Streiflichter-Interview mit Marcel Mahl und Mike Lerche, TSG Dülmen

„Wir geben beim Mädchenfußball Vollgas“

Marcel Mahl (links) und Mike Lerche wollen den Frauen- und Mädchenfußball bei der TSG Dülmen noch weiter voran bringen. Foto: André Sommer

Dülmen. Schon oft wurden in Dülmen Versuche unternommen, den Mädchen- und Frauenfußball voran zu bringen.

Doch so ruckelfrei und breit besetzt wie bei den Jungen und Senioren kam der Ball nirgendwo in der Tiberstadt ins Rollen. Wie es funktionieren kann, hat Mike Lerche in den vergangenen Jahren bei der DJK Eintracht Coesfeld-VBRS demonstriert, wo er nach einem Neuanfang der Frauenfußballabteilung einen stabilen Unterbau auf die Beine stellte. Ab Sommer wollen nun die Mitglieder der Fußballabteilung von der TSG Dülmen von Mike Lerches Erfahrung profitieren, der dann zu den Blau-Gelben wechselt. Streiflichter-Mitarbeiter André Sommer traf sich mit Marcel Mahl von der TSG Dülmen und mit Mike Lerche, um über deren Pläne zu sprechen.

Mike, im Sommer wechseln Sie von der DJK-VBRS zur TSG Dülmen. Was hat Sie dazu bewegt?

Mike Lerche: Man soll bekanntlich aufhören, wenn es am Schönsten ist. Christian Schultewolter, Klaus Ristau und ich haben in den vergangenen Jahren erfolgreich dafür gesorgt, dass der Mädchen- und Frauenfußball in Coesfeld Zukunft hat – und das hat sich auch über die Stadtgrenzen hinaus herumgesprochen. Als ich dann immer wieder Angebote von anderen Vereinen bekam, hat mich das nachdenklich gemacht. Beim Anruf der TSG, wurde schnell klar, dass ich mich der Herausforderung stellen möchte, den Mädchenfußball auch in Dülmen noch weiter voran zu bringen.

Marcel Mahl: Wir von der TSG haben uns sehr über Mikes Zusage gefreut! Ein erfahrener Typ, der super in unser Trainerteam passt. Er hat in Coesfeld das Fundament für den stabilen Mädchenfußball gelegt – das hoffen wir nun in Dülmen auch zu erreichen.

Wie wollen Sie das Projekt angehen?

Mike Lerche: Wir werden – abgesehen davon, dass wir Flyer verteilen und Poster aufhängen – gezielt in die Schulen gehen, Schnupperturniere veranstalten und vor allem die Eltern mit einbeziehen. 

Marcel Mahl: Ich werde in den kommenden Tagen beispielsweise kleine Fußballtrainingseinheiten nur für Mädchen in der Paul-Gerhard-Grundschule leiten, um den Mädchen das Vorurteil auszutreiben, Fußball wäre nur ein Jungensport.

Mike Lerche: In Coesfeld haben wir schnell gemerkt, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit der Trainer untereinander und vor allem mit den Eltern ist. Dass das Trainerteam bei der TSG ebenfalls sehr gut harmoniert, habe ich schon daran gemerkt, mit wie offenen Armen ich empfangen wurde. Ich denke, ich habe eine gute Entscheidung getroffen!

Marcel, Sie arbeiten ja bereits seit Monaten an einem neuen „Wir-Gefühl“ bei der TSG. Trägt das bereits Früchte?

Marcel Mahl: Und wie! Unter dem Motto „Wir sind TSG“ versorgen die anderen Trainer und ich beispielsweise unsere Mitglieder auf der Homepage und auf Facebook mit Infos. Mir liegt es sehr am Herzen, dass der Nachwuchs stolz darauf sein kann, im blau-gelben Trikot aufzulaufen.

Schon jetzt ist der Frauen- und Mädchenfußball bei der TSG nicht unerfolgreich – wie ist dieser sportliche Bereich derzeit aufgestellt?

Marcel Mahl: Nach einer kleinen „Schwächephase“ vor einigen Jahren, sind wir bereits auf einem sehr guten Weg. Es kicken circa 60 Mädchen bei uns – ab der E-Jugend stellen wir in jeder Altersklasse Mannschaften. Dazu kommen 25 Damen, die ein Seniorinnen-Team bilden. Dort ist vor allem der unglaubliche Teamgeist bemerkenswert! Eine coole Truppe. Für die Zukunft wünschen wir uns vielleicht auch schon eine F-Jugend-Mädchen-Mannschaft anzubieten und die einzelnen Jugenden auch in der Breite zu stärken.

Wie können interessierte Eltern und Mädchen Kontakt aufnehmen?

Marcel Mahl: Eine genaue Übersicht über unsere Teams gibt’s unter www.tsg-duelmen.de. Ansonsten beantworte ich gerne telefonisch unter (0171) 7015374 oder per Mail an marcel@78seconds.de offene Fragen.

SL-Ausgabe vom 28.1.2015

​Von André Sommer

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