Schalke-Trainer Felix Magath vor Spiel bei Benfica Lissabon gelassen

LISSABON ▪ Es gab nicht viel, das Felix Magath den Tag gestern in irgendeiner Weise hätte verderben können. So störte den Schalker Trainer auch nicht der leichte Regen, der auf Lissabon niederging und die portugiesische Hauptstadt noch melancholischer wirken ließ, als sie sowieso schon erscheint. Hier, wo man gern dem traurigen Fado lauscht, sah man den Schalker Generaldirektor in selten beschwingter Stimmung.

Von Jens Greinke

Für den 57-Jährigen besteht auf der Dienstreise nach Portugal allerdings auch keinerlei Anlass, Trübsal zu blasen. Am Samstag hatte seine Mannschaft den deutschen Rekordmeister Bayern München mit 2:0 geschlagen und sich im Tabellenkeller der Liga wieder etwas Luft verschafft; und nach Lissabon ist das Team als Tabellenführer der Vorrunden-Gruppe B angereist. „Da wir für das Achtelfinale der Champions League bereits qualifiziert sind, ist die Bedeutung des Spiels nicht mehr so hoch“, sagt Magath vor der Partie bei Benfica Lissabon heute Abend (20.45 Uhr). Für die Schalker geht es lediglich darum, möglichst den ersten Platz zu verteidigen. „Das würde uns im Achtelfinale zwei Vorteile bringen: Zum einen würden wir das Rückspiel zu Hause austragen dürfen. Und zum anderen könnten wir auf einen vielleicht nicht ganz so schweren Brocken hoffen, da uns ein Gruppen-Zweiter zugelost werden würde“, so Magath. Kurz: Der Druck für die Schalker wird sich im „Estadio da Luz“ (Stadion des Lichts) in Grenzen halten. Was eine recht ungewohnte Situation in dieser Saison ist: Denn bislang ging es für die Königsblauen in fast jeder Partie um Einiges. Und fast immer um die Reputation von Magath, die in den vergangenen Monaten arg gelitten hat.

Auf die leichte Schulter nehmen wollen die Schalker die Partie dennoch nicht. Magath erwartet ein „sehr offensiv ausgerichtetes Lissabon“ und glaubt, dass die Anforderungen an seine Mannschaft ähnlich hoch sein werden wie zuletzt gegen die Bayern. Gegen den Rekordmeister hatten die Schalker die erste Halbzeit nur mit viel Glück und einem überragenden Keeper Manuel Neuer ohne Gegentor überstanden.

Magath will personelle Wechsel heute Abend weder bestätigen noch dementieren. Der Rumäne Ciprian Deac und Joel Matip sind wieder in den Kader gerutscht, nachdem sie am Samstag noch nicht einmal einen Platz auf der Auswechselbank hatten zugewiesen bekommen. Dafür fehlten im Mannschaftsflieger gestern der in der Champions League gelb-gesperrte Jefferson Farfan und Christian Pander. Pander, der am Samstag nach fast einjähriger Verletzungspause bei seinem Kurzeinsatz in der zweiten Halbzeit sein Comeback gegeben hatte, ist nicht für die Champions League gemeldet worden. „Wir konnten damals noch nicht absehen, wann er wieder spielen kann“, sagt Magath. Pander könnte allerdings ab dem Achtelfinale wieder in der Königsklasse eingreifen, falls der Coach ihn auf die A-Liste der Uefa setzen lässt. „Wir sind jedenfalls voll im Plan“, sagt Schalkes Trainer hinsichtlich der aktuellen Champions-League-Saison: „Alles, was wir jetzt zusätzlich bekommen, ist eine Belohnung.“ Würde die Mannschaft den ersten Tabellenrang am letzten Vorrunden-Spieltag verteidigen, könne sie sich laut Magath „selbst zu Weihnachten beschenken“.

Doch auch für den 57-Jährigen wäre das sicherlich ein nettes Präsent, nachdem in dieser Saison bereits einiges ziemlich schief gegangen ist auf Schalke.

Quelle: wa.de

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