„Ich sorg’ dafür, dass das Team alles hat“

SL-Interview mit Torwarttrainer Dennis Schneider über sein Engagement für Adler Buldern

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Seit acht Jahren trainiert Dennis Schneider schon die Torhüter der ersten Mannschaft von Adler Buldern.

Dülmen. 2011 kam er nach Buldern, um sich um die Torhüter der ersten Fußball-Mannschaft zu kümmern. Seitdem ist Dennis Schneider eine Konstante, die mittlerweile den fünften Trainer in die Saison begleitet. Schnell erweiterte er seinen Aufgabenbereich und kümmerte sich aus Eigeninitiative nicht nur um die Schlussmänner der Adlerträger, sondern auch um Aufgaben, die eher im Hintergrund des Geschehens ablaufen. Streiflichter-Mitarbeiter Tim Nieswandt hat mit dem 34-jährigen Torwarttrainer über sein breites Aufgabenfeld, seine Bindung zu Adler Buldern und die Fußball-Highlights der letzten acht Jahre gesprochen.

Eigentlich wurdest du als Torwarttrainer nach Buldern geholt, aber mittlerweile kümmerst du dich um viel mehr als nur um die Torhüter. Was machst du für die erste Mannschaft?

Dennis Schneider: Wenn ich mich nicht direkt um unsere Schlussmänner kümmere, sorge ich dafür, dass die Mannschaft alles hat, was sie braucht, um optimal auf Trainingseinheiten und Spiele vorbereitet zu sein. Dazu sorge ich dafür, dass sie alles an Ausstattung haben, die Materialien bereitliegen und besorgt werden, wenn etwas fehlt. Ich bin quasi für den Einkauf der ersten Mannschaft zuständig. Egal ob es um Materialien für den Arztkoffer, der Physiotherapeutin, Getränke, Bälle oder neue Trikots geht. Darüber hinaus unterstütze ich auch die Betreuer, soweit es geht.

Und wie ist es dazu gekommen, dass du so viel neben deiner Hauptaufgabe machst?

Schneider: Ich habe es einfach an mich gerissen. In einigen Bereichen hatte es in meinen Augen noch Verbesserungsmöglichkeiten gegeben, und da wollte ich dann anpacken. Die Initiative kam von meiner Seite, und der Verein hatte da auch kein Problem mit – im Gegenteil.

Das klingt nach einer Menge Arbeit. Woher nimmst du Motivation dafür, dich so zu engagieren?

Schneider: Ich mache das für meine Mannschaft. Ich möchte dem Trainer und den Spielern so viel wie möglich abnehmen, damit sie sich vollständig auf das Spiel konzentrieren können. Die meisten der Jungs kenne ich auch schon, seitdem ich hier bin. Ich freue mich einfach, wenn sie es mir danken, indem sie gewinnen.

Wie ist das zeitlich?

Schneider: Egal ob vor einer Trainingseinheit oder vor einem Spiel, ich bin normalerweise immer der Erste am Platz. Das gehört sich meiner Meinung nach als Trainer. Ich bin meist schon bis zu einer Stunde vor dem eigentlichen Treffpunkt, damit alles fertig ist, bevor die Jungs da sind.

Dazu kommt ja noch dein Torwarttraining. Das muss ja auch vorbereitet werden...

Schneider: Mittlerweile habe ich schon ein großes Repertoire an Übungen, das ich abrufen kann. In der Regel dauert die Vorbereitung für eine Trainingseinheit 30 bis 60 Minuten. Die meiste Inspiration nehme ich dabei aus dem Internet. Große Vereine wie Schalke oder Dortmund laden dort Videos hoch mit interessanten Übungen. Ich habe mir aber auch schon Bücher und DVDs angeschafft.

Acht Jahre trainierst du also schon die Torhüter von Adler Buldern, gab es auch Momente, wo du mal etwas anderes sehen wolltest?

Schneider: Vor der letzten Saison wollte ich eigentlich aufhören und habe es mir auch fest vorgenommen. Aber innerhalb von vier Wochen nach Beginn der Vorbereitung, bei der ich bereits öfters zugeschaut habe, bin ich von meinem Rücktritt wieder zurückgetreten. Es geht einfach nicht ohne.

Wahrscheinlich hast du auch viel mit der Mannschaft erlebt in diesen Jahren…

Schneider: Eigentlich alles, was ein Trainer so erleben kann im Fußball. Knapp verpasste Aufstiege in die Landesliga und den plötzlichen Abstieg in die Kreisliga. Eine Meisterschaft mit dem verbundenen Aufstieg nach der Relegation sowie zwei Jahre erbitterter Abstiegskampf mit einem positiven und einem negativen Ende. Das ist schon eine ganze Menge, die ziemlich zusammenschweißt.

Dann gab es auch bestimmt andere Vereine, die deine Dienste gewollte hätten?

Schneider: Ja, die gab es. Aber ich fühle mich einfach wohl bei Adler und hoffe, dass wir in dieser Saison wieder erfolgreich sein werden.

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