Tänzer nimmt an vielen großen Meisterschaften teil: Interview mit Curtis Brockmann

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Curtis Brockmann tanzt seit fünf Jahren HipHop.

Buldern. Tanzen gehört seit mittlerweile fast fünf Jahren zum Alltag von Curtis Brockmann aus Buldern. Mit neun Jahren hat er angefangen bei den TSF Dülmen e.V. HipHop zu tanzen, bevor er dann Ende letzten Jahres zur Tanzschule Mine Sports in Krefeld gewechselt ist. Curtis konnte in seiner Tanz-Karriere schon einige größere Erfolge verbuchen. Was sein persönlich größter Erfolg war und wie der 14-Jährige überhaupt zum Tanzen gekommen ist, hat er Streiflichter-Mitarbeiterin Lotte Köhne verraten.

Wie bist du vor etwa fünf Jahren an das Tanzen gekommen?

Curtis Brockmann: Ich habe damals glaube ich sogar in den Streiflichtern einen Bericht über die TSF Dülmen gelesen. Dort wurde ein neuer Kinderkurs nur für Jungs angeboten. Ich habe Zuhause vor dem Spiegel immer schon ein bisschen getanzt und dann hat meine Mutter mich animiert da doch mal hinzugehen. Ich habe dann auch etwa fünf Monate in der Basis-Hip-Hop-Gruppe bei Mika Albrink getanzt und musste dann wegen des Alters in die nächst höhere Gruppe.

Du hast auch mal Fußball gespielt. Wieso hast du dich dafür entschieden damit aufzuhören und nur noch zu tanzen?

Curtis: Ich habe tatsächlich mit drei Jahren angefangen Fußball zu spielen und war als Stürmer auf Torejagd. Weil die Meisterschaften vom Tanzen allerdings am Wochenende sind, könnte ich bei einigen Fußballspielen nicht mitspielen. Weil ich beim Tanzen aber größere Erfolge feiern konnte, habe ich mich dazu entschieden mich darauf zu konzentrieren.

Angefangen hat deine Karriere bei den TSF Dülmen. Mittlerweile fährst du für das Training bis nach Krefeld. Wieso bist du diesen Schritt gegangen?

Curtis: Die TSF waren ein gutes Sprungbrett für mich. Ich habe von meinen Trainern Christin Wewers, Verena Kuhmann, Thanh Ngyen und Mika Albrink eine Menge gelernt. Aber irgendwann hab ich gemerkt, dass ich mich nicht mehr großartig weiterentwickeln kann und mir Vieles selbst beibringen muss. Da habe ich die Chance genutzt und bin Ende letzten Jahres zur Tanzschule Mine Sports in Krefeld gewechselt. Mein Trainer da ist jetzt Can Berdermann, der selbst im HipHop und Breakdance schon einige große Meisterschaften gewonnen hat.

Welche Kategorien tanzt du genau im Hip Hop?

Curtis: Früher habe ich Solo Hip Hop, Formation und Duo getanzt. Dann habe ich langsam mit Solo Battle angefangen. Da tanzt man eins gegen eins und die Richter entscheiden, wer besser ist. Mittlerweile tanze ich noch Team Battle und Small Group. Was Viele nicht wissen, ist, dass wir ganz ohne Requisiten tanzen. Wir dürfen zwar beispielsweise Caps tragen, aber diese nicht aktiv in die Choreo mit einbeziehen. Das gibt dann Minuspunkte oder kann sogar bis zur Disqualifikation führen.

Was genau gefällt dir am Tanzen am besten?

Curtis: Man kann einfach die Augen zu machen und machen, was man möchte. Die Bewegungen haben mir schon immer Spaß gemacht. Ich habe viele Freunde in ganz Deutschland gefunden. Und auch auf dem Tanzparkett bin ich selbstbewusster geworden. Es ist schon etwas Besonderes, wenn man einen Titel bekommt und die Leute einen kennen.

Du konntest ja schon einige große Erfolge für dich verbuchen. Was waren bisher deine größten und wie qualifiziert man sich für die großen Meisterschaften?

Curtis: Das erste Turnier, was für die neue Saison zählt, findet schon am Ende des Vorjahres statt – der Deutschland-Cup. Danach folgt in unserem Fall die Westdeutsche Meisterschaft. Wenn man das Finale erreicht hat, hat man sich automatisch für die Deutsche Meisterschaften qualifiziert. Mit den Punkten, die man beim Deutschland-Cup und bei den Deutschen Meisterschaften sammelt, qualifiziert man sich dann für die Europa- und Weltmeisterschaften. Zu den Europameisterschaften fahren die zehn besten Tänzer oder Teams Deutschlands. Zu den Weltmeisterschaften hingegen nur die fünf Besten. Für mich persönlich war der größte Erfolg, dass wir beim Deutschland-Cup im Team Battle im letzten Jahr den ersten Platz gemacht haben. Wir haben uns alle gefreut, dass wir das in der kurzen Zeit geschafft haben. Ich bin aber auch schon einige Male zur EM oder WM gefahren. Habe also auch schon mit den TSF einige Erfolge feiern können. Dadurch, dass ich jetzt nur noch gegen die besten Tänzer Deutschlands tanze, ist es aber noch schöner, wenn man etwas Großes erreicht.

Hast du bei deinen Auftritten Lampenfieber? Und gibt es irgendein Ritual, dass du vor Meisterschaften durchgehst?

Curtis: Wenn ich mit mehreren zusammen auf der Bühne stehe, habe ich schon Angst, dass es an mir liegt, wenn wir Punkte verlieren, weil ich etwas falsch mache. Ich frage meine Kollegen sehr oft kurz vor dem Auftritt wie welcher Schritt noch mal ging. Da bin ich im Gegensatz zum Solo schon sehr aufgeregt. So ein richtiges Ritual habe ich nicht. Bevor ich in die Halle gehe, habe ich meistens schon alle Freunde und Verwandte begrüßt, aber trotzdem klatsche ich bevor ich auf die Bühne gehe noch mal jedem ab und sage „Hallo“.

Zur Person  

Curtis Brockmann ist 14 Jahre alt und wohnt mit seinen Eltern und Hund Jack in Buldern. Er geht in die achte Klasse auf das private Gymnasium Schloss Buldern. Mit neun Jahren hat er angefangen bei den TSF Dülmen e.V. HipHop zu tanzen. Nach knapp fünf Jahren ist er dann zur Tanzschule Mine Sports in Krefeld gewechselt und kann dort an seine Erfolge der letzten Jahre anknüpfen.

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