der 57-Jährige, der mit seinem Team in Frankfurt geblieben ist. Magath kündigte entgegen seiner eigentlichen Absicht an, bis zum DFB-Pokalspiel am Dienstag gegen den FSV Frankfurt intensive Trainingseinheiten absolvieren zu wollen. Die Frankfurter dagegen, die eines ihrer besten Spiele seit langer Zeit absolvierten, ärgerten sich mächtig über die verlorenen Punkte. „Am Mittwoch gegen den HSV wird es schwerer, das ist ein anderes Kaliber“, sagte Eintracht-Verteidiger Benny Köhler.

Die Schalker befinden sich auch deshalb mitten im Abstiegskampf, weil die Gegner vor allem die Schwächen der Schalker wahrnehmen. Die Außenbahnen bleiben große Schwachstellen, das Zusammenspiel zwischen Angriff und Mittelfeld funktioniert in der Bundesliga eher zufällig. Gegen den FSV käme „alles andere als ein Sieg nicht in Frage“, sagte Felix Magath, denn schließlich bräuchte der Klub dringend das Geld. Zumindest in dieser Frage waren sich alle Beteiligten aus Gelsenkirchen einig. - Jörg Strohschein

Quelle: wa.de

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