Brisante Rückkehr von Magath nach Schalke

GELSENKIRCHEN ▪ Es sind in den vergangenen Tagen einige Details aus der Schalker Kabine gedrungen, die Felix Magath nicht allzu gut gefallen haben dürften. Von Jens Greinke

Wer es gut mit ihm meint, bezeichnet sein Verhältnis zu Fußball-Profis als distanziert professionell. Wer es nicht so gut mit ihm meint, der spricht von eisiger Unnahbarkeit, die manchmal ins Menschen verachtende abgleiten kann. In der Schalker Mannschaft gibt es jedenfalls einige Spieler, die so denken wie Hans Sarpei: „Wir wollen Wolfsburg am Samstag schön weghauen“, hatte der Ghanaer nach dem 5:2-Sieg der Schalker bei Inter Mailand angekündigt. Wobei sich sein Groll weniger gegen den VfL sondern mehr gegen den Trainer der „Wölfe“ richtet.

Dass das Verhältnis des 57-Jährigen Schalker Ex-Trainers zu den meisten Spielern schlecht bis zerrüttet war, zeigen die Aussagen mehrerer Profis. Mannschaftskapitän Manuel Neuer, der sich beim Aufsichtsrat über die schroffe Art Magaths beklagt hatte, hatte in der Vergangenheit mehrfach angedeutet, dass die Mannschaft nicht mehr länger bereit war, Magaths autokratischen Stil zu akzeptieren. Dies war einer von mehreren Aspekten, die vor drei Wochen schließlich zur Trennung geführt hatten. So wird die Rückkehr Magaths nach nur 24 Tagen Samstag Nachmittag (15.30 Uhr) zu einer brisanten Geschichte. Jefferson Farfan, den Magath in der Winterpause ausgerechnet nach Wolfsburg hatte verkaufen wollen, hat die Stimmung bei den Schalkern offensichtlich kräftig angeheizt. Nach der Gala in Mailand soll er seine Mitspieler darauf eingeschworen haben, sich bei Magath „für alles zu rächen“. Der Peruaner selbst kann sich nicht mehr vorstellen, jemals wieder mit Magath zusammen zu arbeiten: „Da gehe ich lieber zurück in meine Heimat, schleppe Steine und grabe die Erde um“, hatte der Flügelstürmer in einem Interview mit der „Sportbild“ gesagt.

Spannend wird es sein, wie Magath im Stadion von den Fans begrüßt werden wird. Viele Schalker Anhänger sehen in dem 57-Jährigen weiterhin denjenigen, der die Basis für viele positive Dinge gelegt hat. Doch nachdem in den vergangenen Monaten immer mehr durchgesickert war, dass das Klima im Verein durch Magath und seinen Stab dem eines Kühlhauses ähnelte, wendeten sich viele vom einstigen Impresario ab. Dass Magath, der in Gelsenkirchen immer wieder das „Söldnertum“ einiger Profis beklagt und verurteilt hatte, sich nur zwei Tage nach seiner Trennung auf die Trainerbank in Wolfsburg setzte, vergrätzte viele weitere seiner früheren Anhänger. Ebenso wie die Vorwürfe des Vereins, in denen von finanziellen Unregelmäßigkeiten die Rede war.

Magath selbst ist bemüht, die Brisanz der Partie herunter zu spielen: „Es ist schade, dass das Wichtigste zur Nebensache wird. Denn wir brauchen dringend Punkte. Ich habe Sorgen, denn diese Situation ist kritisch.“ Genau dies ist für Hans Sarpei, der ebenso wie Alexander Baumjohann von Magath in die Schalker Amateurmannschaft verbannt worden war, Grund genug, sich besonders anzustrengen: „Wir wollen dafür sorgen, dass er mit Wolfsburg lange unten drin steht.“

Schalkes neuer Coach Ralf Rangnick setzt in der heutigen Partie andere Prioritäten: „Am Ende geht es für uns nur darum, einen Sieg zu landen und damit den Abstiegskampf ad acta zu legen“, sagt der 52-Jährige, der nach den beiden Auswärtssiegen in St. Pauli (2:0) und bei Inter Mailand vor seinem ersten Heimspiel nach seiner Rückkehr auf die Schalker Trainerbank steht. Er kann sich im Gegensatz zu Magath ziemlich sicher sein, mehr als freundlich empfangen zu werden.

Quelle: wa.de

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