„Mit Kickervirus infiziert“

Tischkicker-Abteilung der SG Coesfeld 06 nimmt an den Deutschen Meisterschaften teil

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Die Tischkicker-Spieler der SG Coesfeld 06 sind bereits seit Jahren von der Sportart begeistert.

Coesfeld. Die Bälle wirbeln durch die Luft. Schnelles Handeln an den Stangen ist gefragt, sonst kassiert man ein Tor – oder verpasst die Chance selbst eins zu schießen. Das Tischkickern wird auch Hochgeschwindigkeitsschach genannt. Kein Wunder, wenn man die Spieler beobachtet. Denn nicht nur Köpfchen, sondern auch blitzschnelle Reflexe sind gefragt. Seit zehn Jahren gibt es die Abteilung der SG Coesfeld 06, in der zur Zeit Spieler im Alter von neun bis 71 Jahren kickern. Momentan wird unter anderem für die Deutschen Meisterschaften in Hamburg trainiert.

Wie bei jeder anderen Sportart auch wird das Tischkickern in verschiedenen Ligen organisiert. Die SG Coesfeld 06 spielt momentan in der Kreis- und Bezirksliga. Eine Besonderheit gibt es dennoch: Es gibt Blockspieltage, bei den vier Mannschaften aufeinandertreffen. Gespielt wird vier Mal im Doppel und vier mal im Einzel. Gewechselt werden darf auch, sodass immer der passende Spieler für das jeweilige Match zum Einsatz kommt. Nach und nach arbeitete sich der Verein hoch. „Ein Jahr nach unserer Gründung haben wir mit den Ligaspielen begonnen und wurden dort zunächst verdroschen.  Dann haben wir unsere Trainingszeiten erhöht“, schmunzelt Abteilungsleiter Herbert Bölt.

 „Das Kickern wird häufig mit Kneipen in Verbindung gebracht. Wir betreiben hier aber wirklich das Tischkickern als Sport und haben Ehrgeiz möglichst gut zu sein“, betont Spieler Niko Afentoulidis. Zusammen mit Bölt und dem neunjährigen Lenny Göckener, die alle drei in unterschiedlichen Altersklassen spielen, fährt er Ende Januar zu den Deutschen Meisterschaften. „Das macht jedes Mal unheimlich viel Spaß“, beschreibt Böll, der bereits zum siebten Mal an dem Turnier teilnimmt. „Bei 52 Tischen in einer großen Halle ein großes, aber auch lautstarkes Spektakel.“

Miniturniere am Montagaben d

Doch auch im Alltag spielt das Kickern für die Vereinsspieler eine Rolle. Immer montags treffen sich die SG-Coesfeld-Spieler entweder alleine oder mit Spielern aus befreundeten Vereinen wie beispielsweise Telgte und losen die jeweiligen Gegner für den Abend aus. „Zunächst müssen wir uns warm machen, das ist bei uns nicht anders als bei anderen Sportarten. Unsere Handgelenke müssen auch erst in Schwung kommen“, so Bölt. Von 19.30 bis 22 Uhr wird dann gekickert, was das Zeug hält. „Die Herausforderung ist, den Gegner so schnell wie möglich einzuschätzen, seine Schwächen zu erkennen und dieses Wissen dann direkt umzusetzen“, erklärt Herbert Bölt.

Freundlicher und fairer Umgang

Bei einem sind sich alle einig: die Community der Tischkicker ist ganz besonders. Bei Wettkämpfen treffen die Spieler immer wieder auf bekannte Gesichter – und wenn Neulinge treffen gehen sie offen aufeinander zu. „Nach Spielen wurde mir sogar schon häufiger Tipps von meinen Gegnern gegeben, wie ich mich noch verbessern kann. So etwas sieht man nur selten im Sport“, lobt Fabian Afentoulidis die große Fairness. Auch die Leidenschaft für das Tischkickern verbindet sämtliche Spieler miteinander. „Wir haben uns alle längst mit dem Kickervirus infiziert. So schnell werden wir nicht wieder damit aufhören“, lacht Herbert Bölt. Interessierte können sich bei der SG Coesfeld 06 an der Sportart versuchen. Trainiert wird immer freitags von 15.30 bis 18.30 Uhr, da stehen die Türen auch für Neuankömmlinge offen. Fragen beantwortet Abteilungsleiter Herbert Bölt unter Telefon (02541) 6296.

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