Feiertag mit zwiespältigen Gefühlen für Schalke 04

Vor Baggern, Schutt und Werkzeugen absolvierten die Schalker – hier Raúl – gestern das Abschlusstraining. ▪

GELSENKIRCHEN ▪ Die Fotografen ließen sich gestern beim Abschlusstraining im Parkstadion ein vermeintlich passendes Motiv nicht entgehen. Als Hintergrund wählten sie die Baustellen, von denen die alte Arena derzeit viele zu bieten hat. Vor Bagger, Schutt und Werkzeugen gaben Spieler und Trainerstab ein symboltriefendes Bild ab.

Es hätte nur noch gefehlt, dass jemand Felix Magath eine Schaufel in die Hand gedrückt hätte. Tatsächlich ist der FC Schalke 04 im Herbst 2010 mit einer veritablen Groß-Baustelle vergleichbar. Die Bundesliga-Saison ist bislang mehr als verkorkst, der drittletzte Tabellenplatz und viele enttäuschende Auftritte der Mannschaft drücken im Verein und in der Anhängerschaft stark aufs Gemüt. Dass nun heute (20.45 Uhr/live in Sat1) ein Champions-League-Heimspiel ansteht, empfinden deshalb viele nicht mehr als feierlichen Moment. „Normal sind solche Spiele Festtage, aber derzeit sollten wir uns ausschließlich auf die Bundesliga konzentrieren“, hatte Abwehrspieler Christoph Metzelder am Samstag nach dem ernüchternden 2:2 im Kellerduell gegen den VfB Stuttgart gesagt. Und es klang so, als ob ihm das heutige Spiel gegen Hapoel Tel Aviv überhaupt nicht in den Kram passte.

Dabei stehen die Chancen der Schalker in der europäischen Königsklasse derzeit weitaus besser als im nationalen Geschäft. Falls die Mannschaft die beiden kommenden Partien gegen die Israelis gewinnen sollte, ist der Einzug ins Achtelfinale und damit eine weitere lukrative Finanzspritze zum Greifen nah. Zwar sagt auch Felix Magath, „dass die Liga unser täglich Brot und der eindeutig wichtigste Wettbewerb ist“, aber: „Wir wollen uns auch international gut verkaufen. Wir stehen zwar nicht in der Pflicht, die Champions League zu gewinnen, aber es wäre wichtig für uns, auch im nächsten Jahr noch dabei zu sein“, sagt der 57-Jährige. Zudem würde in der aktuellen Situation „jeder Sieg für eine breitere Brust bei den Spielern sorgen“.

Personell hat Magath mehr Alternativen als am zurückliegenden Wochenende. Ivan Rakitic, Jefferson Farfan und Jermaine Jones stehen zumindest als Optionen gegen die in der Champions League bislang punktlosen Israelis zur Verfügung. Für Hapoel Tel Aviv ist die Partie in Gelsenkirchen deshalb die letzte Chance, die Gruppenphase doch noch positiv zu gestalten. Magath erwartet deshalb eine „sehr dichte Abwehr“ und „gefährliche Konter“. „Es wird schwierig und eng werden“, prognostiziert der Trainer. Doch schwierig und eng ist derzeit schließlich jedes Spiel für den FC Schalke 04. ▪ JENS GREINKE

Quelle: wa.de

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