Erstes Endspiel um die Champions League

GELSENKIRCHEN - Mit einem Sieg gegen Bayer Leverkusen könnte Schalke 04 schon für die Champions League planen. Das ist auch nötig, um die Stars halten und die hohen Personalkosten tragen zu können.

Von Jens Greinke

Huub Stevens denkt meist in überschaubaren Zeitabschnitten, auf langfristige Prognosen reagiert er mitunter recht unwirsch. Da viele Aussagen des Niederländers aus dem Zitatenschatz von Sepp Herberger stammen, sagt er auch gerne: „Das nächste Spiel ist immer das wichtigste.“ Dass die Partie gegen Bayer Leverkusen heute (18.30 Uhr) besonders wichtig ist, ist so klar wie die Tatsache, dass der Ball rund ist.

Zehn Punkte Vorsprung haben die Schalker als Tabellen-Vierter auf den direkten Verfolger Leverkusen bereits. Im Falle eines Heimsieges wären es 13 Zähler Abstand zum Werksteam – und elf zu Werder Bremen, falls die Hanseaten ihr Heimspiel gegen den FC Augsburg ebenfalls gewinnen. Bei dann noch sieben ausstehenden Spielen ein enormer Vorsprung. Natürlich sei selbst dann „noch nichts sicher“, sagt Stevens, muss aber zugeben: „Das wäre natürlich nur ganz schwer zu verspielen. Denn wir werden danach sicherlich noch das ein oder andere Spiel gewinnen.“

So gesehen ist die Partie gegen die Leverkusener eine Art Entscheidungs-Spiel. Zumindest der vierte Platz und somit die Teilnahme an der Qualifikationsrunde für die Königsklasse wäre fast sicher. Was Auswirkungen hätte. Für einige Spieler, deren Verträge der Klub gerne verlängern würde, dürfte wichtig sein, welches Perspektive Schalke in der kommenden Saison zu bieten hat. Für Klaas-Jan Huntelaar zum Beispiel wäre eine mögliche Teilnahme an der Champions League sicherlich förderlich, seinen Kontrakt über das Jahr 2013 hinaus zu verlängern.

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Horst Heldt indes hält sich zurück. Als Manager ist es geradezu seine Verpflichtung, zunächst immer mit dem „worst case“ zu rechnen. So sagt der 42-Jährige: „Selbst wenn wir gegen Leverkusen gewinnen, haben wir den vierten Rang noch nicht sicher.“ Selbst diese Platzierung würde keine Planungssicherheit schaffen. „Dazu müssten wir die direkte Qualifikation für die Champions League, also Platz drei, sicher haben“, sagt Heldt. Aus diesen Gründen würden die Planungen der Schalker unabhängig davon laufen, welchen internationalen Wettbewerb sie letztlich erreichen werden. „Es ist erst einmal sinnvoller, mit einem Szenario zu rechnen, das nicht so erfreulich ist. Wenn es dann erfreulich wird, ist es umso schöner“, sagt Heldt.

Heute Abend wird Huub Stevens in der Abwehr weiter auf Benedikt Höwedes und Christoph Metzelder (beide Muskelfaserriss) verzichten müssen. Ein Manko, das die Bestrebungen, endlich mal nicht mit 0:1 in Rückstand zu geraten, erschwert. In dieser Saison lagen die Gelsenkirchener in bereits 17 Pflichtspielen zunächst in Rückstand. Auch wenn es letztlich acht Mal gelang, eine Niederlage zu vermeiden, wünscht sich Jermaine Jones mehr Konzentration von Anfang an: „Wir wachen immer erst nach einem Gegentor auf. Das mussen wir abstellen, das kostet einfach zu viel Kraft“, sagt der Mittelfeld-Kämpfer.

Für Stevens hingegen ist vor allen eins wichtig: „Wenn das Ergebnis am Ende für uns positiv ist, habe ich kein Problem mit einem Rückstand.“

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Quelle: wa.de

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