Adler-Buldern-Talent Julian Büscher steigt ins A-Team von Preußen Münster auf. Heimdebüt gegen Jena

Profivertrag soll in den nächsten Tagen unterschrieben werden

Julian Büscher sprintet in die erste Mannschaft von Preußen Münster. An diesem Samstag will der Bulderaner sein Heimdebüt gegen Jena feiern. Darüber hinaus soll auch sein Profivertrag unterschrieben werden.

Buldern. Aus seinem Traum ist mittlerweile ein Ziel geworden – Julian Büscher aus Buldern hat sich in den Profikader der Kicker von Preußen Münster gekämpft und am vergangenen Samstag beim 2:2 gegen Rot-Weiß Oberhausen sein erstes Spiel in der 3.

Liga von Anfang an bestritten. Eigentlich sollte der 18-Jährige zunächst im Mittelfeld von Preußens U 19 auflaufen, hat aber mit guten Leistungen so überzeugt, dass ihn Ex-Trainer Marc Fascher in die erste Mannschaft berufen hatte. Mit Erfolg! In der Vorbereitung hat das Talent von Adler Buldern sehr gut eingeschlagen und im Testspiel gegen Viertligist Fortuna Köln gleich doppelt getroffen.

„Die 3. Liga soll für mich

nicht das Ende sein!“

An diesem Samstag will er gegen Jena sein Heimspieldebüt unter dem neuen Trainer Pavel Dotchev feiern. Und jetzt kann es für den Abiturienten vom CBG in Sachen Karriere ganz schnell gehen: „Ich werde mich in den nächsten Tagen mit meinem Berater und dem Verein zusammensetzen und über einen möglichen Profivertrag verhandeln“, sagt der sympathische Bulderaner den Streiflichtern exklusiv. Sein Berater Sören Seidel (unter anderem Spieler bei Werder Bremen von 1997 bis 2000) ist dabei an seiner Seite. „Die 3. Liga soll für mich nicht das Ende sein“, sagt er selbstbewusst. Zusammen mit Mario Götze (heute: Borussia Dortmund) und Julian Draxler (Schalke 04) spielte Büscher in der Westfalenauswahl. Eine derartige Karriere hat sich auch Julian Büscher zum Ziel gesetzt. Er denkt sogar noch einen Schritt weiter: „Mein Traum ist es eines Tages in der Champions-League und in der Nationalmannschaft aufzulaufen.“

„Ich will die Fans mit

meinem Spiel erfreuen“

Bis dato hört er die CL-Hymne nur, wenn er auf der PlayStation mit Kaká und Co. im Camp Nou von Barcelona aufläuft. Aber eben dieser Kaká ist sein Vorbild. „Ich bin ein Spieler, der den Fußball lebt und den Ball im wahrsten Sinne des Wortes, flach hält. Ich will die Fans mit meinem Spiel erfreuen.“ Gegen RWO am Samstag lief das Spiel aber eher an Büscher vorbei. „Ich habe nicht richtig ins Spiel gefunden.“ Daher war es keine Überraschung, dass er zur Pause das Feld verlassen musste. „Ich will mich Stück für Stück weiter nach oben arbeiten.“ Das Fußballspielen lernte der geborene Soester bei Adler Buldern. Hier schnürte er sich die Schuhe bis zur D-Jugend. „Ich war bis vor ein paar Jahren noch richtig pummelig“, gesteht er mit einem Augenzwinkern. Sein Jugendtrainer Dirk Fiebig kann sich noch gut an seinen Schützling erinnern. „Er ist schon immer ein guter Fußballer gewesen. Sein Ehrgeiz und sein Engagement haben ihn ausgezeichnet. An unserer Meisterschaft 2004/2005 war er maßgeblich beteiligt. Er hat sogar einmal gegen mich gespielt, als ich Trainer bei der TSG Dülmen war. Da hat er zwei Ecken direkt verwandelt“, lacht Fiebig. „Ich traue ihm eine Menge zu, auch die 1. Bundesliga, wenn er weiter am Ball bleibt.“

