Rückstand wächst

Realismus auf Schalke: Europa wird eine knifflige Angelegenheit

Frust pur: Schalke 04 verliert die Europapokal-Plätze immer mehr aus den Augen.
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Frust pur: Schalke 04 verliert die Europapokal-Plätze immer mehr aus den Augen.

Hamburg - Schalke 04 verliert die internationalen Plätze nach der Pleite in Hamburg immer mehr aus den Augen. Der Blick muss wieder in den Rückspiegel gehen. Die Hoffnung geben sie dennoch nicht auf.

Kaum war der Abpfiff im Volksparkstadion ertönt, stapfte Markus Weinzierl in die Katakomben der Arena. Frust machte sich breit beim Trainer von Schalke 04. „Wir sind enttäuscht und unglücklich“, sagte der 41-Jährige. „Wir haben keine gute Leistung abgeliefert.“ Benedikt Höwedes wurde nach dem 1:2 seiner Königsblauen beim Hamburger SV noch deutlicher: „Wir haben grottenschlechten Fußball gespielt.“

Gleiches galt zwar auch für den HSV, weshalb die Zuschauer tatsächlich nicht gerade ein herzerwärmendes Duell gesehen hatten. Doch der entscheidende Unterschied war, dass die Hanseaten vor allem im zweiten Durchgang bissiger und griffiger wirkten. „Hamburg hat auch Fehler gemacht“, merkte der Kapitän zu Recht an: „Aber die haben wir nicht ausgenutzt.“

Auch in dieser Hinsicht stellten sich die Hausherren besser an. Sie profitierten von zwei Abwehr-Aussetzern der Königsblauen und kamen dank Nicolai Müller (60.) und Bobby Wood (82.) auf die Siegerstraße. Mehr als der Anschlusstreffer des eingewechselten Donis Avdijaj (89.) war für die Gäste nicht mehr drin. „Wir hatten zu viele Abspielfehler”, monierte Höwedes. „Außerdem haben wir unsere Konter schlecht ausgespielt.“

Schalker Horror-Bilanz

Die Hoffnung auf den Anschluss an die internationalen Plätze ist im Lager der Schalker längst dem Realismus gewichen. Denn trotz des Zwischen-Hochs weisen die Gelsenkirchener eine Horror-Bilanz auf. Die Pleite in Hamburg war die achte in dieser Saison – zu diesem Zeitpunkt so viele wie seit 23 Jahren nicht mehr. Aus den vergangenen vier Liga-Duellen holte Königsblau nur einen Punkt. Unterm Strich bedeutet das 18 Punkte und Platz elf. „Wir sind seit Leipzig wieder aus dem Tritt gekommen“, meinte Sportvorstand Christian Heidel: „Deswegen stehen wir da, wo wir stehen. Das ist genau richtig, die Tabelle lügt nicht.“

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Statt bis zur Winterpause auf Tuchfühlung zu Rang sechs zu sein, muss Schalke wieder eher in den Rückspiegel schauen. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz 16 beträgt gerade einmal fünf Zähler. Der Tabellen-Sechste Hertha BSC ist derweil neun Punkte entfernt – vor dem Spiel der Berliner gegen Darmstadt. Angesichts dieser Sachlage „möchte ich nicht über das internationale Geschäft reden“, sagte Heidel: „Wir sind völlig realistisch. Damit können wir umgehen.“ Auch für Höwedes werde es „ein kniffliges Ding, da überhaupt wieder Anschluss zu finden, wenn wir ganz ehrlich sind“, meinte der Kapitän: „Wir müssen aufpassen, dass wir da nicht dumm nach unten rutschen.“

Mehr Qualität für königsblaue Ziele nötig

Gänzlich begraben wollte die Hoffnung aber niemand. „Wir wissen, woran wir arbeiten müssen“, sagte Ralf Fährmann. Und auch wenn die angespannte Personalsituation niemand als Ausrede nutzen wollte, sei sie dennoch „eine Ursache dafür, dass wir nicht mehr so spielen wie in den zwölf Partien, in denen wir ungeschlagen waren“, sagte Heidel. „Wenn fast keiner mehr auf seiner Position steht, ist es schwierig.“

Weinzierl wollte seine Zuversicht dennoch nicht verlieren. Nun gelte es eben, „einen neuen Anlauf zu nehmen und gut zu starten“. Im Idealfall mit einem möglichst voll besetzten Kader. Auch wenn es niemand bestätigte, scheint es wahrscheinlich, dass Schalke im Winter nachrüstet, denn: „Wir“, sagte der Trainer, „haben große Ziele. Und die erreichen wir über Qualität.“

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Quelle: wa.de

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