149. Revier-Derby

Keine Tore und viele Karten im Revier-Derby

Borussia Dortmund - FC Schalke 04
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Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 lieferten sich ein packendes und intensives Derby.

Dortmund - Mehr Gelbe Karten als Torchancen, ein paar geklaute Banner und keine Tore – das 149. Pflichtspiel-Derby zwischen Borussia Dortmund und dem FC Schalke 04 bot zwar einen gewissen Nervenkitzel, fand aber letztlich keinen Sieger.

Während die Schalker damit auch im siebten Pflichtspiel in Folge unbesiegt blieben und zumindest ihr Minimalziel erreichten, verloren die Borussen erneut zwei Punkte auf die Spitze. Der Abstand auf die zweitplatzierten Leipziger liegt bereits bei sechs und auf Tabellenführer Bayern München bei acht Zählern. 

BVB-Trainer Thomas Tuchel hatte auf Gonzalo Castro wegen muskulärer Probleme verzichten müssen. Seine Position im Mittelfeld nahm Shinji Kagawa ein. Zurück in die Startformation kehrte auch Pierre-Emerick Aubameyang, der zuletzt im DFB-Pokalspiel gegen Union Berlin (3:0 i.E.) wegen einer Wadenprellung gefehlt hatte. Markus Weinzierl setzte gestern erneut auf seine variable Defensive, die sich zuletzt etabliert hatte. 

Bei Ballbesitz sicherten die drei Innenverteidiger Matija Nastasic, Naldo und Benedikt Höwedes hinten ab. Und war der BVB in der Vorwärtsbewegung, stockten Sead Kolasinac und Alessandro Schöpf die Defensivreihe zu einer Fünferkette auf. "Ich glaube, wir können mit dem Punkt leben. Wir wissen um die Dortmunder Qualität. Am Ende ist das 0:0 für beide Seiten in Ordnung", so Kolasinac. "Wenn wir uns weiter so reinwerfen, sind wir auf einem guten Weg", sagte der Verteidiger.

In der Offensive ließ der Schalke-Coach ebenfalls sehr variabel spielen: mit Di Santo als Mittelstürmer, der immer wieder von Max Meyer als zweite Spitze unterstützt wurde. Das 149. Pflichtspielderby wurde wie erwartet von der ersten Minute ein intensives Spiel. Vor dem Spiel hatte Thomas Tuchel noch den „Männerfußball“, den die Schalker derzeit spielen, gelobt. 

Borussia Dortmund - FC Schalke 04 0:0

Im Derby waren es zunächst die Schwarzgelben, die dahin gingen, wo es wehtat. Bereits nach elf Minuten hatten Shinji Kagawa und Julian Weigl die Gelbe Karte gesehen. Am Ende der ersten Halbzeit lautete die Torschuss-Bilanz 0:4 aus Dortmunder Sicht, was geradezu eine Sensation war. Denn erstmals seit 2006, als diese Daten erstmals erfasst wurden, blieb der BVB damit in der ersten Halbzeit ohne Torschuss. Was an der extrem stabilen und auch konzentrierten Schalker Defensive lag. Ousmane Dembélé versuchte zwar drei, vier Mal ein Dribbling anzusetzen, blieb aber jedes Mal hängen. Die Dortmunder verstanden es zwar, die Schalker weit nach hinten zu drängen, fanden jedoch keine Schlupfloch in Richtung des Tores von Ralf Fährmann. 

Die Gäste hingegen kamen immer mal wieder gefährlich nach vorne. Das von Weinzierl verordnete Pressing sorgte für einige Ballgewinne im Mittelfeld. Die schönste Aktion der ersten Halbzeit gab es in der 3. Minute zu sehen, als Benedikt Höwedes, Leon Goretzka und Max Meyer ein geradezu brasilianisches Element in den „Männerfußball“, brachte, letztlich war es aber brotlose Kunst.

Die aussichtsreichste Torchance im ersten Durchgang hatte Di Santo, dem Lukasz Piszczek in allerletzter Sekunde mit einer beherzten Grätsche einen Strich durch die Rechnung machte (14.). Abseits des Platzes sorgten die Dortmunder Ultras für einen Aufreger, als sie Mitte der ersten Halbzeit geklaute Schalke-Banner präsentierten, die sich wenig später anzündeten. 

Doch, oh Wunder, kurz nach dem Wiederanpfiff kam es tatsächlich zur ersten richtigen Torchance dieser Partie. Ein langer Diagonalball von Max Meyer erreicht Sead Kolasinac auf der linken Seite, der aus gute elf Metern abzog, doch an BVB-Keeper Roman Bürki scheiterte, der zur Ecke klärte (47.). Übrigens zur sage und schreibe zweiten Ecke bis zu diesem Zeitpunkt. Und plötzlich war Feuer in diesem bis dahin so reservierten Nachbarschaftsduell. Kurze Zeit später traf Dembélé nach einer schönen Flanke von Piszczek nur die Latte (53.). Danach war der Offensivzauber erst einmal wieder vorbei, das Spiel verlagerte sich wieder zwischen beide Strafräume.  

Beide Trainer reagierten und brachten mit Eric Maxim Choupo-Moting auf Schalker und Raphael Guerreiro frische Kräfte. Eine Viertelstunde vor Schluss mussten sich die Schalker bei Ralf Fährmann und Sead Kolasinac bedanken, dass es weiter 0:0 stand: Zunächst parierte der Schalke-Keeper einen Schuss von Mario Götze (73.), ehe Kolasinac spektakulär vor dem einschussbereiten Christian Pulisic klärte. "Wenn der Ball reingeht, bin ich zufrieden. Der Winkel wurde zu spitz und dann habe ich den Ball nicht mehr rüberbekommen", so Götze. "Mit dem Aufwand den wir betreiben, müssen wir uns besser belohnen", sagte der Nationalspieler.

In der 81. Minute hatte dann auch Aubameyang seine Chance, doch sein Schuss aus spitzem Winkel verfehlte das Tor ebenfalls. Letztlich endete der "Männerfußball" zwischen den beiden Erzrivalen mit 0:0, bei den Gelben Karten ging der Vergleich mit 4:4 ebenfalls unentschieden aus. "Wir haben in der ersten Halbzeit viele einfache Fehler gemacht. Wir haben eine tolle zweite Halbzeit gespielt und waren drauf und dran, das Tor zu erzielen", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel. "Wir sind mit dem Punkt zufrieden. Wir haben zu Null gespielt, das gibt Selbstvertrauen. In der Konterbewegung müssen wir sauberer werden. Die Möglichkeiten waren da, aber der letzte Pass hat gefehlt", sagte Schalkes Trainer Markus Weinzierl, "im Großen und Ganzen ist es ein gerechtes Ergebnis."

Quelle: wa.de

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