Seine Lieblingsposition ist auf der „Zehn“ im offensiven Mittelfeld und seine Aufgabe soll es sein, seine Vorderleute mit Vorlagen zu füttern. „Und seit dieser Saison kann ich auch Tore schießen“, schmunzelt er. Sein eigentliches Drittligadebüt gab er im November 2011, als er gegen Sandhausen eingewechselt wurde und nach nur fünf Minuten mit einem Bänderriss wieder runter musste. Weitestgehend blieb er aber von Verletzungen verschont. Der Ex-Bochumer raucht auch nicht, trinkt absolut keinen Alkohol und fährt sechsmal die Woche zum Training von Buldern nach Münster. Seit kurzem sogar im eigenen Dienstwagen – einem VW Fox.

Familie war am Samstag

beim 2:2 in Oberhausen

Julian Büscher will hoch hinaus: „Das Testspiel in Duisburg hat mir gezeigt, dass es möglich ist, dass ich mehr im Fußball erreichen kann. Da wird man immer hungriger.“ Seine Familie steht hinter ihm. „Ich kann mich erinnern, dass mich meine Mutter früher immer zum Training gefahren hat. Anders wäre das nicht möglich gewesen.“ Seine Eltern sowie seine Brüder waren am Samstag allesamt mit in Oberhausen, um ihren Julian zu unterstützen. Gerne würden sie sicherlich eines Tages alle auf der Tribüne der Allianz-Arena in München, dem Signal-Iduna-Park in Dortmund oder der Veltins-Arena in Gelsenkirchen sitzen. „Ich muss mich an meinem Ziel festbeißen und mit Leistung überzeugen.“

Über Preußen den Sprung

in 1. Bundesliga schaffen

Wenn es aber doch nichts mit der Profi-Karriere im Bundesliga-Oberhaus klappen sollte, will der 18-Jährige dem Sport verbunden bleiben und Sportmanagement studieren. Doch die Chancen den Sprung von Preußen in die große weite Fußballwelt zu schaffen, haben ihm namhafte Spieler wie Christoph Metzelder (unter anderem Spieler bei Real Madrid und Borussia Dortmund), Jens Lehmann (Arsenal London und Schalke 04) oder Benedikt Höwedes (Schalke 04) vorgemacht. Es ist möglich! Julian Büscher hat Potenzial dazu, er muss es nun für sich nutzen. Die Streiflichter drücken die Daumen!

Zur Person:

Julian Büscher ist 18 Jahre jung und 180 cm groß; er wurde am 22. April 1993 in Soest geboren und wohnt mit seiner Familie seit seinem 2. Lebensjahr in Buldern. Seine Mutter Veronika arbeitet als Physiotherapeutin in Dülmen, sein Vater Andreas ist Elektroingenieur. Er hat drei Geschwister: Jendrik (11), Joel (15) und Jan-Philipp (20). Der Schüler besucht die 13. Klasse (Mathe Leistungskurs) des Clemens-Brentano-Gymnasiums in Dülmen. Die erste Berührung mit dem runden Leder hatte Büscher bei Adler Buldern. Bei den Blau-Weißen spielte er bis zur D-Jugend. Dann wechselte er für ein Jahr zum VfL Senden. In der U 14 und U 15 spielte er dann das erste Mal für Preußen Münster (bis 30. Juni 2008). Für drei Jahre machte er im Anschluss einen Abstecher zum VfL Bochum, bei denen er bis zur U19 aktiv war (1. Juli 2008 bis 30. Juni 2011). Schließlich ging er zurück zu den Preußen. Hier sollte er in der U 19 spielen, wurde aber von Ex-Trainer Marc Fascher (wurde am vergangenen Montag entlassen) vorzeitig in die erste Mannschaft berufen. Sein Pflichtspieldebüt feierte der beidfüßige Mittelfeldspieler im November 2011 gegen Sandhausen. Mit einem Doppelpack im Freundschaftsspiel gegen Fortuna Köln trug er sich erstmalig in die Torschützenliste ein. Julian Büscher steht nun kurz vor der Unterzeichnung eines Profivertrages.

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