„Wir sind wie eine große Familie“ – Neue Schiri-Generation bei Adler Buldern

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Die neue Schiedsrichter-Generation von Adler Buldern: Tobias Riegel (oben von links) Lars Suttrup, Thomas Nieswandt, Frederik Wübbelt und Tarik Gündogdu, sowie Jan Lesting (unten von links), Andreas Kemper, Lewin Brathe und Jan Messing.

Buldern. Das Bestehen der Schiedsrichterprüfung ist nur die erste Hürde für neue Schiedsrichteranwärter. Besonders bei den jüngeren Neulingen ist die Abbruchquote innerhalb der ersten Saison sehr hoch. Auch Adler Bulderns Schiedsrichterobmann Tarik Gündogdu kennt dieses Problem: „Es ist schon schwer genug, überhaupt Leute vom Amt des Schiedsrichters zu überzeugen und mindestens genauso schwer, die Leute am Ball zu halten.“ Der selbst noch aktive Schiedsrichter hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Funktion des Schiedsrichterobmanns mit vollster Hingabe nachzugehen – mit Erfolg. Seit 2017 pfeifen sechs Jugendliche mehr für den Verein.

In die Wege geleitet hat das Gündogdu selbst, der die Jugendmannschaften bei einer Trainingseinheit besuchte und das Amt des Schiedsrichters vorstellte: „Er hat versucht, uns mit vollem Körpereinsatz zu überzeugen“, erinnert sich Lewin Brathe, der 2017 seine Prüfung absolvierte: „Dafür ist er im Verein auch bekannt.“ Dass Gündogdus Engagement sich gelohnt hat, zeigt das Ergebnis der Prüfungsabsolventen. „Es ist schön zu sehen, dass die Jungs Spaß am Pfeifen haben. Das ist das Wichtigste“, weiß Gündogdu über die nicht immer leichte Aufgabe als Spielleiter.

„Es darf auch nicht vergessen werden, sich neben dem Platz um die Jungs zu kümmern“, betont er. Dabei geht es nicht nur um die monatlichen Lehrabende, zu denen die Schiedsrichter gemeinsam fahren, sondern auch um regelmäßige Gespräche und gemeinsame Aktivitäten. „Wir planen Stadionbesuche, Kegelabende und andere Ausflüge“, erklärt Lars Suttrup, der seit dieser Saison als neuester Unparteiischer dabei ist. Der Besitz des Schiedsrichterscheins berechtigt zum kostenlosen Stadionbesuch aller Spiele innerhalb des Deutschen Fußballbundes. „Davon haben wir oft Gebrauch gemacht“, sagt Brathe: „Das Highlight war das Revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04“, sind sich beide Jungschiedsrichter einig. Aber auch eine Stadtrundfahrt in Köln und eine Stadiontour in Dortmund seien Highlights gewsen, die das junge Schiedsrichterteam enger zusammengeführt hätten.

2019 ist eine weitere große Fahrt geplant, verrät der Schiedsrichterobmann: „Wir wollen mit allen Schiedsrichtern nach Hamburg fahren und ein Wochenende im Zeichen des Pfeifens organisieren. Neben Freizeitaktivitäten soll es auch Weiterbildungen geben, um dem Ausflug den nötigen Mehrwert zu geben.“ Gündogdu ist dafür schon fleißig auf der Suche nach weiteren Sponsoren, um die Fahrt zu ermöglichen. „Der Verein unterstützt die Schiedsrichter, wo es nur geht. Ob es um Ausstattung, Prämien oder eben solche Ausflüge geht. Das ist wirklich bemerkenswert“, lobt der 23-Jährige die Zusammenarbeit mit dem Verein.

Kein Wunder also, dass Gündogdu weitere Ziele verfolgt: „Es wäre schön, wenn wir zur nächsten Saison auf eine zweistellige Zahl an Schiedsrichtern kommen würden. Noch schöner wäre es, wenn wir es schaffen würden, auch die erste aktive Schiedsrichterin des Vereins stellen zu können.“

Für einen schnellen Einbruch spricht aktuell jedenfalls nichts. „Ich werde auf jeden Fall weitermachen“, sagt Lars Suttrup. „Daran gibt es keinen Zweifel“, versichert auch Lewin Brathe. „Wir sind wie eine große Familie. Wenn es Probleme gibt, dann reden wir darüber. Wir wollen durch unsere gemeinsamen Aktivitäten dieses Wir-Gefühl stärken, sodass der Kontakt auch weiterhin eng bleibt“, so Gündogdu. Dass die Zeit einer neuen Generation in Buldern eingeläutet worden ist, steht außer Frage. Dennoch zeigen erfahrene Schiedsrichter wie Thomas Nieswandt und Tobias Riegel nach wie vor, dass das Pfeifen auch nach vielen Jahren noch Spaß machen kann. Im Rahmen des Dorfpokals ehrte der Klub Riegel für zehn Jahre und Nieswandt für 15 Jahre Engagement. „Es ist schön, diese Dankbarkeit und Wertschätzung zu spüren“, freut sich Nieswandt über die Urkunde. „Ich sprenge zwar mittlerweile den Altersdurchschnitt, aber es sind einfach vernünftige Jungs, mit denen man viel Spaß haben kann“, lacht der 48-jährige Bergmann.

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