Sport mit südamerikanischem Flair: Indiaca-Hobbymannschaft der SG trainiert immer dienstags

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Die Indiaca-Spielerinnen der SG Coesfeld trainieren immer dienstags ab 18 Uhr in der Sporthalle an der Lambertischule.

Coesfeld. Dass dieser Sport seinen Ursprung in Südamerika hat und vermutlich schon von indianischen Ureinwohnern gespielt wurde, klingt einleuchtend. Mehrere Federn in rot schmücken ein gelbes Schlagkissen. Trifft man Letzteres ertönt ein lautes Klatschen. „Das ist ganz gewöhnlich“, lacht Theresia Hinkenbrandt. Sie muss es wissen, schließlich spielt die 76-Jährige seit ihrer Jugend Indiaca.

Hinkenbrandt ist aktuell Übungsleiterin der Indiaca-Hobbymannschaft bei der SG Coesfeld. Das Besondere an diesem Team: Es vereint Generationen. „Ich habe meiner Mutter früher oft beim Training zugesehen und fand das Spiel immer schon super“, erklärt Stefanie Hinkenbrandt. Die 49-jährige Tochter von „Hinkenbrandt senior“ spielt in der gleichen Indiaca-Gruppe wie ihre Mutter. „Der Sport kennt kaum eine Altersbeschränkung und so ist unser jüngsten Mitglied 34 Jahre alt, unserer älteste Spielerin fast 80 Jahre“, lacht Theresia Hinkenbrandt.

Ähnlich dem Volleyball erfolgt Indiaca über ein gespanntes Netz. Zwei gegnerische Mannschaften treten auf je einer Seite an. Anstatt eines Balls wird allerdings die Indiaca – das Spielgerät besitzt den gleichen Namen wie der Sport selbst – verwendet. Und das hat so einige Vorteile, findet zumindest Theresia Hinkenbrandt: „Die Verletzungsgefahr ist beim Indiaca sehr gering“, erklärt sie. Auch Tochter Stefanie ergänzt lächelnd: „Beim Volleyball bekomme ich immer den harten Ball auf die Finger. Der Sport stand für mich deshalb nie zur Debatte.“

Wer nun denkt Indiaca sei ein eher langsamer Sport, der irrt sich gewaltig. Im Trainingsspiel hechtet das Team von Nicole Fleige und Co der Indiaca hinterher. Es wird um jeden Punkt gekämpft und über jeden Treffer gejubelt. „Ein Indiacaspiel endet, wenn eine Mannschaft 25 Punkte erreicht hat, die Indiaca also 25 Mal im gegnerischen Feld auf dem Boden landete“, erläutert Fleige das Bewegungs- und Stellungsspiel.

Als Jugendliche begann die heute 42-Jährige mit dem Sport, legt eine lange Pause ein und startete vor einigen Jahren wieder auf dem Feld durch. „Viele unserer ehemalige Spielerinnen hörten zwischenzeitlich mit dem Indiaca auf, weil sie berufsbedingt beschäftigt waren oder Mütter wurden. Nun kehren einige wieder zurück und unsere Gruppe erweitert sich schrittweise“, freut sich Theresia Hinkenbrandt.

Hinkenbrandt selbst feierte Anfang der 90er Jahre Erfolge im Indiaca. Damals noch im Trikot des Vereins „Rasensport“, einem der Vorgängervereine der SG Coesfeld, wurde sie mit ihrem Team Deutsche Meisterin. Die aktuell 14-köpfige Indiaca-Gruppe der SG nimmt dagegen mittlerweile nicht mehr an Wettbewerben teil und versteht sich als reine Hobbymannschaft. Warum das so ist? „Uns fehlten im Laufe der Jahre immer wieder geeignete Trainer und aufgrund der vielen Sportangebote ist Indiaca vielleicht etwas in Vergessenheit geraten“, überlegt Theresia Hinkenbrandt.

Interessierte Sportler, Wiederanfänger und Neueinsteiger können sich während des wöchentlichen Trainings immer dienstags von 18 bis 20 Uhr in der Turnhalle der Lambertischule selbst vom Indiaca überzeugen. Weitere Infos gibt es auch auf der Webseite der SG Coesfeld.

Für südamerikanisches Flair sorgen übrigens unter anderem verschiedene Spielweisen des Sports: „Normalerweise treten wir in der Turnhalle gegeneinander an, aber ich habe auch schon an einem Turnier am Sandstrand in Haltern am See teilgenommen“, so Birgit Schoenfeld über eine höchst anstrengende Variante des Indiacas.

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