Niederlage in Freiburg

Pleiten, Pech und Pannen: Die Gründe für Schalkes Fehlstart

Ein Bild mit Symbolcharakter: Schalke ist nach fünf Pleiten am Boden.
+
Ein Bild mit Symbolcharakter: Schalke ist nach fünf Pleiten am Boden.

Schalke klammert sich nach der Pleite in Freiburg an die Leistung der ersten Halbzeit. Doch die Gründe für den Fehlstart sind vielseitig.

Freiburg - Ralf Fährmann war der erste, der bei den Fans am Zaun gestanden hatte. Seine Teamkollegen folgten.

Ja, es gab auf Schalker Seite einiges an Gesprächsbedarf, nachdem die Königsblauen mit dem 0:1 beim SC Freiburg auch das fünfte Liga-Match verloren und damit den Negativ-Startrekord aus der Saison 2016/17 eingestellt hatten. Umso überraschender war die Reaktion der Anhänger: Applaus für das Team.

„Sie habe uns klipp und klar gesagt, dass sie auch in den nächsten Spielen hinter uns stehen“, berichtete Stürmer Cedric Teuchert: „Jetzt wird es an der Zeit, dass ihr ihnen das mit drei Punkten zurückzahlen.“

Dass das bald geschehen wird, glaubt auch Christian Streich. „Schalke war fußballerisch bärenstark“, sagte Freiburgs Coach: „Wenn sie so weiter machen, sind sie auf dem richtigen Weg.“ Auch die Königsblauen sprachen von einer besonders guten ersten Halbzeit, die für Trainer Domenico Tedesco die Grundlage für die kommenden Wochen sei.

Ordentliche Ansätze, schlecht zu Ende gespielt

Tatsächlich war es den Schalke in den ersten 45 Minuten über weite Strecken gelungen, Dinge fußballerisch lösen zu wollen. Die sechs Änderungen in der Startelf machten sich verhältnismäßig bezahlt. Es war kein Offensiv-Feuerwerk, aber Möglichkeiten waren da.

Erst erzielte Teuchert ein Abseits-Tor, dann trafen der vor allem im Vorwärtsgang auffällige Hamza Mendyl sowie anschließend Daniel Caligiuri den Pfosten. Ansonsten: ordentliche Ansätze, weniger ordentlich zu Ende gespielt. Es war nicht überragend, allenfalls ganz okay. Und okay reicht nicht.

„Wir müssen besprechen, wie wir noch besser in die Box kommen, wann wir die Flanken spielen“, erklärte Tedesco, der die Dinge intern klarer anspricht als nach Außen, um seine Truppe zu schützen.

Doch die fehlende Gefahr im gegnerischen Strafraum ist beileibe nicht der einzige Grund für den Schalker Fehlstart.

- Fehlendes Matchglück: „Die Leidenschaft und dass wir im richtigen Moment das nötige Glück hatten“ habe zu Freiburger Sieg beigetragen, meinte Streich. Jenes Glück, von dem die Knappen in der Vorsaison einiges hatten – und das ihnen aktuell fehlt. „Es kommt sehr viel Pech dazu“, meinte Teuchert mit Blick auf seinen zu Recht aberkannten Treffer sowie die beiden Alu-Schüsse. Dass Fährmann das Freiburger Siegtor durch Florian Niederlechner mit einem Patzer einleitete, passte ins Bild. Genauso wie die Tatsache, dass der Kapitän die Katakomben kommentarlos verlassen hatte.

Schalke am Boden: Auch gegen Freiburg ist nichts zu holen

- Spieler nicht an der Leistungsgrenze: Es ist kein Geheimnis, dass wichtige Säulen der Vorsaison überperformten und weit über ihrer Leistungsgrenze spielten. Und genau diese Profis haben derzeit mehr mit sich selbst zu kämpfen: Daniel Caligiuri ist bei weitem nicht mehr so auffällig, Guido Burgstaller findet aktuell kaum statt.

Und sogar Naldo bekam – wenn auch offiziell mit der Englischen Woche begründet – eine Pause. Seine Akteure wüssten, „dass 98 Prozent nicht reichen“, hatte Tedesco bereits vor einigen Tagen gesagt. Offenbar ist dieser Fakt noch nicht bei jedem angekommen.

- Fehlende Offensivgefahr: Mit durchschnittlich 12,4 Schüssen pro Begegnung ist Schalke Mittelmaß, schlechter sieht es bei den Schüssen auf das Tor aus (3,8). Die Ausbeute von zwei Treffern auf fünf Partien ist mehr als mickrig. Die im ersten Durchgang gezeigten Ansätze müssen verbessert werden.

Vor allem die quirligen Amine Harit und Yevhen Konoplyanka taten dem Spiel gut. Wie wenig lange Bälle nach vorne bringen, demonstrierte der zweite Abschnitt, in dem die größte Schalker Möglichkeit ein 20-Meter-Freistoß von Matija Nastasic war.

- Wackelige Defensive: In der Vize-Meister-Saison war die Kompaktheit das Schalker Prunkstück. Und jetzt? Neun Gegentore in der Bundesliga, nicht einmal zu Null gespielt. Obwohl mit Salif Sane eigentlich jemand dazugekommen ist, der dem Konstrukt noch mehr Halt geben sollte. Doch der Ex-Hannoveraner ist auf Schalke weiter in der Findungsphase, gehörte in Freiburg anfangs eher zu den Unsicherheitsfaktoren. „Wir müssen dringend eine Lösung finden“, merkte Naldo an.

Verpassen sie keine Nachricht zum FC Schalke 04 und werden Sie Fan unserer Facebook-Seite.

Quelle: wa.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare