Farfan trifft verspätet im Trainingslager ein

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Jefferson Farfan ▪

BELEK ▪ Es hatte bis in die Abendstunden gedauert, bis die Schalker Reisegruppe endlich komplett war. Um kurz nach 19 Uhr landete auch Jefferson Farfan auf dem Flughafen von Antalya, danach wurde der Peruaner per Shuttle ins Mannschaftshotel „Calista Luxury Resort“ an der türkischen Riviera gebracht. Zu diesem Zeitpunkt hatten seine Mannschaftskameraden die erste Trainingseinheit bereits hinter sich.

Die Begeisterung über die verspätete Anreise des Stürmers dürfte sich bei seinen Vorgesetzten in Grenzen gehalten haben. Felix Magath ist kein Freund von Eigenmächtigkeiten, doch bei Farfan scheint auch der 57-Jährige so langsam zu resignieren. „Das ist nicht ärgerlich, das ist halt so. Wir kennen es ja nicht anders von ihm“, hatte Magath am Morgen beim Abflug in Düsseldorf gesagt, zu dem Farfan nicht erschienen war. Der Peruaner war erst am Tag zuvor aus dem Heimaturlaub zurückgekehrt. Und hatte zudem in einem Zeitungsinterview in Peru angekündigt, Schalke noch in der Winterpause verlassen zu wollen, da ihm ein Angebot eines anderen Klubs vorliege. Laut spanischen Medienberichten sollen Atletico Madrid, der FC Sevilla und der FC Valencia Interesse an der Verpflichtung des flinken Flügelstürmers haben. Doch auch der VfL Wolfsburg, der nach dem Verkauf von Edin Dzeko die nötigen Mittel hat, könnte Interesse zeigen. Die Niedersachen hatten Farfan bereits im vergangenen Jahr verpflichten wollen. „Aber Dieter Hoeneß hat sich bei mir noch nicht gemeldet“, sagte Magath.

Der Schalker Generaldirektor reagierte scheinbar gelassen auf die Abwanderungsgedanken von Farfan, der in der ersten Hälfte der Saison einer der Leistungsträger der Mannschaft war. „Es gibt für uns noch keinen Grund, über irgendetwas nachzudenken. Zunächst muss Jefferson zu mir kommen und mir das Angebot nennen, danach können wir uns Gedanken machen, wie es weitergeht“, so Magath. Was darauf hindeutet, dass sich der 57-Jährige mit einem Weggang Farfans eventuell arrangieren könnte. Der Peruaner gehört in dieser Saison zwar bislang zu den besten Schalkern, fällt aber auch immer wieder durch Disziplinlosigkeiten und fehlende Motivation auf. Zudem könnten die gut 14 Millionen Euro Ablösesumme, die für Farfan (Vertrag bis 2012) zu zahlen wären, die klamme Schalker Kasse weiter auffüllen.

So ist im Schalker Winter-Trainingslager in Belek von Beginn an für Gesprächs- und Zündstoff gesorgt. Die Knappen werden sich im milden Mittelmeer-Klima bis zum kommenden Freitag auf die Rückrunde vorbereiten. Während Magath vor exakt einem Jahr noch in einen Kaufrausch verfallen war und acht Spieler geholt hatte, will er die Zeit in Belek dazu nutzen, den Kader zu verkleinern. Die Streichliste ist lang, doch die Spieler, die darauf zu finden sind, sind bei weitem nicht so attraktiv wie Jefferson Farfan. Alexander Baumjohann, Jermaine Jones oder Erik Jendrisek stehen beispielsweise zur Disposition. Festzustehen scheint bislang nur eins: Nach der Rückkehr am 14. Januar wird der Schalker Kader auf alle Fälle geschrumpft sein.

JENS GREINKE

Quelle: wa.de

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